Das Bild, das wir von uns selbst haben ist von vielen äußeren Faktoren mit beeinflusst. Viele sind unzufrieden – sei es mit ihrem Aussehen oder auch mit verschiedenen Charaktereigenschaften.

Dabei ist Selbstzufriedenheit und Selbstliebe der Schlüssel zu einer funktionierenden Partnerschaft.  Wer sich und seine Macken akzeptiert, ist psychisch ausgeglichener. Auch kleine Schwächen anderer können dann oft in einem anderen Licht betrachtet werden.

BEGINNE BEI DIR SELBST

Die Suche nach der Liebe beginnt zuallererst einmal bei uns selbst. Dabei hat dies nichts mit Egoismus zu tun. Was wir oftmals bei anderen großzügig durchgehen lassen, gestehen wir uns selber nicht zu. Hier setzen wir nicht selten viel härtere Maßstäbe an. Perfektionistische Menschen haben damit häufig noch viel mehr zu kämpfen.

Kommt es in einer Partnerschaft zu Streitereien, sind Personen mit einem schlechten Bild von sich selbst eher angreifbar. Auch wenn Kritik oder Vorwürfe sachlich geäußert werden, neigen sie dazu, Dinge persönlich zu nehmen. So können meist die eigentlichen Gründe und Auslöser eines Konflikts nicht gelöst werden.

Wir müssen also mit uns selbst im Reinen sein, wenn wir uns „erfolgreich streiten wollen“. Fehlt das nötige Selbstbewusstsein auf einer Seite, wird daraus unweigerlich eine ungleiche Diskussion.

EINFLUSS VON AUSSEN

Durch die verschiedensten Medien werden wir tagtäglich mit Bildern von scheinbar vollkommenen Menschen konfrontiert. Schlanke Körper, Haushalt und Kinder immer perfekt im Griff, glücklich lächelnde Pärchen beim Händchenhalten am Strand – Alle anderen scheinen einfach unglaublich schön, unglaublich fit, unglaublich gesund und unglaublich zufrieden zu sein.

Dabei ist eigentlich klar, dass die Bilder im Fernsehen, in den Werbeanzeigen oder auch auf Instagram meist wenig mit der Realität zu tun haben. Dennoch lassen wir uns von ihnen beeinflussen. Die Fotos erwecken in uns den Wunsch, ebenfalls so schön auszusehen, sei es um dazuzugehören, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und „geliked“ – oder im Grunde geliebt zu werden.

UNREALISTISCHE ERWARTUNGEN ABLEGEN

Der erster Schritt ist also, sich bewusst zu machen, dass die Medien in der Regel die Wirklichkeit nicht realitätsgetreu wiedergeben. Auch den Instagram-Sternchen passieren Fehler und auch sie stehen morgens mit Augenringen auf oder streiten sich mit ihrem Partner. Nur wird das nicht fotografisch festgehalten und mit der ganzen Welt geteilt.

Es ist nicht einfach, sich der allgegenwärtigen Präsenz der schönen Medienbilder zu entziehen. Dennoch sollten wir es uns auch zur Gewohnheit machen, uns mit der Realität zu befassen. Mit den Dingen, mit denen wir uns tagtäglich umgeben gestalten wir unsere ganz persönliche Wirklichkeit.

Versteifen wir uns dabei einseitig auf idealisierte Traumbilder, wird sich dies auch in unrealistischen Erwartungen uns selbst gegenüber widerspiegeln.

SELBSTWAHRNEHMUNG SCHULEN

Viele Menschen haben ein sehr verzerrtes Bild von sich selbst. Oftmals ist der Blick dabei sehr einseitig und es wir sehen lediglich die negativen Seiten. Dann kann es helfen, einmal in Ruhe in sich zu gehen, und sich seiner positiven Eigenschaften zu besinnen.

Dabei werden viele überrascht sein, wie viele Punkte zusammenkommen, wenn etwas Zeit investiert wird. Es können sowohl körperliche Merkmale als auch Charaktereigenschaften aufgezählt werden.

Gerade die Figur ist häufig ein großer Kritikpunkt. Dabei sollten wir uns von dem Idealbild, das in den Medien propagiert wird lösen. Jeder Figurentyp besitzt unterschiedliche charakteristische Merkmale, die durch entsprechend geschnittene Kleidung mal mehr, mal weniger betont werden.

In der unpassenden Garderobe wirkt dann auch die attraktivste Figur unvorteilhaft. Hinzu kommt, dass wir uns vor dem Spiegel unter oftmals schlechten Lichtbedingungen nicht unbedingt von der schönsten Seite aus betrachten können.

Auch hier wird unsere Wahrnehmung viel zu oft vom den Medien und den aufgehübschten Photoshop-Bildern beeinflusst. Stattdessen sollten wir uns auch hier auf unsere Vorzüge besinnen und diese gezielt hervorheben. Nichts anderes sorgt für die attraktiven Abbildungen in der Werbewelt.

BEDÜRFNISSE ERKENNEN

Wichtig ist auch, herauszufinden, worin eigentlich die ureigenen Wünsche und Bedürfnisse bestehen. Viel zu häufig sind es hier ebenfalls die Wünsche anderer, die als die eigenen übernommen werden. Sei es, weil sie von Freunden oder der Familie vorgelebt werden, oder auch weil bestimmte Dinge von uns erwartet werden.

Im Alltagstrott werden die eigenen Bedürfnisse dann oft hintenangestellt oder die Erwartungen heruntergeschraubt. Doch gerade bei einer Partnerschaft ist es wichtig, seine Wünsche zu kennen und auch zu äußern. Wenn eine Seite dabei langfristig eigene Sehnsüchte oder Träume unterdrückt, bleibt nach einiger Zeit oft nur noch Unzufriedenheit übrig.

Natürlich gehört ein gewisses Maß an Kompromissfähigkeit zu einer funktionierenden Beziehung dazu. Dabei sollten jedoch beide Partner gleichermaßen beteiligt sein.

SEI GUT ZU DIR

Um mit uns selbst zufriedener zu sein, ist die persönliche Einstellung ebenfalls wichtig. Auch wenn wir Fehler haben oder bestimmte Eigenschaften, mit denen wir nicht zufrieden sind, ist es sinnvoller daran zu arbeiten, statt uns Vorwürfe zu machen.

Aus Fehlern können die passenden Schlüsse und Erkenntnisse gezogen werden. Sie gehören zum Leben dazu und wir können an ihnen wachsen. An Charakterzügen kann ebenfalls gearbeitet werden. Wichtig ist es, dann auch aktiv zu werden, und die verschiedenen Punkte in Angriff zu nehmen, mit denen wir unzufrieden sind.

Wie wir mit uns selbst umgehen hat einen großen Einfluss auf unser Befinden. Und es ist dabei völlig in Ordnung nicht perfekt zu sein!

 

 

 

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