Warum viele Menschen sich nicht mehr verlieben oder dauerhaft lieben können. Und was du dagegen tun kannst.

Warum viele Menschen sich nicht mehr verlieben oder dauerhaft lieben können. Und was du dagegen tun kannst.

Vielleicht hast du schon mal jemanden in deinem Leben kennengelernt, von dem du dachtest oder sogar gespürt hast, dass er überhaupt nicht in der Lage ist zu lieben und/oder eine Beziehung zu führen. Ich habe mir mal Gedanken gemacht woran das liegen könnte – und ich bin gespannt was du dazu sagst! Schreibe einfach unter dem Artikel einen Kommentar, ich freue mich :)

Überzogene und unrealistische Vorstellungen

Wenn du meinen Blog schon länger liest, dann weißt du, dass ich sicherlich nicht diejenige bin, die dir sagt, dass du „nehmen solltest, was du bekommst“, sogar im Gegenteil: Ich finde du musst dir deiner Bedürfnisse im Klaren werden und für deine fundamentalen Vorstellungen (z.B. Lebensvorstellung, Familienplanung) auch nicht von deinem Standpunkt abweichen, nur damit du einen Partner hast. Aber: Es gibt Menschen, Männer und auch Frauen, die haben Vorstellungen, bei denen ich mich frage wie sie glauben diesen einen Menschen jemals zu finden.

Wenn du dir unsicher bist, ob deine Erwartungen an einen Partner übertrieben sind, dann stell dir eine ganz einfache Frage: Kann ich diese Erwartungen und Wünsche selbst erfüllen?

Wenn du zum Beispiel eher unsportlich und leicht übergewichtig bist, wie kannst du dann von deinem Partner erwarten, dass er ein sexy durchtrainierter Fitnessstudiogänger ist?

Ich erlebe es so oft, dass Menschen eine derart engstirnige Vorstellung von ihrem perfekten Partner haben, dass sie die Chance jemanden kennenzulernen und sich in jemanden zu verlieben, der wirklich zu einem passt, schon im Kern ersticken.

Die Lösung: Schreibe dir auf, was dein Partner unbedingt mitbringen sollte und streiche alle Oberflächlichkeiten, die dir nicht wirklich zu 100% wichtig sind.



Undankbarkeit für das nur scheinbar Selbstverständliche

Wie leben in einer Gesellschaft, in der „höher, schneller, weiter“ zu unserem Alltag gehört – leider auch in der Liebe. Wir sind unterbewusst sehr häufig auf der Suche nach etwas, das noch besser ist und das führt zu Undankbarkeit! Ich habe Paare erlebt, die dermaßen gleichgültig und lieblos miteinander umgegangen sind, dass ich mich gefragt habe, warum sie sich nicht einfach trennen (meine Antwort: Angst vor dem Ungewissen; lieber abwarten bis jemand Besseres kommt und dann wechseln).
Es gibt so viele Paare, die ihren Partner als selbstverständlich ansehen und ihm keine oder nur wenig Wertschätzung entgegenbringen – zumindest so lange bis er dann weg ist.

Die Lösung: Mach deinem Partner mindestens drei Komplimente am Tag und führe dir vor Augen was du an ihm hast und warum du dankbar für ihn bist.

Kompromisslosigkeit durch Selbstverliebtheit & Narzissmus

Willst du mit dem Kopf durch die Wand und immer durchsetzen was du möchtest? Dann wirst du Schwierigkeiten haben eine erfüllende und glückliche Beziehung zu führen, die in Balance ist. Eine Beziehung besteht aus Geben und Nehmen. Leider gibt es Menschen, die sich selbst am nächsten stehen, auch in einer Partnerschaft.

Ich spreche nicht davon, dass es gut wäre grundlegende Dinge, die einem persönlich wichtig und elementar sind für eine Beziehung, über Bord zu werfen (denn auch das funktioniert auf Dauer nicht), sondern davon sich in Situationen, in denen es scheinbar keine Lösung gibt, auch einmal nachzugeben, auch wenn es nicht das ist, was du unbedingt willst.

Die Lösung: Überlege dir, ob es wirklich wichtig ist, dass die Situation nach deinem Ermessen gelöst wird oder ob es einfach darum geht, dass du „dein Recht“ bekommst.

…und wenn sich dein Narzissmus in einem ungesunden Rahmen befindet und deinen Beziehungen schon mehrmals geschadet hat, dann überlege dir, ob du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen möchtest.

Online Dating und der schnelle Sex

Beim kleinsten Streit ins nächste Abenteuer? Auch das ist keine Seltenheit, denn es ist heutzutage so einfach den oder die Nächste zu finden – jeder ist nur einen Swipe entfernt. Manche Menschen brauchen das als Bestätigung, andere sind nicht in der Lage Konflikte zu lösen und lenken sich lieber ab. Anderen wiederum ist es schlicht zu anstrengend Probleme zu diskutieren und sie zu lösen.

Die Lösung: Rede mir deinem Partner und probiere Neues aus. Und wenn ihr euch gerade streitet, dann nutzt die Energie eurer erhitzen Gemüter und nehmt sie mit ins Bett anstatt dich anderweitig zu orientieren – das kann sich lohnen ;)

 

 

 

Foto: © Wavebreakmedia

7 Anzeichen, dass es an der Zeit ist, deine Beziehung zu beenden

7 Anzeichen, dass es an der Zeit ist, deine Beziehung zu beenden

Viele von uns leben in Beziehungen, die nicht gesund sind. In Beziehungen, die sie nicht zu einem besseren Menschen machen. In Beziehungen, die aus einem einzigen Grund bestehen: Angst.

Diese Angst kann verschiedene Ursprünge haben: Die Angst vor der Begegnung mit dir selbst, die Angst vor dem Alleinsein, finanzielle Ängste, Verlustängste, Zukunftsangst und so weiter.

Grundlegend treibt uns, und vielleicht auch dich, Angst dazu an, etwas zu tun, das du eigentlich nicht zu 100 Prozent möchtest. In diesem Artikel möchte ich mit dir besprechen, wann es an der Zeit ist diese Ängste zu überwinden, deine Komfortzone zu verlassen und deine Beziehung zu beenden oder zumindest zu reflektieren und zu überdenken – auch wenn es schwer und schmerzhaft ist.

#1 Du weißt, dass ihr beide unglücklich seid, aber dass er/sie dich nicht verlassen wird

Lebt ihr nur noch nebeneinander her? Wenn ihr immer und immer wieder denselben Tagesablauf habt, kaum redet, jeder sein eigenes Ding macht und eigentlich keine gemeinsame Basis besteht, könnt ihr nicht glücklich sein- zumindest nicht als Paar. Wenn das bei dir der Fall ist, dann solltest du dich fragen:

#2 Du erwischst dich bei den Gedanken an ein Leben als Single

Er/sie ist eigentlich ein/e Liebe/r und so wirklich gibt es keinen Grund, dass du dich trennst, aber trotzdem erwischst du dich dabei, dass du dir immer und immer wieder vorstellst wie es wäre Single zu sein: Du könntest tun und lassen was du möchtest, müsstest niemandem Rechenschaft ablegen und wärst einfach nur frei. Wenn das der Fall ist, dann solltest du dich fragen:

  • Warum genau möchte ich aus der Beziehung ausbrechen?
  • Könnte ich meine bestehende Beziehung verbessern?
  • Wäre mein Singleleben wirklich so toll wie ich es mir vorstelle?



#3 Eure Beziehung ist oberflächlich              

Ihr versteht euch gut, unternehmt ab und an was zusammen, habt den gleichen Freundeskreis und vielleicht habt ihr ab und zu Sex, aber irgendwie kommt danach nicht sehr viel mehr? Wenn eure Beziehung hier aufhört und ihr keinerlei (tiefgründige) Gedanken austauscht (und dich das stört!), dann solltest du dich fragen:

  • Warum tauschen wir uns nicht über Tiefgründiges aus?
  • Wie kann ich das in meiner bestehenden Beziehung ändern?
  • Und wenn du es nicht verändern kannst: Was muss dein/e Partner/in mitbringen, damit du dich ihm/ihr öffnen kannst?

# 4 Ihr habt keine gemeinsamen Ziele 

Jeder einzelne von uns hat Ziele, die wir erreichen wollen. Aber nicht nur das Verfolgen deiner eigenen, sondern auch die, die ihr als Paar habt, sollten dir Lebensfreunde bereiten. Wollt ihr eine gemeinsame Familie? Ein Haus? Eine Weltreise? Wenn du das Gefühl hast, dass dir etwas Gemeinsames fehlt in deiner Beziehung, dann solltest du dich fragen:

  • Was sind meine Ziele?
  • Was sind unsere Ziele?
  • Wenn ihr keine gemeinsamen Ziele habt: Warum ist das so und wie kann ich das verändern?
  • Wenn ihr unterschiedliche Ziele habt: Lässt sich unsere Beziehung wirklich darauf aufbauen bzw. aufrechterhalten? 

#5 Ihr habt kontinuierlich Streit   

Steckst du in einer Beziehung, in der du mehr Energie an Streitigkeiten verschwendest als du durch Zärtlichkeiten und ein harmonisches Miteinander auftankst? Wenn deine Beziehung von permanenten Meinungsverschiedenheiten geprägt ist und dich die ständigen Auseinandersetzungen beinahe schon krank machen, dann solltest du dich fragen:

  • Möchte ich eine solche Beziehung führen?
  • Warum sind wir noch ein Paar?
  • Wo liegen die Freuden in unserer Beziehung?
  • Kann es uns gelingen diese Freuden gemeinsam zu entdecken? Wenn ja, wie?

#6 Du möchtest eine Familie, er/sie möchte sich nicht festlegen 

Eine Situation, die sich schlecht gemeinsam verarbeiten oder für die sich einfach eine Lösung finden lässt, ist wenn du oder dein/e Partner/in eine Familie möchte und der andere nicht. Eine überaus schwierige Situation, vor allem wenn ihr euch aufrichtig liebt und es sonst eigentlich keine anderen Schwierigkeiten gibt. Wenn das bei dir der Fall ist, dann solltest du dich fragen:

  • Wenn du Familie möchtest:
    • Kann ich wirklich auf eine eigene Familien verzichten?
    • Welche Langzeitfolgen hätte das für mein Leben?
    • Könnte ich auch mit meiner Entscheidung leben, wenn diese Beziehung später (z.B. nach dem Überschreiten der biologischen Uhr) auseinandergeht?
  • Wenn du keine Familie möchtest:
    • Könnte ich lernen Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen?
    • Kann ich mir vorstellen in die Situation einer Mutter hineinzuwachsen?
    • Wie würde es mein Leben beeinflussen, wenn diese Beziehung nicht ein Leben lang halten würde? Und könnte ich damit umgehen? 

#7 Ihr habt (so gut wie) keinen Sex mehr

Sex ist nicht das Wichtigste in einer Beziehung – das höre ich oft. Und ja, es ist nicht das Wichtigste, aber Sex ist wichtig. Er sorgt für den Ausgleich unseres Hormonhaushalts, er macht glücklich, gleicht uns aus und überaus wichtig: Es ist (im besten Fall) das Einzige, das du ausschließlich mit deinem/r Partner/in teilst! Kein anderer Mensch erlebt dich auf dieser Ebene und kein anderen deine/n Partner/in – und das verbindet! Wenn ihr keinen oder sehr wenig Sex miteinander habt, dann solltest du dich fragen:

  • Wie können wir das verändern?
  • Wer kann uns dabei helfen? – Ja, dazu kann man sich professionelle Hilfe suchen und ihr seid damit nicht alleine, ganz im Gegenteil, denn es ist nicht unnormal, dass das Sexleben in langen Beziehungen auf der Strecke bleibt!

Zum Abschluss…

Wenn du in einer unglücklichen Beziehung lebst, dann solltest du dir auf jeden Fall die Fragen beantworten, die ich oben genannt habe. In manchen Fällen lohnt es sich zu kämpfen, ich bin die Letzte, die sagt, dass du die Flinte ins Korn werfen sollst. Aber wenn deine innere Stimme dir schon länger dazu rät etwas zu unternehmen, dann solltest du besser hören.

Wir Frauen haben unsere Intuition nicht umsonst bekommen. Sie ist ein Geschenk und du solltest lernen sie zu nutzen und auf sie zu hören. Und auch wenn es schwer und schmerzhaft ist, aber manchmal ist es besser eine Beziehung zu beenden als sie unnötig in die Länge zu ziehen. Du kannst den Trennungsschmerz nicht verhindern, sondern nur hinauszögern, so traurig wie das auch ist.

Wenn du das Gefühl hast, dass du alleine nicht so richtig weiterkommst und du meine persönliche Unterstützung brauchst, dann schau dich doch gerne bei meinen Coaching Paketen um.

Signatur

Foto: © CITAlliance

Liebst du schon oder leidest du noch? 5 Anzeichen, dass deine Beziehung ungesund ist

Liebst du schon oder leidest du noch? 5 Anzeichen, dass deine Beziehung ungesund ist

Wenn wir in einer unglücklichen Beziehung leben und uns nur schwer von unserem Partner lösen können, aus welchem Grund auch immer, dann tendieren wir dazu, die guten Dinge zu sehen und die schlechten zu ignorieren.

Warum? Weil wir dann nichts verändern müssen und uns munter weiter einreden können, dass eigentlich alles okay ist mit unserer Beziehung. Die meisten Menschen hassen Veränderung, nichts schieben wir so lange vor uns her wie das. Der Grund dafür ist einfach: Veränderung bedeutet Unsicherheit.

  • Werde ich je wieder einen Partner finden?
  • Was, wenn es dir falsche Entscheidung ist ihn/sie zu verlassen?
  • Wie soll denn mein Leben ohne meinen Partner je aussehen?

Fragen, die wir nicht beantworten können bevor die Situation eingetreten ist. Und diese Unsicherheit treibt uns dazu, lieber unglücklich liiert als glücklicher Single zu sein. Daher möchte ich dir heute fünf schwerwiegende Anzeichen nennen, die (wenn sie bei dir zutreffen) dich zum Nachdenken anregen sollten.

Selbstaufgabe

Bist du wirklich du selbst in deiner Beziehung? Kannst du dein Leben so leben wie es dich glücklich macht? Oder planst du dein Leben um das deines Partners herum, nur damit er zufrieden ist?

Viele von uns, vor allem Frauen, neigen dazu sich und ihr eigenes Leben aufzugeben, nur um den Partner glücklich zu machen. Das kann verschiedene Gründe haben, einer der häufigsten ist allerdings die Verlustangst. Wir tendieren oft dazu, uns anzupassen, Hauptsache wir werden nicht verlassen! Wie ist das bei dir?

Du verwechselst Bedürftigkeit mit Liebe

Liebst du deinen Partner? Oder kannst du nur nicht alleine sein und lebst deshalb in einer Beziehung? Woran du das erkennen kannst, kannst du in diesem Artikel nachlesen. Sollte der Gedanke „Naja, besser als nichts in dir hochkommen“, dann solltest du dir Gedanken darüber machen, ob es die Beziehung und das Leben ist, das du führen möchtest.

Eifersucht durch Besitzanspruch

Eifersucht ist eines der gefährlichsten Gefühle für deine Beziehung – ich spreche hier wohlbemerkt nicht über die ‚normalen Eifersüchteleien‘, sondern über die, die du oder dein Partner durch Besitzansprüche haben. Hast du das Gefühl, dass dein Partner dich besitzen möchte? Darfst du Dinge nicht selbst entscheiden? Oder dich alleine mit Freunden treffen? Oder ist es umgekehrt und du behandelst deinen Partner so? Nun, dann rate ich dir anzufangen dich selbst zu lieben, denn die Ursache für deinen Besitzanspruch und deine Eifersucht liegt in einem Mangel an Selbstliebe.

Angst ist das dominierende Gefühl

Hast du oft Angst in deiner Beziehung? Angst ihn zu verlieren, Angst etwas falsch zu machen, Angst davor etwas Falsches zu sagen? Oder Angst davor, dass er/sie handgreiflich wird? Angst ist immer ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht so läuft wie es laufen sollte. Geh deiner Angst auf den Grund und finde heraus wodurch sie verursacht wird, nur so kannst du sie auflösen.

Eine Beziehung sollte geprägt sein durch Liebe, Zuneigung, Aufmerksamkeit, Verständnis und Vertrauen. Wenn deine Partnerschaft von negativen Gefühlen dominiert wird, dann ist es höchste Zeit die Reißleine zu ziehen. Wenn du dringend Hilfe brauchst, dann wende dich an diese Telefonhotline. Sie helfen dir weiter, rund um die Uhr!



Zu viel Streit und permanentes Drama

Klar sind Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten normal in einer Beziehung. Wenn immer alles glatt laufen würde und ihr beide immer der gleichen Meinung wärt, dann wäre es auch ein bisschen langweilig.

Aber: Wenn die Streitigkeiten den größten Anteil eurer Beziehung ausmacht oder wenn dich deine Beziehung aufgrund dieser Streits mehr Nerven kostet, als dass sie dir positive Gefühle gibt, dann hast du noch nicht den richtigen Partner für dich gefunden.

Manche Paare „brauchen“ den Streit und wenn beide damit umgehen können und glücklich sind, dann ist das auch in Ordnung. Nur wenn deine Partnerschaft dafür verantwortlich ist, dass du ein Nervenbündel bist und wenn es sich sogar auf deinen Körper umlegt (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Herzrasen, usw.), dann solltest du handeln: Entweder du suchst das Gespräch mit deinem Partner oder du denkst über eine Trennung nach. Das kommt natürlich darauf an wie deine ganz persönlichen Umstände sind.

Signatur

 

 

 

 

Foto: © Kotin

Ist es tatsächlich Liebe oder nur Gewohnheit? Das sind die Unterschiede.

Ist es tatsächlich Liebe oder nur Gewohnheit? Das sind die Unterschiede.

Du bist schon lange mit deinem Partner zusammen und bist unsicher: ist es mit ihm einfach nur bequem? Halten mich allenfalls die Kinder, das Haus, die Altersvorsorge? Durch unsere Fragen schaffst du dir mehr Klarheit.

Eine interessante Frage vorab

Jetzt nicht wundern … Wozu willst du das wissen? Warum gibt es dir zu denken, ob es nur noch Gewohnheit sein könnte? Wo ist die Trauer oder sogar der Schmerz? Was fehlt?

Allein schon, dass du dir die Frage stellst, ob es Gewohnheit sein könnte, macht eines ganz deutlich: Es besteht Handlungsbedarf! Daran geht schon einmal kein Weg vorbei.

Lass dich einfach drauf ein, dir selbst kritische Fragen zu stellen und dir vielleicht auch unbequeme Antworten zu geben. Was kann schlimmstenfalls passieren als eine Erkenntnis oder eine Bestätigung?

Die Unterschiede zwischen tatsächlicher Liebe und Gewohnheit

Achtung vor dem Partner statt Eigeninteresse

Vielleicht erschreckst du über den Begriff “Eigeninteresse”. Tatsächlich sind die Gründe für’s Bleiben aus Gewohnheit oft selbstbezogen.

Bedingungslosigkeit statt Aufrechnen

Liebst du deinen Partner um seiner Person willen? Oder weil er deine Ansprüche erfüllt? Ist deine Zuneigung abhängig davon, dass er gut verdient, mit dir durch die Welt reist oder dich klaglos machen lässt, was du willst?

Sicher, Liebe ist nie komplett bedingungslos. Aber Liebe bedeutet, dass du ihn trotz seiner Unordnung liebst. Gewohnheit dagegen führt zu ewig denselben Auseinandersetzungen.

Wertschätzung statt Kritik und Abwertung

Wenn Ihr euch nicht einig seid und du dich für dich und deine Sache einsetzt, muss das kein Zeichen für fehlende Liebe sein. Auch Streit gehört zu Partnerschaften. Wo Emotionen sind, gibt es zumindest keine Gleichgültigkeit. Wer nicht mehr “kämpft”, dem ist der andere unwichtig geworden. Tatsächliche Liebe und die Arbeit daran ist auch Reibung. Liebe ist, wenn du deinem Partner eigene Vorstellungen mit derselben Selbstverständlichkeit zugestehst wie dir selbst.

Augenhöhe statt Überlegenheit

Fragst du deinen Partner üblicherweise bei Entscheidungen oder bestimmst du alleine?  Bist du bei deinen Vorteilen und rechnest auf? Schaffst du es regelmäßig, dass er macht was du willst?

Liebe beinhaltet, dass du auch mal bereit bist, für die Wünsche deines Partners etwas Eigenes aufzugeben. Liebe hat mit dem Gefühl von Überlegenheit nichts zu tun. Nur mit unterschiedlich verteilten Fähigkeiten und Kenntnissen.

Verantwortungsgefühl statt Gleichgültigkeit

Willst du deinen Partner glücklich sehen und glücklich machen? Wenn du liebst, bist du für deinen Partner und seine Bedürfnisse da, wenn er dich braucht. Das heißt nicht, dass du für deren Erfüllung zuständig bist, aber du gestehst sie ihm zu und unterstützt ihn. Wenn du aus Gewohnheit mit ihm zusammen bist, dann sind dir seine Interessen egal. Soll er doch machen … Gleichgültigkeit ist ein wesentliches Indiz dafür, dass du deinen Partner nicht mehr liebst.



Deine Beziehung hat Bedeutung in deinem Leben statt nur den Hintergrund für dein Eigenleben zu bilden

Erfüllung statt Nebeneinander

Fühlst du dich durch deine Partnerschaft erfüllt? Hast du noch das Gefühl, etwas ganz Besonderes für ihn zu sein? Und gibst ihm das auch ehrlich empfunden zurück? Oder haben deine Hobbys und  Interessen, deine Arbeit, dein Freundeskreis mehr Bedeutung für dich als deine Beziehung? Bist du froh, wenn er dich in Ruhe lässt?

Oder gebt Ihr Euch die Türklinke in die Hand, seid gut organisiert: du bist dienstags zum Sport, er mittwochs in seinem Fotoclub? Die Woche ist gefüllt, aber Gemeinsamkeit Fehlanzeige? Zur Liebe gehören auch gemeinsame Aktivitäten, die dir wichtig und wertvoll sind. Sonst lebt ihr nebeneinander statt miteinander.

Sehnsucht statt Normalität

Vermisst du deinen Partner, wenn ihr euch ein paar Tage nicht seht? Hast du Sehnsucht, obwohl du Ablenkung hast? Dann fehlt dir vermutlich nicht das Gewohnte, sondern er. Achte auf den kleinen ersten Moment beim Wiedersehen, wenn du ihn erblickst: Verzaubert dich sein Anblick ein ganz klein wenig? Wenn es tatsächlich Liebe ist, löst der Anblick deines Partners oft ein automatisches Lächeln aus, kein angestrengtes. Oder spürst du eher “Da ist er ja wieder”? So vertraut … Das wäre Gewohnheit.

Liebt er dich mehr als du ihn? Dann brauchst du ihn vielleicht einfach nur. Auch das wäre Gewohnheit. Es ginge dir dann um “jemanden”, aber nicht um “ihn”.

Wachstum und Entwicklung statt Stillstand

Tiefe statt Oberflächlichkeit

Liebe ist verbunden mit gegenseitiger Unterstützung beim Wachsen. Dazu gehört auch, ihn in seiner ganzen Tiefe weiter und neu kennen lernen und verstehen zu wollen. Denn Leben bedeutet Entwicklung. Wo Stillstand ist, ist kein Leben.

Damit du uns jetzt nicht falsch verstehst: Liebe kann auch zu neuer Gewohnheit, neuem Vertrauten führen – auf jeden Fall ist sie aber kein Stillstand.

Zur Partnerschaft gehören Gespräche. Der Unterschied zwischen Liebe und Gewohnheit liegt hier in den Inhalten: Regelt ihr den Alltag, wenn Ihr miteinander sprecht? Oder vertieft Ihr euch in neue Themen? Redet über Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und Visionen?

Freiheiten lassen ohne Forderungen zu stellen

Gestehst du ihm Freiheiten zu ohne ihn zu reglementieren und zu kontrollieren? Ohne Angst und Eifersucht? Eine gewisse Unsicherheit darfst du allerdings empfinden. Denn Menschen können sich immer auch in jeweils unterschiedliche Richtungen entwickeln. Das passiert auch, wenn Liebe da ist oder da war. Dafür gibt es keine Versicherung.

Neugierde und Mut anstelle von Sich-treiben-lassen

Investierst du in Wachstum und Neues und traust dich was in deiner Beziehung? Oder macht sich Langeweile bei euch breit? Alltagstrott, ohne Höhen und Tiefen? Erinnerung an Gelebtes statt Neugierde auf das was noch kommt?

Vielleicht fragst du dich sogar: Tut er mir überhaupt noch gut? Mehr noch: Schadet er mir sogar in meiner eigenen Entwicklung? Die Antwort könnte eines der wichtigsten Merkmale für Liebe sein. Oder eben für Gewohnheit.

Liebe bedeutet Arbeiten an der Beziehung, Geduld und Verständnis. Immer wieder. Und das macht nicht immer Spaß. Klar. Aber das Ergebnis lohnt sich. In beide Richtungen …

Lebendigkeit anstelle des Gefühls, (woanders) etwas zu verpassen

Träumst du in Gedanken von Erlebnissen und ein wenig Abenteuer, während Dein Körper neben deinem Partner auf dem Sofa sitzt? Dass du andere Männer (auch) interessant findest, gehört zum Leben. Die zentrale Frage dabei ist: Kannst Du diese Anregungen in deine Partnerschaft hineinholen?

“Praktizierst” du Zärtlichkeiten aus Pflichtgefühl? Auch Sex wächst mit dem Ausprobieren von Neuem – oder sollte zumindest, wenn er einfach “nur” der Entspannung dient, Spaß machen. Findest du viele Gründe und Gelegenheiten, später ins Bett zu kommen, wenn er hoffentlich schon schläft? (Abgesehen davon, dass das Bett der einzige Ort ist, an dem ihr miteinander schlaft.) Baut sich für dich beim Sex noch Spannung auf? Schreibst du dabei in Gedanken deine Einkaufsliste? Oder denkst du währenddessen nur an die Entspannung danach?

Die gegenseitige Anziehungskraft und Leidenschaft baut sich in längeren Beziehungen automatisch ab. Meist nach einem halben bis drei Jahren. Aber: Ob Zärtlichkeiten “abgearbeitet” werden oder du Lust zum Ausprobieren hast, macht deutlich, ob du etwas anderes lebst als Gewohnheit.

Gemeinsame Ziele statt abwarten was passiert

Habt ihr Pläne für die Zukunft? Wie ihr eure Silberhochzeit begehen wollt? Was sein soll, wenn ihr in Rente seid? Oder passt du dein Leben seinem an oder er sein Leben deinem?

Wie fühlt es sich für dich an, wenn du denkst, dass du auch noch in fünf oder zehn Jahren neben ihm aufwachst? Kannst du dir vorstellen, mit ihm gemeinsam alt zu werden?

Die Frage ist vielleicht gar nicht so sehr, ob das was da ist, tatsächlich noch Liebe bedeutet. Sondern ob es sich lohnt, für eine gemeinsame Zukunft aktiv zu werden. Guck dir an, worauf du aufbauen kannst: Was ist noch da? Was ist gut an deiner Beziehung? Wofür genau lohnt es sich mit ihm zu kämpfen?

Zuversicht anstelle von Angst

Wenn du dich schon lange fragst, ob du deinen Partner noch liebst oder ob du einfach bequem bist, dann hast du vielleicht Angst vor Veränderung. Angst vor Einsamkeit und der Leere, die kommen könnte, wenn du gehst. Angst, niemanden wieder zu finden, der dich liebt.

Bequemlichkeit ist der Weg des geringsten Widerstands. Bleibst du aus Angst oder aus Überzeugung?

Liebe und Gewohnheit müssen sich nicht ausschließen. Aber es ist keine Liebe, wenn Gewohnheit der ausschließliche Grund für das Zusammensein ist.

Wir wünschen dir gutes Gelingen bei der Bewältigung deiner Herausforderungen und einen wertschätzenden Blick auf dich selbst und deinen Partner!

Mehr zum Thema

Wenn du weitere Anregungen und Beziehungstipps zum Thema Kommunikation und Konfliktlösung in der Partnerschaft suchst, findest Du hier mehr:

Miteinander Probleme lösen in 5 Schritten

Seid gut zu euch.

Herzliche Grüße

 

 

 

 

 

 

 

 

Alexander Klose: Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Wohnt in Schleswig, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Maren Sörensen: Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

Und, was meinst du?

Wir freuen uns über deine Meinung zu diesem Thema, über Deine Ideen, Kritik oder Fragen. Bitte schreibe uns unten in den Kommentar!

Foto: © RadaRani

Wie deine Beziehung eine Affäre übersteht

Wie deine Beziehung eine Affäre übersteht

Schwindelig taumelnd muss sie sich hinsetzen. Ellas Magen dreht sich einmal um, sie ist kurz davor, sich zu übergeben. Sie kann nicht glauben, was er ihr gerade gestanden hat. Er hat eine Affäre! Eine Affäre mit seiner Kollegin, der sie noch nie über den Weg getraut hat.

„Wie lange geht das schon? Wie oft hattet ihr Sex? Wann habt ihr euch getroffen? Und was war an dem Wochenende, wo du angeblich bei deiner Schwester warst? Wie kannst du mir sowas antun?“

Die Fragen schießen wie Munition aus einem Maschinengewehr. Wie ein Krimineller im Verhör sitzt er vor ihr.

Einmal Betrüger – immer Betrüger

  • „Trenn dich! Das tut der immer wieder!“
  • „Lass dir das nicht gefallen.“
  • „Männer sind Schweine, das sag ich doch schon immer.“
  • „Wie? Du willst mit ihm zusammen bleiben? Bist du jetzt völlig übergeschnappt?“

All diese „Rat-Schläge“ hat Ella zu hören bekommen und oft hat sie sich gewünscht, sie hätte einfach die Klappe gehalten. Sie musste mit ihrer emotionalen Achterbahn klar kommen und ein Gespräch mit ihren Mädels hat doch sonst immer geholfen.

Doch beim Fremdgehen hört der Spaß auf. Dass er eine Affäre hatte, ist für ihre Freundinnen ein absolutes NoGo. Die Lügen, das Betrügen und Fremdsex sind Vergehen, für die es keine Entschuldigung gibt.

Wird ihre Beziehung diese Affäre überstehen?

Nach dem Auffliegen einer Affäre ist die sofortige Beendigung der Außenbeziehung ein wichtiger Baustein, um der Beziehung eine Chance zu geben. Hannes ist bereit, alles zu tun, um seinen Fehler wieder gut zu machen.

Sie haben beschlossen, für ihre kleine Familie zu kämpfen und diese Krise zu überstehen. Hannes ist ein guter Mensch und Ella liebt ihn. Auch wenn Ella noch keine Ahnung hat, wie sie mit der Eifersucht und den Bildern in ihrem Kopf klar kommen soll, will sie es versuchen.

Die 10 Phasen nach einer Untreue

Sobald die Affäre aufgedeckt wird, durchlaufen die meisten Betrogenen in etwa dieselben Phasen. Um die Beziehung zu retten, dürfen BEIDE(!) achtsam, wertschätzend und mir sehr viel Liebe und Güte durch diese Phasen gehen. Das ist im Auge des Taifuns nicht ganz so leicht.

Phase 1 + 2: Schock – Wut/Rache

Es kann Tage und Wochen dauern, bis etwas Ruhe in die Gefühle einkehrt und das logische, klare Denken wieder möglich wird. Eifersucht und Hass wirken wie düstere Dämonen, die sich ins Herz fressen.

Ella hat es gut gemacht. Nach dem ersten Schock hat sie sich zurückgezogen und sich Zeit gegeben, mit der Situation halbwegs klar zu kommen. Sie hat ihren Rachephantasien keinen Raum gelassen und sich selbst beruhigt. Rache schadet der Beziehung sehr, eine Versöhnung wird noch schwerer, als eh schon.

Phase 3: Enttäuschung

Die Phase der Ent-Täuschung ist wichtig, denn jetzt wird klar, welchen Täuschungen das Paar aufgesessen ist. Wir alle sind Hollywood- und Disney-verseucht, so dass wir felsenfest an einem Happy End festhalten wollen und eine Liebe auf Dauer konservieren wollen.

Wir glauben, dass wir alles für unseren Partner sein können und ihm für immer alle Bedürfnisse erfüllen können. Dass das nicht möglich ist, wird erst nach einer Affäre schmerzlich bewusst.

„Am Schlimmsten sind die Lügen“, berichten mir Betrogene immer wieder. Doch wenn wir mal genauer hinschauen, wird klar, dass der Betrüger nicht aus Bosheit lügt, sondern weil er die Beziehung schützen und behalten will.



Phase 4: Entscheidung

In den ersten drei Phasen ist es keine gute Idee, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Im ersten Sturm der Gefühle scheint eine Trennung die beste Lösung zu sein. Wie schade, dass viele Paare dem Konzept der Treue mehr die Treue halten, als ihrer Beziehung.

Monogam zu leben ist leicht, solange niemand fremdgeht. Die wahre Herausforderung der Monogamie zeigt sich erst, wenn einer sie missachtet. Viele sind stolz darauf, immer treu zu sein, halten diese „Treue“ jedoch immer nur wenige Jahre durch. Serielle Monogamie hat mit Treue nichts zu tun.

Phase 5: Hoffnung

Hat sich das Paar nun entschieden, den Weg gemeinsam weiter zu gehen, braucht es ein Licht am Ende des Tunnels. Hoffnung entsteht durch die richtigen Fragen, durch Zuhören und nicht Verhören.

  • Was war es, was dich gereizt hat?
  • Was hast du vermisst? Kann ich dir das geben?
  • Wie hast du dich gefühlt, wenn du nach Hause gekommen bist?
  • Wie wollen wir leben, wenn das hier durchgestanden ist?

An dieser Stelle ist es wichtig, sich über Träume und Ziele zu unterhalten und die Vorwürfe und Schuldzuweisungen einzustellen. Es hatte einen Grund, warum der Partner fremdgegangen ist. Und dieser Grund hat immer mit BEIDEN Partnern zu tun. Eine Affäre ist eine Botschaft, ein Warnhinweis und eine Chance, die Beziehung weiter zu entwickeln.

Phase 6: Alltag

Nach dem Tornado, der durch die Beziehung gefegt ist, geht es ans Aufräumen und zurück in einen liebevollen Alltag. Ella und Hannes dürfen sich die Fragen stellen:

  • Gibt es Rituale, die wir vernachlässigt haben?
  • Haben wir Quality-Time als Paar? Ohne Kinder? Ohne TV und Handy?
  • Geben wir uns genügend Raum, auch mal alleine zu sein?
  • Machen wir uns gegenseitig gute Gefühle? Oder die Hölle heiß?

Lieben ist ein TUN-Wort. Die beiden dürfen mehr tun, was zeigt, dass sie sich wichtig sind und sich lieben. Für jeden ist das etwas anderes. Mehr Mithilfe im Haushalt, Geschenke , Zärtlichkeit oder was auch immer.

Phase 7: Verzweiflung/Leichen im Keller

Eine Affäre zu überstehen bedeutet, die Beziehung auf ein neues Level zu heben, bzw. eine völlig neue Beziehung zu erschaffen. Es ist nichts mehr, wie es vorher war, und das ist gut so. Manchmal scheint ein Verzeihen unmöglich, die Wut kommt wieder hoch und Sex ist undenkbar.

Es ist völlig normal, in frühere Phasen zurück zu fallen. Die Verzweiflung, es nicht zu schaffen, taucht immer wieder auf. Hier wird es schmerzhaft, weil die alten Denkstrukturen und Verhaltensmuster in Frage gestellt werden. Die ein oder andere Betrogene stellt sich die Frage: „Warum soll ich mich verändern? ER ist doch fremdgegangen!“

Es dürfen sich BEIDE verändern und das ist ein lebenslanger Prozess. Eine Beziehung ist immer im Wandel und nur wenn wir lernen, diese Wellen zu surfen, leben wir erfüllt und glücklich zusammen.

Phase 8: Verzeihen

Niemals werden Ella und Hannes vergessen, was passiert ist. Hannes muss sich selbst verzeihen und Ella ihm. Gelingt es den Beiden, das Konzept der Treue in Frage zu stellen, anstatt sich selbst oder die Beziehung, sind sie einen großen Schritt weiter.

Monogamie ist kein Gesetz wie die Schwerkraft. Monogamie ist ein Konzept, welches von Männern eingeführt wurde, um die Sexualität der Frau zu kontrollieren und sich sicher zu sein, wer wessen Kind aufzieht. Monogamie ist ein Kind der Angst und kein Kind der Liebe.

Monogam zu leben ist nicht die menschliche Natur, es ist eine Entscheidung. Wie vegetarisch oder vegan zu leben. So wie manchem Veganer beim Anblick eines Schnitzels das Wasser im Munde zusammen läuft, so ist es völlig normal, dass wir trotz Beziehung auch andere Menschen anziehend finden.

Phase 9: Vertrauen

Wenn Ella und Hannes es schaffen, die Krise zu überstehen, gibt es keine Garantie, dass das nicht wieder passieren wird. Wir wissen, dass Autofahren gefährlich sein kann, und doch fahren wir, selbst nach einem Unfall. Wir vertrauen einfach darauf, dass schon alles gut gehen wird.

Die beiden können darauf vertrauen, dass ihre Ehe allen Herausforderungen gewachsen ist. Sie können vertrauen, dass sie immer einen Weg finden, glücklich zu sein. Ob miteinander oder ohne einander. Vertrauen ist nichts, was wir verdienen. Vertrauen ist etwas, was wir verschenken.

Das bedeutet nicht, dass nur Ella Hannes wieder vertrauen muss, sondern dass beide ihr Vertrauen stärken müssen.

  • Das Vertrauen in sich selbst – Selbstvertrauen (besonders für Hannes wichtig!)
  • Das Vertrauen in die Beziehung
  • Das Vertrauen in den Partner
  • Das Vertrauen ins Leben

Phase 10: Next Level

Ella und Hannes haben es geschafft. Sie sind heute glücklicher, als sie es vor der Affäre waren. Ihr Sexleben ist leidenschaftlicher und sie gehen sehr viel achtsamer miteinander um. Die Gespräche sind tiefer und sie sind stolz darauf, die Krise gemeistert zu haben. Sie leben weiterhin monogam, sind jedoch deutlich offener geworden.

  • Offen für Fehler
  • Offen für Träume und Ziele
  • Offen für Veränderungen
  • Offen für die Bedürfnisse des Anderen
  • Offen für neue Ideen und Impulse

Auch wenn sie sich nie wieder so eine heftige Krise wünschen, sind sie rückblickend dankbar dafür.

Jede Beziehung kann eine Affäre überstehen.

Dafür braucht es Mut, Hingabe und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Und im Idealfall die Unterstützung von jemandem, der sich damit auskennt ;-).

Das Online-Coaching-Programm „Neubeginn 2.0 – Back to Love“ habe ich für Frauen entwickelt, die von ihrem Partner betrogen wurden und einen Weg suchen, wieder zu vertrauen und zu lieben. Es nimmt die Betroffenen an die Hand und führt sie behutsam und lustig durch die 10 Phasen nach der Affäre.

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst
Melanie

Dies ist ein Gastartikel von: Melanie Mittermaier: Bloggerin, Speakerin, Liebes-Coach

Spezialisierung auf langjährige Liebesbeziehung + Fremdgehen. Mit ihren ungewöhmelanie-mittermaiernlichen und teilweise polarisierenden Ansichten ermöglicht Melanie Mittermaier den Menschen eine völlig neue Sicht auf Treue und die Liebe. Ihre ehrliche, offene und etwas freche, bayerische Art begeistert die einen und verärgert die anderen. Jeder, der seine Beziehung über Jahre hinweg unkonventionell, lustig und erfüllend leben möchte, ist bei ihr gut aufgehoben. Online und im echten Leben.

 

Foto: © stokkete

Kennst du deine Bedürfnisse für eine glückliche Beziehung wirklich?

Kennst du deine Bedürfnisse für eine glückliche Beziehung wirklich?

Ich brauche eine tiefe emotionale Bindung zu meinem Partner, um eine glückliche Beziehung zu führen. Kann er das nicht leisten, werden wir kein Paar.

Klingt zu fordernd? Finde ich ganz und gar nicht. Denn: Wir werden meistens dann von unserem Partner enttäuscht, wenn unsere Erwartungen an ihn und an die Beziehung nicht erfüllt werden.

Ein häufiger Fehler, den Frauen machen, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden

Wir zerbrechen uns den Kopf, über alles, eigentlich über jede Kleinigkeit. Und auch wenn ich mich darin übe (und es schon sehr viel besser geworden ist), ich erwische mich selbst dabei, dass ich mir über manche Dinge unnötig den Kopf zerbreche.

Ein Beispiel zur besseren Erläuterung des etwas theoretischen Hintergrunds:

Nehmen wir an, du hast jemanden kennengelernt und würdest den Mann gerne wiedersehen und besser kennenlernen. Dann, nach mehreren Treffen, meldet er sich nicht mehr oder sagt dir offen, dass aus euch nichts wird.

Was machst du? Sehr wahrscheinlich denkst du sowas wie „Hätte ich doch nur xyz und xyz anders gemacht, dann wäre es vielleicht anders gekommen“ oder „Vielleicht hätte ich xyz nicht sagen sollen, weil er xyz“.

Du bist unsicher und fragst dich, was du falsch gemacht hast – anstatt warum er so reagiert, wie er es tut. Du suchst nach einer konkreten Handlung und nicht nach dem Hintergrund, nach dem Gefühl, das diese Reaktion ausgelöst hat.



Unsere Entscheidungen sind von unserem Bauchgefühl abhängig

Menschen sind von Gefühlen geleitet. Emotionen sind das erste, das wir für jede Situation entwickeln.

Die Art und Weise wie wir miteinander umgehen, gibt uns ein Gefühl füreinander. Aus diesem Gefühl resultiert die Entscheidung, ob wir jemanden mögen oder nicht. Und genau dieses Bauchgefühl entscheidet auch maßgeblich darüber wie es weitergeht.

Wie und warum wir emotional so reagieren wie wir es tun, setzt sich aus einer Vielzahl von bewussten und unbewussten Faktoren zusammen. Das wiederum macht es sehr schwer, genau die eine Handlung herauszufiltern, die eine bestimmte Reaktion hervorgerufen hat.

Nicht unsere Handlungen, sondern unsere Erwartungen sind das Ausschlaggebende 

Das permanente Fragen nach dem Warum in deinen Handlungen, kann dich verrückt machen, denn du wirst keine Antwort darauf bekommen. Und: Handlungen sind immer eine subjektive Interpretation der Situation.

Frage dich stattdessen:

  • Was steckt dahinter?
  • Warum hat er so reagiert?
  • Woher kommt das?
  • Welches Gefühl hat deine Handlung ausgelöst?

Wichtig ist an dieser Stelle zu verstehen, dass nicht du, sondern seine emotionalen Erwartungen und Bedürfnisse hinter seiner Reaktion stecken.

Analysiere nicht deine Handlungen, hinterfrage die hervorgerufenen Gefühle

Verwirrend? Eigentlich ist es ganz einfach: Das Zauberwort heißt Empathie. Versuche dich in den anderen hineinzuversetzen.

Anstatt also danach zu schauen, was du gesagt oder getan hast, das (in deinen Augen) hätte falsch sein können, versuche herauszufinden, was in deinem Gegenüber vorgeht. Und vor allem was er von einer Beziehung erwartet.

Dazu ist es allerdings essentiell, dass du weißt, was du für emotionale Erwartungen und Bedürfnisse hast und dich dann fragst, welche seine sind. Mark Manson hat dazu drei fundamentale Emotionen herausgearbeitet, warum wir Beziehungen eingehen:

  1. Status: Das Gefühl wichtig, anerkannt oder jemandem überlegen zu sein; sich gefordert fühlen.
  2. Verbundenheit: Sich verstanden und geschätzt fühlen und die gleichen Wertvorstellungen mit jemandem zu teilen.
  3. Sicherheit: Sich sicher fühlen. Jemandem vertrauen und sich auf jemanden verlassen können.

Uns allen gemein ist, dass wir diese Bedürfnisse haben und in einer Beziehung erfüllen möchten. Der Unterschied ist nur: Die Prioritäten und Ausprägungen sind anders. 

Wie eingangs erwähnt, spielt für mich das Gefühl der Verbundenheit eine essentielle Rolle, gefolgt von Sicherheit. Würde ich nun einen Mann treffen, für den das Verbundenheitsgefühl eine untergeordnete Rolle spielt, da er großen Wert auf Status legt, hätten wir keine gemeinsame Zukunft.

Wenn Bedürfnisse und Erwartungen nicht übereinstimmen, ist eine glückliche Beziehung unmöglich

Ein banal klingender Satz, ja. Aber war dir das so bewusst? Also wirklich bewusst, nicht unterbewusst bewusst, wenn du verstehst was ich meine.

Wir Frauen neigen oft dazu unsere eigenen Bedürfnisse auf einen Mann zu projizieren und als selbstverständlich anzunehmen, dass er das Gleiche von einer Beziehung erwartet. Bei mir hat es eine Weile gedauert bis ich verstanden habe, dass es so nicht funktioniert.

Ich konnte nicht verstehen, warum jemand eine Beziehung führen möchte, und dabei nicht als oberstes Bedürfnis das Verbundenheitsgefühl befriedigen möchte. Aber: Das ist so. Warum das so ist, kann unzählige Gründe haben, die durch unsere Erziehung und unsere Sozialisation geprägt wurden.

Um das Warum soll es aber nicht gehen, sondern um das Verständnis dafür, dass es so ist.

Ein Beispiel:

Sagen wir du bist mit einem Mann zusammen, der attraktiv und in deinem Freundeskreis sehr bliebt ist. Du selbst findest ihn allerdings etwas egozentrisch, und ab und an ist er unzuverlässig. Was machst du?

Wenn du jemand bist, dem Status am wichtigsten ist, wirst über die ‘Störfaktoren’ hinwegsehen, denn du bekommst Anerkennung dafür, dass er dein Freund ist. Wenig Verbundenheit und eine etwas oberflächliche Beziehung unterliegen also deinem Statusbedürfnis.

Wenn du aber jemand bist, dem Sicherheit am wichtigsten ist, wirst du nicht glücklich sein, denn die Unzuverlässigkeit und der Egoismus vermitteln dir ein seltsames und unsicheres Gefühl. Dein Bedürfnis nach jemandem, dem du vertrauen und auf den du dich verlassen kannst, überwiegen und machen eine Beziehung mit diesem Mann unmöglich.

Ein weiteres Beispiel:

Wenn du dich nach Sicherheit sehnst, nach jemandem auf den du dich verlassen kannst, wirst du eher dazu neigen, ‘deinem potentiellen Mann’ öfter zu texten als jemand, dem Status wichtiger ist.

Hat er ebenfalls Sicherheit als höchstes Bedürfnis, wird es ihn freuen regelmäßig von dir zu hören und er wird dir auch gerne antworten. Geht es ihm eher um Status (“Hey, schau mal, die sexy Frau ist meine Freundin!”), wird er wohl eher wortkarg sein und deine Handlungen als klammernd wahrnehmen. Das wiederum zeigt ihm dein Bedürfnis nach Sicherheit und kann ihn dazu bewegen, dass er sich nicht mehr meldet.

Es sind also nicht deine Nachrichten an sich oder was du geschrieben hast (deine Handlung), die ihn zu seiner Reaktion veranlassen, sondern deine Erwartungen (“Ich brauche Sicherheit, und das erwarte ich von dir.”) und die Gefühle, die du dadurch bei ihm auslöst. Er kann und will dir dieses Bedürfnis nämlich nicht erfüllen.

D.h. du musst dann entscheiden, ob du den Kompromiss eingehen möchtest, dich immer zurückhalten zu müssen, wenn du ihm schreiben möchtest oder dich dafür entscheiden dir einen anderen Mann zu suchen.

Verstehst du worauf ich hinaus möchte?

Wie kannst du jemandem das Gefühl geben, nach dem er sucht?

Der Knackpunkt liegt darin die Motivation und nicht die Handlungen des anderen zu betrachten.

Das Schlagwort ist hier: WARUM?

Warum hat er das gesagt? Warum beachtet er mich nicht, wenn seine Kumpels dabei sind? Warum ist er immer anders, wenn wir nur zu zweit sind?

Die Antwort auf das Warum hilft dir herauszufinden was seine Motivation ist.

Wenn du seine Motivation kennst, kannst du Verständnis dafür entwickeln – oder auch nicht. Wenn du Verständnis dafür entwickeln kannst, kannst du besser mit solchen Situationen umgehen.

Wenn nicht, hast du einen Anlaufpunkt das Gespräch mit ihm zu suchen oder du merkst, dass du wahrscheinlich auf Dauer nicht glücklich mit ihm wirst, weil du zu viele Kompromisse eingehen musst.

Achte auch immer auf die Körpersprache und die nonverbale Kommunikation. Übrigens ein Thema, das dir in allen Lebenslagen hilft, nicht nur bei der Partnersuche.

Was will ich dir mit dieser ganzen Theorie vermitteln?

  • Werde dir darüber im Klaren welche emotionalen Erwartungen und Bedürfnisse für dich in einer Beziehung befriedigt werden müssen, damit du glücklich sein kannst. Nur so kannst du deine Grenzen festlegen und weißt welche Kompromisse du eingehen kannst und welche nicht.
  • Verstehe, dass nicht jeder die gleichen Erwartungen und Bedürfnisse an eine glückliche Beziehung hat.
  • Wenn jemand deine Erwartungen nicht erfüllt, hinterfrage seine Emotionen und versuche seine Motivation für seine Reaktion und Handlungen zu analysieren.
  • Wenn es dir gelingt die Motivation deines Gegenübers herauszufinden, kannst du leichter damit umgehen und entscheiden wie du weitermachst.
  • Ganz wichtig: Verstell dich nicht und geh keine Kompromisse ein, mit denen du nicht leben kannst! Versuche zu akzeptieren, dass er vielleicht eine andere Erwartung an eine Beziehung hat und ihr nicht zusammenpasst. Denn in einer glücklichen Beziehung geht es immerhin darum, dass du und auch er auf eure Kosten kommt.

Signatur

Foto: © Zsolnai Gergely