Wie du loslassen und verzeihen lernst – Praktiken, die dir dabei helfen

Wie du loslassen und verzeihen lernst – Praktiken, die dir dabei helfen

Ein Gastbeitrag von Michaela Walter.

Du fühlst dich einsam, verlassen, hilflos, verletzt und unglaublich leer? Du möchtest gerne loslassen und verzeihen, aber es klappt einfach nicht?

Im Kopf dreht ein Gedanke eine ständige Schleife: WARUM?

Und du suchst Antworten darauf. Diese verzweifelten Versuche führen dich in die Wut, vielleicht sogar in den Hass, ins Selbstmitleid, den Mangel, in die Verzweiflung und in den Minderwert.

Sie führen selten jedoch zu dir selbst und meistens auch nicht heraus aus deiner Trauer.

Wenn deine Seele Trauer trägt, dann wehen alle Fahnen nur noch auf Halbmast. Im Herzen weht nicht mal mehr ein laues Lüftchen. Du traust dir selbst nicht mehr. Das Gedankenkarussell dreht sich ununterbrochen und bestimmt dich und dein Handeln ganz und gar.

Dein Selbstwertgefühl schrumpft auf Erbsengröße und dein Geisteszustand nimmt erbärmliche Formen an.

So lange du jedoch festhältst, besteht die Quelle deines Leidens weiter.

Diese Geschichte, die vielleicht längst beendet war und nur du hast es nicht mitbekommen. Du wolltest es vielleicht einfach nicht wahrhaben. Vielleicht war es auch nie eine Geschichte und nur du hast sie zu einer gemacht.

Wie oft haften wir an Menschen und Beziehungen, wollen dass sie bleiben, auch wenn wir als eine der Hauptpersonen in dieser Geschichte todunglücklich sind und leiden? Wir laufen irgendwelchen Idealzuständen hinterher, die es bei neutraler Betrachtung einfach nicht mehr gibt.

Das Warum wird größer und größer, dabei willst du nur dein Leben zurückhaben.

Wie aber kommst du weiter, wie kannst du aus dieser Gedankenschleife ausbrechen?

Loslassen und verzeihen, sind die Schlüssel dazu.

Wir haben ihn alle schon gehört, diesen wunderbaren Ratschlag: Du musst loslassen, dann wird alles gut.

„Loslassen, du brauchst nur loslassen, Michaela.“ Na, das ist mal ein super Tipp. Das war mein erster Gedanke. Dieser Ratschlag ist besonders wertvoll, wenn du gerade so richtig fertig bist.

Ich habe nach 24 gemeinsamen Jahren, zwei Kindern und 20 Jahren Ehe, eben diese beendet.  Ich selber habe einen langen Anlauf gebraucht, um zu der Entscheidung zu kommen, mich von meinem Mann zu trennen.

Ich hatte Angst davor zu gehen. Ich wollte diese Ehe aufrechterhalten, koste es was es wolle. So habe ich gelitten, mich gequält und bin tief in mir versunken. In dieser Zeit habe ich eine RIESEN Mauer um mein Herz gebaut.

The show must go on!

Im Oktober 2013 habe ich dann den Mut gehabt zu sagen, dass ich nicht mehr kann. Natürlich hat er mich nicht verstanden, es gab viele Vorwürfe, verzweifelte Versuche seinerseits und unendlich viele Verletzungen, ganz sicher für uns beide.

Ich bin nach meinem Auszug und somit der offiziellen Trennung total abgeschmiert, habe eine Woche im Bett gelegen und die Decke angestarrt. Hätte es nicht meine Tochter gegeben, damals 18 und im Abistress, ich wäre wahrscheinlich erst einmal für ein paar Monate versumpft.

Ich habe alle Phasen von Wut, Hass über Selbstmitleid und Mangel bis hin zu großer Traurigkeit und großem Minderwert sehr intensiv erlebt. Es gab immer wieder viele Schritte zurück. Aber: Ich habe es geschafft! Ich bin heute sehr stolz auf mich. Simone beschreibt dies wunderbar in ihrem Artikel über die 4 Phasen einer Trennung.

Klar habe ich mich in dieser Zeit oft gefragt, wie kommst du da raus, wie geht es weiter?

Da war immer wieder dieses Loslassen. Okay, aber was bedeutet das für mich und wie soll ich etwas loslassen, wenn mir lieber zum Töten zumute wäre?

Loslassen, als ginge es darum etwas Unangenehmes wegzuschmeißen, es zu entsorgen, einfach beiseite zu schieben, damit du nichts mehr damit zu tun hast, ist es das?

Leider funktioniert das eben nicht so einfach mit dem Loslassen, denn je mehr du dich auf das konzentrierst, was du loswerden willst, umso größer machst du es und es scheint schier unmöglich zu sein, dass es sich verabschiedet.

Für mich ist Loslassen ein Prozess, der aus drei Schritten besteht. Ich zeige dir hier welche das aus meiner Sicht sind:

Der Anfang vom Loslassen: Ankommen lassen

Es geht beim Loslassen nie darum, Gefühle oder Erlebtes zu verdrängen, sondern vielmehr darum, diese Gefühle einzuladen und sie anzunehmen, statt davor wegzulaufen.

Das bedeutet, das Weglaufen, oder massive Ablenkungsmanöver, das Problem nur überlagern, aber ganz sicher niemals lösen werden. Von mir aus nimm dir auch dafür die Zeit, aber du solltest im Auge behalten, dass dies niemals die Lösung ist.

Ich empfehle dir also mit dem Gegenteil zu beginnen. Lade dein Thema, welches auch immer es ist, zu dir ein. Ganz bewusst. Erlaube ihm sich Raum zu nehmen, es darf da sein, sich fühlen lassen, mit allem was es bei sich trägt.

Wehre dich nicht dagegen, sondern nimm es ganz bewusst wahr, mit all seinen Gefühlen, die es in dir auslöst. Das ist ein Teil von dir, aber das bist nicht du.

Der zweite Schritt: Seinlassen

Ich weiß, wenn du noch sehr verletzt bist, dann ist das gar nicht so leicht. Dennoch empfehle ich dir dein Thema nicht zu bewerten.

Gefühle sind dann erst gut, oder schlecht, wenn wir sie dazu machen.

Es geht vielmehr darum, dass du es einfach sein lässt, schaust und zuhörst:

  • Was hat es dir zu sagen? Bringe dich in die Position der Beobachterin und beobachte dich selber, jedoch bewerte NICHT.
  • Verändert sich etwas, wenn du es einfach nur da sein lässt?
  • Siehst du die Grenze dieses Themas?
  • Gibt es einen anderen Weg damit umzugehen?

Auch wenn es jetzt sofort keine Lösung dafür gibt, dann hast du vielleicht doch die Möglichkeit ihm einen anderen Platz in deiner Gedankenwelt zuzuweisen. Einen Platz, an dem dieses Thema nicht ständig deine ganzen Gedanken einnimmt. Schaffe dir damit Raum, wieder durchzuatmen, Energie zu tanken und dich Stück für Stück wieder selbst zu entdecken.

Manchmal will dieses Thema auch einfach nur erkannt werden und du kannst ihm Sicherheit geben, indem du ihm sagst, dass du dich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mit ihm beschäftigst.

Man muss nicht immer über den Berg klettern, man kann auch neue Wege finden und darum herum gehen. Gerade bei diesem zweiten Schritt des Seinlassens, geht es nicht darum alles bis ins Detail aufzudröseln.

Mache aus dem Riesen, ein Ding auf Augenhöhe. Erlaube dir all deine Gefühle zu deinem Thema, aber erkenne, dass das nicht du bist. Es ist vielmehr ein vorübergehender Zustand, der dir hilft dich weiterzuentwickeln.

Der dir zeigt, was du nicht bist und wer du wirklich bist: Eine wundervolle Frau, liebenswert und einmalig.

Der dritte Schritt: Loslassen

Es hört sich vielleicht seltsam an, aber manchmal wollen bestimmte Dinge einfach nur deine Aufmerksamkeit. Erkenne die verschiedenen Gefühle, Gedanken und Handlungen, als etwas, das sich dir mitteilen will. Sie wollen beobachtet und beachtet werden, dann sind sie bereit sich von dir zu lösen.

So ist also das Loslassen gar keine aktive Handlung, sondern vielmehr ein sich bewusstmachen, eine Erlaubnis, die du dir selber gibst, dein Thema freizulassen.

Das alles ist ein Prozess, der Zeit braucht und eben nicht von heute auf morgen funktioniert. Bei so großen Themen, wie einer Trennung zum Beispiel, werden wir ja mit so vielen unterschiedlichen Gefühlen und oft eben auch Verletzungen konfrontiert, dass man am besten beginnt, diese häppchenweise kleiner zu machen.

Mache es in deinem Tempo. Es kann immer mal wieder auch Schritte zurück geben, aber mit jeder Erlaubnis, die du dir selber gibst, dass du eben diese Gefühle haben darfst, verlieren sie ihren Schrecken.

Aus diesem angsteinflößendem Riesen, „Ich bin verlassen worden“, oder „Ich verlasse“, kann ich mit der Zeit kein freundliches Wesen machen, zumindest aber etwas Neutrales.

So bedeutet für mich also Loslassen, sich befreien.

 

Kommen wir zu dem zweiten Schlüssel, dem Verzeihen.

Das Verzeihen ist für mich der krönende Abschluss vom Loslassen und ist sehr eng damit verbunden. Verzeihen bedeutet nicht, die Dinge gutzuheißen. Verzeihen schenkt dir deine innere Heilung, deinen inneren Frieden.

Nimm dir Zeit dafür, denn auch das ist ein Prozess. Es geht nicht nur darum deinem Ex-Partner zu verzeihen, sondern auch darum, dir selber zu verzeihen.

Wenn du vergibst, dann tust du das um deinetwillen und nicht, weil ein anderer es verdient hätte.

Ich habe gute 1,5 Jahre gebraucht, um loszulassen und zu verzeihen und das nur, weil ich wirklich sehr intensiv daran gearbeitet habe und es noch immer tue. Hätte ich dieses Thema sich selbst überlassen, so würde ich noch heute leiden. Ich hätte den Weg zu mir selbst niemals gefunden.

Dem Ex-Partner verzeihen, das war auch für mich ein großer Schritt. Immer wieder fällt man doch dieser Schuldfalle zum Opfer. Es lässt sich einfach leichter mit dem Finger in eine andere Richtung zeigen, als bei sich selber zu schauen. Hinzu kommen meistens aktuelle Auseinandersetzungen und vor allem die Meinungen von außen. Da wird aufgestachelt und die eigene Opferhaltung damit nur verstärkt.

In meinen Augen, ist es jedoch für eine vollständige Heilung, unabwendbar sich mit dem eigenen Verhalten, insbesondere sich selbst gegenüber auseinanderzusetzen.

Wir Frauen neigen leider häufig dazu, uns in einer Opferrolle einzumauern.

Wie lange warst du in der Opferhaltung, hast Dinge hingenommen, dich selber runtergeputzt und es einfach zugelassen, dass du so behandelt wirst? Hast dich obendrein auch selber schlecht behandelt. Bist du vielleicht noch in dieser Rolle?

Es ist also wichtig für dich und deine Heilung, dass du dir Raum gibst und dich selber beginnst neutral von außen zu betrachten.

Nur so erreichst du die Erkenntnis darüber, dass es bei dir selber etwas zu verzeihen gibt. Und hier geht es keinesfalls um die Schuldfrage.

Verzeihe dem Anderen und verzeihe dir selbst!

Es gibt eine wunderbare Praktik, die ich dir sehr ans Herz legen möchte. Ich habe sie in dieser Zeit häufig gemacht und letztendlich konnte ich tatsächlich verzeihen: Ihm und MIR.

Diese Praktik ist nur dann eine Garantie für Verzeihen, wenn du bereit dafür bist. Das Üben des Loslassens ist ebenfalls eine Voraussetzung dafür, sonst werden es nur leere Worte bleiben. Bereit dafür sein, heißt für mich in diesem Fall, du musst es wirklich wollen. Keine Ausreden mehr, kein Wischiwaschi.

Halb verzeihen gibt es genauso wenig, wie es halb schwanger gibt.

Die Praktik

Ich rufe die Seele von…

Ich bedanke mich bei dir für alles Negative, was ich durch dich erfahren durfte.

Du hast keine Schuld und ich habe keine Schuld.

Ich verzeihe dir und ich verzeihe mir.

Zu Beginn dieser Übung ist es normal, wenn du auf viel Widerstand in dir stößt. Übe weiter, täglich, wenn du magst. Das Gefühl der Vergebung wird sich in dein Bewusstsein einschleichen. Immer mehr.

Dein Geist wird sich immer befreiter fühlen, deine Gedankenwelt kommt langsam aber sicher zur Ruhe. Er ist nicht mehr der Nabel deiner Welt und glaube mir, das fühlt sich richtig gut an.

Für dich zusammengefasst

  • Loslassen ist ein Prozess in drei Schritten.
  • Nimm dir Zeit dafür.
  • Erlaube dir alle Gefühle zu haben, die da sind. Sie sind ein Teil von dir, aber das bist nicht du.
  • Loslassen, bedeutet sich befreien.
  • Verzeihen ist der krönende Abschluss vom Loslassen.
  • Verzeihen schenkt dir deine innere Heilung und deinen inneren Frieden.
  • Du tust es für dich und für niemanden sonst.
  • Mach es in deinem Tempo.

Ich wünsche dir deinen inneren Frieden und bin sehr glücklich, wenn ich dir auf diesem Weg ein wenig dabei helfen kann. Schreibe mir, wie es dir dabei geht.

Alles Liebe,

deine Michaela

Foto: © Sergey Nivens

Kindofbeauty_Michaela

Michaela arbeitet seit 24 Jahren erfolgreich als selbständige Unternehmerin. Dabei sind ihr immer wieder die gleichen Themen begegnet: der Mangel an Selbstbewusstsein und Selbstliebe. Mit ihrem Blog KINDOFBEAUTY hilft sie Frauen dabei, mutig und selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen und sich selbst zu finden.

 

 

Zum Ex zurück: Wann taugt die recycelte Liebe?

Zum Ex zurück: Wann taugt die recycelte Liebe?


Ich bekomme immer wieder Emails mit dem Anliegen den oder die Ex zurückgewinnen zu wollen. Ich habe dir ja bereits fünf Gründe genannt, warum das keine gute Idee ist, aber heute möchte ich mich etwas darauf fokussieren, wann es denn klappen kann.

Zunächst möchte ich dir aber ein paar Denkanstöße geben, mit denen du dich tatsächlich intensiv beschäftigen solltest, bevor du überhaupt darüber nachdenkst, deine/n Ex zurück zu wollen und für eure Beziehung zu kämpfen.

Die zentrale Frage lautet: WARUM möchtest du deine/n Ex zurück? 

Wahrscheinlich wirst du jetzt sagen: „Na, weil ich ihn/sie liebe“. Und hier ist der springende Punkt: Ist das tatsächlich so?

Und wenn du glaubst, dass das so ist, dann frage dich: Liebst du ihn/sie mehr als dich selbst? Denn wenn du ihn/sie aus den falschen Gründen (z.B. der Angst vor dem Alleinsein) zurück möchtest, dann stellst du die Liebe für einen anderen Menschen über deine Selbstliebe. Und das ist niemals eine gute Idee. Niemals.

Sieh es doch mal so, ihr habt euch getrennt, weil es einen Grund dafür gab. Und wenn es diesen nicht gäbe und dein/e Ex genauso an eurer Beziehung festhalten würde wie du, dann wärt ihr nicht getrennt.

Gut, ich gebe zu das ist sehr schwarz-weiß gedacht und einfach gesagt als getan, das weiß ich. Und ja, es gibt Ausnahmen, in denen du zu deiner/m Ex zurück kannst oder sogar solltest. Sie sind rar, aber es gibt sie.

Wann macht es Sinn zum Ex zurück zu gehen?

  1. Wenn ihr es beide wollt

Ja, das klingt zu einfach, ist aber so. Manchmal sehen wir erst was uns fehlt, wenn wir es nicht mehr haben. Und das kann von beiden Seiten ausgehen. Wenn ihr euch getrennt habt, dann empfehle ich euch auf jeden Fall eine Kontaktsperre (dazu hier auch ein sehr guter YT Channel mit vielen guten Tipps!). Erstens fällt es euch in dem Fall leichter den anderen loszulassen und zweitens ist das die einzige Möglichkeit, um festzustellen, ob ihr euch vermisst.

Und ganz ehrlich: Du wirst einen anderen Menschen nur dann dazu bringen können, wenn du nicht mehr da bist, nicht permanent erreichbar bist. Mach dich rar, und zwar nicht im Sinne eines Spielchens, sondern für dich! Finde heraus, ob du deinen Ex zurück möchtest, ihn/sie vermisst und gib auch gleichzeitig ihm/ihr die Chance dich zu vermissen.

Das ist nicht immer ganz einfach, und kann natürlich auch sehr schmerzhaft sein. Aber wenn die Trennung schon da ist, ist das der einzige wirklich Weg herauszufinden wie es für euch beide weitergeht.

Und: Es kann sehr gut sein, dass ihr beide feststellt, dass eine Trennung nicht das ist, was ihr wollt und dann könnt ihr die Karten neu mischen.

  1. Wenn es eine Kurzschlussreaktion war

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du erwachsen bist und dich und deine Emotionen im Griff hast. Nichtsdestotrotz kann jedem mal – aus welchem Grund auch immer, meist aus Angst und/oder Unsicherheit – eine Sicherung durchbrennen, die zu einer übereilten Kurzschlussentscheidung führt.

Nicht wirklich schön und mit Sicherheit liegt auch dann schon etwas im Argen in deiner Beziehung, aber durchaus eine Situation, über die man reden kann. Das kommt natürlich auch auf die Umstände an wie du dich getrennt hast, logisch.

Sollte dir das passiert sein, dann sei so ehrlich zu deinem/r Ex, erläutere wie es dazu kam und entschuldige dich für deine Übersprunghandlung. ABER: Wie gesagt, dass es dazu kam, hat einen Grund. Der liegt entweder in eurer Beziehung oder in dir! Analysiere genau warum du dich so verhalten hast, wie es soweit kommen konnte und was du bzw. ihr verändern könnt und solltet. Denn wenn du ein anderes Resultat möchtest, dann solltest du deine Handlungen verändern.

Die gleichen Aktionen rufen in der Regel die gleichen Reaktionen hervor.

  1. Bei einer vereinbarten Trennung auf Zeit

Die besten Beziehungen haben eine Krise, und das ist auch normal, denn eine Beziehung unterliegt immer einer Dynamik – nicht nur romantische, sondern jede Art von zwischenmenschlicher Beziehung. Und das ist auch gut so, denn wir alle verändern uns im Laufe des Lebens, wir wachsen an unseren Herausforderungen und entwickeln uns.

Das stellt uns dauerhaft vor die Herausforderung unsere Beziehung in Takt zu halten und uns nicht gegenseitig zu verlieren. Und genau diese Herausforderung kann auslösen, dass Paare sich dazu einigen sich auf Zeit zu trennen, um herausfinden was sie möchten und wie sie sich ihr weiteres Leben vorstellen.

Und das kann eine riesen Chance sein! Aber nur dann, wenn ihr beide diese Zeit auch tatsächlich dazu nutzt, um herausfinden was eure Wünsche und Träume sind und was ihr braucht, um eine glückliche Beziehung führen zu können.

Wenn ihr das beide tut und zu dem Entschluss kommt, dass euer Lebenskonzept und eure Lebensplanung zueinander passen und ihr den Weg weiterhin gemeinsam gehen wollt, dann macht es absolut Sinn zu deinem/r Ex zurück zu gehen.

Und wenn mein/e Ex fremdgegangen ist?

Eine Affäre kann die besten Beziehungen zerstören, und das auch nicht gerade selten. Es erfordert Kraft, Wille und den Mut wieder Vertrauen aufbauen zu wollen und können, aber es ist möglich, dass eine Affäre eine neue Chance für eure Partnerschaft bedeutet. Wie genau du deine Beziehung trotz Affäre retten kannst, hat meine liebe Kollegin Melanie Mittermaier in ihrem Coaching Programm „Back to Love“ für dich erläutert.

Brauchst du hilfreiche Tipps wie du deinen Ex zurückgewinnen kannst?

Wenn du dir also sicher bist, dass du deinen Ex aus dem richtigen Grund zurück möchtest, dann kann ich dir ans Herz legen die Tipps von https://ex-ratgeber.info/ zu lesen. Dort bekommst du unter anderem 10 Tipps und lernst die 10 tödlichen Fehler, wenn es darum geht deinen Ex zurück zu gewinnen. Bei https://interfe.net/ kannst du außerdem nachlesen, was es mit der 5-Phasen-Strategie auf sich hat.

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Foto: © doodko

Schuldgefühle nach der Trennung – So wirst du sie los

Schuldgefühle nach der Trennung – So wirst du sie los

Schuldgefühle nach einer Trennung können sehr quälend sein. Immer wieder spielen wir in Gedanken durch, was wir alles falsch gemacht haben und was wir hätten besser machen sollen, um den Partner erst gar nicht zu verlieren.

„Wenn ich mich nur anders verhalten (oder mich geändert) hätte, dann wäre er noch bei mir.“

Diese Aussagen höre ich sehr oft und habe sie mir damals auch selbst immer wieder vorgepredigt.

Auch ich gab mir die ganze Schuld am Scheitern meiner Ehe und habe alles andere ausgeblendet, was mein Ex-Mann falsch gemacht hat. Wie unfehlbar und perfekt er doch plötzlich war.

Aber ist das wirklich so, dass allein eine Veränderung deines Verhaltens, die Beziehung hätte retten können? Und was ist dann mit ihm, deinem Ex-Partner? Hatte er nicht ebenso viel Verantwortung für die Beziehung?

Trennungsschmerz verändert unsere Wahrnehmung

Wenn wir verlassen werden, dann sehen wir die Welt plötzlich in einem anderen Licht und wir übernehmen mehr Verantwortung für die Situation, als wir in Wahrheit haben. Wir sehen nur noch unsere eigenen Fehler, die wir in der Partnerschaft gemacht haben und es wird uns mit einem Schlag bewusst, was wir doch hätten anders machen sollen.

Und auch wenn wir tatsächlich alle diese Fehler gemacht haben, für die wir uns so schuldig fühlen und die wir im Nachhinein so sehr bereuen, wir waren nicht allein verantwortlich für die Partnerschaft!

Wir tragen immer nur 50 Prozent der Verantwortung, die anderen 50 Prozent liegen beim Partner, das gilt für das Funktionieren einer Partnerschaft, genauso auch für das Scheitern.

Schuldgefühle quälen uns deshalb so sehr, weil wir die Ex-Beziehung nur noch aus einem sehr eingeschränkten Blickwinkel wahrnehmen, der uns in unserer Phantasie, zum Alleinschuldigen macht.

Ein ehrlicher Blick auf die Situation

Wenn wir aber mal ganz ehrlich hinschauen, so sehen wir, dass unser „Fehlverhalten“, nicht selten eine Reaktion auf das Verhalten des Partners war. Oft gab es schon länger endlose Diskussionen und Streitereien, über die man sich nicht einigen konnte. Vielleicht hat dein Ex-Partner dir sogar seinen Standpunkt klar gemacht und du hast es einfach nicht ernst genommen oder es ignoriert und gibst dir nun die Schuld.

Was immer du deiner Meinung nach falsch gemacht hast, frage dich selbst an dieser Stelle mal ganz ehrlich:

Hättest du dich wirklich anders verhalten können? Oder gab es nicht sogar Gründe dafür, warum du so reagiert und gehandelt hast, wie du es getan hast?

Vielleicht ist dein Ex-Partner auch gar nicht so unschuldig an der Situation, wie deine Selbstvorwürfe dir einreden. Hier solltest du wirklich ehrlich zu dir sein.

Beziehung heißt Veränderung

Egal wie wir es auch betrachten, letztlich geht es am Ende nicht mehr um die Frage der Schuld, denn wenn deine Partnerschaft schon zerbrochen ist, dann bringen dich deine Selbstvorwürfe nicht mehr weiter. Was du aber tun kannst ist, aus dieser Erfahrung zu lernen und deine innere Einstellung zu verändern.

Die schlimmsten Schuldgefühle entstehen nämlich in unseren Gedanken. Es ist die Art und Weise, wie wir über die Situation denken und sie bewerten, die uns so fühlen lässt, wie wir fühlen.

Doch eine Beziehung ist immer in Bewegung und unterliegt stetigen Veränderungen und wenn die Liebe endet, weil es keinen gemeinsamen Nenner mehr gibt, dann hat hier niemand wirklich Schuld daran, sondern es ist einfach eine Entwicklung, in der es nicht gelungen ist, die Hindernisse und Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Wie du aus deinen Schuldgefühlen herauskommst

Wenn du aber das Gefühl hast, an dieser Entwicklung schuld zu sein, weil du vielleicht zu wenig gegeben hast oder Warnsignale nicht sehen konntest oder wolltest, dann können dir diese drei Schritte helfen, besser mit diesen Gefühlen umzugehen.

1. Nimm deinen Anteil an der Trennung an und lasse seinen bei ihm!

  • Was ist dein Anteil an der Trennung?
  • Was glaubst du, hättest du anders machen sollen?

Schreibe dir alles auf, wofür du dich jetzt so schuldig fühlst. Und dann stelle dir folgende Frage:

  • Warum habe ich so und nicht anders gehandelt?

Als nächstes stelle dir die Fragen andersherum.

  • Was ist SEIN Anteil an der Trennung?
  • Was hätte dein Ex anders machen können?

Wenn du dir diese Fragen ganz ehrlich beantwortest, wirst du erkennen, dass nicht alles in deiner Hand lag, wie es gekommen ist.

2. Schreibe einen Brief

Wenn du das Gefühl, dass du deinen Ex-Partner um Verzeihung bitten möchtest, weil du ihn vielleicht sehr verletzt hast oder weil es dir einfach wichtig ist, ihm mitzuteilen das es dir leid tut, dann kann es dir helfen einen Brief zu schreiben.

Schreibe alles auf was du ihm noch sagen möchtest.

Doch achte darauf, dass du dich dabei nicht wieder in Selbstvorwürfe verstrickst und die alleinige Schuld auf dich nimmst, denn das setzt nur eine Negativspirale in Gang.

Wie du mit diesem Brief umgehst, ob du ihn nun abschickst oder nicht, solltest du aus deinem Bauchgefühl heraus entscheiden. Ich empfehle dir aber, den Brief nur für dich selbst zu schreiben.

Wenn du ihn unbedingt abschicken möchtest, solltest du es wirklich nur dann tun, wenn du stark genug bist, gar keine oder auch eine negative Reaktion deines Ex-Partners auszuhalten.

3. Schließe Frieden mit dir und begegne dir in (Selbst)Liebe

Der wichtigste Schritt, um aus deinen Schuldgefühlen herauszukommen, ist das du dir selbst vergibst! Egal was du getan oder nicht getan hast, du hast immer nur so gehandelt, wie du es in diesem Moment konntest, ob es nun richtig oder falsch war. Wenn du lernst zu dir und deinen Fehlern zu stehen, ohne dich dafür zu verurteilen, dann tust du etwas ganz Wertvolles für dich.

Du begegnest dir in Liebe und stärkst die Beziehung zu dir selbst!

Selbstliebe ist das größte Geschenk, das wir uns machen können. Sie hilft uns nicht nur dabei, mit Schuldgefühlen und Trennungsschmerz besser umzugehen, sondern stellt eine so tiefe Verbindung zu uns her, dass wir nie wieder Angst haben müssen allein zu sein, weil wir uns von innen heraus vollständig und getragen fühlen.

Fazit

Schuldgefühle sind nichts anderes als Vorwürfe, die wir uns selber machen, weil wir glauben, dass wir gewisse Dinge hätten tun oder vermeiden sollen. Sie entstehen vor allem durch unser Denken und unserer Bewertung der Situation.

Mache dir bewusst, dass nicht du allein für das Ende der Beziehung verantwortlich bist. Du hast alles gegeben, was du geben konntest! Übernehme deinen Anteil an der Trennung und dann stehe zu dir, ohne dich zu verurteilen!

Und vor allem: Vergebe dir und begegne dir in (Selbst)Liebe.

Ich wünsche dir ein offenes Herz, für all das Schöne, das da noch auf dich wartet,

Tina

Tina Mohaupt ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Online-Coach. Sie hilft Frauen dabei ihren Trennungsschmerz leichter zu überwinden und sich aus emotionaler Abhängigkeit zu befreien. Auf ihrem Blog tinamohaupt.de schreibt sie regelmäßig Artikel zum Thema Liebeskummer, emotionale Abhängigkeit und On-Off Beziehungen.

 

Foto: @ stokkete

Wie du nach einer Trennung wieder Vertrauen aufbauen kannst

Wie du nach einer Trennung wieder Vertrauen aufbauen kannst

Eine funktionierende Partnerschaft basiert auf Vertrauen. Was aber, wenn wir so verletzt worden sind, dass wir nach einer Trennung lernen müssen wieder Vertrauen aufzubauen?

Von meinen Klientinnen, aber auch von mir selbst weiß ich, dass genau das die größte Herausforderung ist. Wie kannst du wieder vertrauen, wenn du von deinem Ex so enttäuscht wurdest?

In diesem Artikel will ich versuchen dir genau das zu schildern. Eine konkrete Anleitung dazu kann ich dir nicht geben, da das – wie bei allen Emotionen – von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Aber ich werde dir Gedankenanstöße dazu und ein paar Tipps an die Hand geben.

Was ist Vertrauen und warum ist es so wichtig?

Vertrauen ist die Gabe sich jemandem zu öffnen, sich auf einen Menschen zu verlassen und sicher zu sein, dass dieser Mensch so handelt, dass er uns nicht hintergeht und unsere Gefühle verletzt.

Wie schnell und ob wir anderen Menschen vertrauen können, hängt vom unseren Erfahrungen ab und wird maßgeblich zunächst in unserer Kindheit geprägt. Sprich: Wie sind wir aufgewachsen? Konnten wir uns auf unsere Eltern verlassen? Haben wir uns geliebt gefühlt? Wurden wir von engen Freunden hintergangen?

Soweit die Definition.

Ich gehe in diesem Artikel davon aus, dass du deinem Ex-Partner vertraut hast. Wie stark, kann ich natürlich nicht beurteilen, das musst du selbst. Fest steht aber, wenn du verlassen und somit auch verletzt wurdest, musst du lernen wieder zu vertrauen.

Den einen fällt das leichter, den anderen schwerer.

Vertrauen ist die Basis einer intakten und glücklichen Beziehung. Das weißt du selbst, wenn du deinem Partner nicht vertrauen kannst, wird dein Leben und dein Alltag davon so beeinflusst, dass du dich beinahe auf nichts anderes mehr konzentrieren kannst, weil du die ganze Zeit am Überlegen bist: Was macht er? Wo ist er? Denkt er an mich? Warum meldet er sich nicht?

Misstrauen irritiert uns und gibt uns das Gefühl, verrückt zu werden. Und genau das wollen wir natürlich nicht in einer Beziehung, denn eine Partnerschaft sollte das i-Tüpfelchen unseres Glücks sein, sie sollte uns gut tun und uns nicht belasten.

Warum müssen wir neu lernen zu vertrauen und warum ist das so schwer?

Wenn du – so wie ich und viele andere Frauen – nun von deinem Ex-Partner enttäuscht und verletzt worden bist, wirst du lernen müssen wieder zu vertrauen.

Das ist nicht wirklich einfach, denn wenn unser Vertrauen einmal missbraucht wurde, neigen wir dazu anderen schneller zu misstrauen.

Wie können wir also wieder vertrauen?

Vertrauen zu einem anderen Menschen aufzubauen ist eine Entscheidung, reine Kopfsache.

‚Die spinnt doch‘, denkst du? Kann ich dir nicht verübeln. Aber lass mich ausführen, wie ich das meine:

Vorab: Es wird dir erheblich leichter fallen, wenn du dich selbst liebst und in der Lage bist alleine zu sein, denn dann kennst du deinen Wert und lässt dich nicht so schnell aus der Bahn werfen. Je größer deine Selbstliebe ist, desto weniger anfällig bist du für Verletzungen.

Denn, seien wir ehrlich:

Wir bekommen keine Garantie für eine dauerhaft glückliche Beziehung.

Das Einzige was wir tun können, ist an unserer Beziehung zu arbeiten und sie nicht als selbstverständlich und gegeben zu sehen.

Wenn wir bereit sind eine neue Partnerschaft einzugehen, müssen wir also auch dazu bereit sein einem anderen Menschen wieder zu vertrauen. Wir müssen dazu bereit sein, d.h. wir müssen das Risiko eingehen wieder verletzt zu werden und uns gleichzeitig die Chance einräumen, das genau das nicht eintreffen wird und wir in einer wundervollen Partnerschaft leben.

Du hast die Wahl: Vertraue niemandem mehr und nimm dir selbst die Chance wieder eine glücklcihe Beziehung zu führen. Oder geh den (oftmals schwierigen) Schritt und triff bewusst die Entscheidung: ‚Ich habe mich verliebt und ich glaube fest daran, dass mein Partner es gut mit mir meint und mich nicht verletzten möchte. Deshalb vertraue ich ihm.‘

Diese Entscheidung kommt nicht von alleine, du musst sie bewusst treffen – und dich darauf einlassen.

Denn du darfst auch nicht vergessen: Dass deine letzte Beziehung zerbrochen ist, lag nicht daran, dass du nicht liebenswert bist oder dass du nicht der Lage bist eine Beziehung zu führen.

Der Grund für die Trennung (und das ist sehr allgemein, aber in Abwandlung in jedem Fall zutreffend) war:

Eure Erwartungen – deine und die deines Ex – haben nicht mehr übereingestimmt.

Das heißt aber nicht, dass deine Erwartungen nicht mit denen deines neuen Partners übereistimmen.

Don’t let your past ruin your present!

Versuch dich davon freizumachen deinen Ex-Partner mit deinem neuen zu vergleichen und deine Erfahrungen aus der Vergangenheit in deine aktuelle Lebenslage und deine Zukunft zu projizieren.

Versteh mich nicht falsch: Ich weiß wie schwer das ist, denn ich hatte genau das gleiche Problem. Aus Erfahrung kann ich dir aber sagen, dass es sich lohnt neu zu vertrauen.

Versuch es, triff die Entscheidung. Steh deinem neuen Glück nicht selbst im Weg. DU hast die Wahl, jeden Tag.

Mach diese Fehler nicht!

Wenn wir Frauen verlassen werden, neigen wir zu drei Verhaltensweisen, wenn wir in einer neuen Beziehung sind: Wir malen alles schwarz, wir geben uns selbst auf und passen uns an oder wir zerbrechen uns den Kopf über die Zukunft.

Schwarzmalerei

Was meine ich damit? Ganz einfach: Wir vergleichen unseren neuen Partner mit unserem Ex. Sobald er ähnliche Verhaltensmuster aufweist, verfallen wir den Gedanken ‚Oh nein, der ist ja genauso, das kann ja nur schief gehen‘.

Distanziere dich von deinen Erfahrungen und gib deinem neuen Partner die Chance so zu sein wie er ist. Nur weil er in der ein oder anderen Situation so reagiert wie dein Ex-Partner, heißt es nicht, dass es die gleichen Folgen haben wird.

Er ist ein eigenständiger Mann, ein Individuum. So wie du. Würdest du wollen, dass er dich immer mit seiner Ex vergleicht und von ihren Fehlern auf deine Reaktion schließt? …siehst du.

Selbstaufgabe & Anpassung

Oftmals neigen wir auch dazu uns selbst vollkommen aufzugeben und uns zu 100 Prozent anzupassen und unterzuordnen. Einfach nur, um nicht Gefahr zu laufen wieder verletzt zu werden und vor allem um zu verhindern, dass unsere neue Beziehung in die Brüche geht.

Dabei ignorierst du deine eigenen Bedürfnisse und schraubst deine Erwartungen an deinen Partner herab. Nur um zu vermeiden, dass die Beziehung in die Brüche gehen könnte.

Findet ein Mann eine Frau ohne Meinung und voller Willenlosigkeit interessant und sexy? Nein.

Willst du ein Leben lang dein Leben zuliebe eines anderen Menschen leben und deine eigenen Wünsche aus Angst nicht erfüllen können? Ich hoffe nicht.

Und hier sind wir wieder bei dem Punkt, den ich eingangs erwähnt habe: Lerne dich selbst zu lieben. Lerne alleine zu sein. Lerne dir selbst zu genügen.

Wenn du die Liebe zu dir selbst gefunden hast, wird dir im Traum nicht in den Sinn kommen, ein ganz anderer zu Mensch zu sein und dich selbst aufzugeben.

Auf immer und ewig

Verabschiede dich von der Frage: ‚Kann ich mir vorstellen für immer mit diesem Mann zusammen zu sein?‘

Wir Frauen – und das ist mir auch passiert – neigen oft dazu uns schon nach den ersten Dates zu fragen, ob wir mit diesem Mann für immer zusammen sein könnten. Und wenn nur ein kleines Quäntchen Zweifel auftaucht, fühlen wir uns verunsichert.

Liebe entwickelt sich – sie ist nicht von Anfang an da (das ist höchstens das Verliebtsein, das irrtümlich immer als Liebe auf den ersten Blick umschrieben wird). Und mit der Liebe entwickelt sich auch eine Dauerhaftigkeit.

Mach dich nicht verrückt, hör auf dich unter Druck zu setzen und genieße stattdessen die Anfangsphase und eure Verliebtheit.

Nochmal zusammengefasst:

  • Vertrauen ist die Grundlage einer glücklichen und intakten Beziehung.
  • Neu zu vertrauen, ist eine bewusste Entscheidung, die DU treffen kannst.
  • Du bekommst keine Garantie für eine dauerhaft glückliche Beziehung – nicht wenn du vertraust, und nicht wenn du misstraust.
  • Deine Vergangenheit hat nichts mit deiner Zukunft zu tun.
  • Dein neuer Partner ist nicht dein Ex.
  • Lerne dich selbst zu lieben: Denke positiv und sei authentisch!

Ich verstehe vollkommen und sogar sehr gut, dass der Schritt jemandem neu zu vertrauen, nachdem dein Vertrauen so missbraucht wurde, unglaublich schwer ist.

Wie gesagt, ich hatte das gleiche Problem. Aber überleg mal:

Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Du wirst wieder enttäuscht und verletzt. Das ist verdammt hart, ich weiß. Aber auf der anderen Seite: Wenn du deine Trennung überstanden hast, weißt du, dass du stark genug bist, um diesen Schmerz zu verarbeiten und wieder glücklich zu werden.

Was ist das Beste, das dir passieren kann? Dein Vertrauen wird wertgeschätzt und dein Partner enttäuscht dich nicht. Er ist für dich da, schenkt dir sein Herz und würde dir niemals wehtun, weil er dich liebt so wie du bist.

Beides ist möglich. Es liegt in deiner Hand, ob du deinen Ängsten erlaubst dir die Chance auf eine glückliche Beziehung zu nehmen oder ob du das Risiko eingehst, verletzt zu werden und dir selbst den Weg zu einer neuen Liebe ebnest.

Signatur

Foto: © blas

Welche Erfahrungen hast du mit Vertrauensaufbau? Ist es dir eher leicht oder schwer gefallen nach der Trennung? Oder bist du sogar gerade auf dem Weg?

Emotionale Abhängigkeit in der Beziehung und ihre Bedeutung bei der Trennung. Welchen Stellenwert darf der Partner einnehmen – und welchen nicht?

Emotionale Abhängigkeit in der Beziehung und ihre Bedeutung bei der Trennung. Welchen Stellenwert darf der Partner einnehmen – und welchen nicht?

Was bedeutet emotional abhängig vom Partner zu sein?

Im Falle der Liebesbeziehung ist ein Partner von dem anderen abhängig, und zwar von seiner Liebe und seiner Anerkennung. Er kann sozusagen einfach nicht ohne den anderen Leben – unabhängig davon, ob der Partner das gut findet oder nicht (im Gegensatz zu einer Co-Abhängigkeit). Man spricht hier von emotionaler Abhängigkeit.

Die daraus entstehenden Folgen sind: Klammern, einengen und Eifersucht, denn ein Leben ohne den anderen ist nicht vorstellbar. Ein eigenständiges Überleben erscheint dem Betroffenen schier unmöglich.

Dass eine solche Abhängigkeit besteht, erkennen viele erst nachdem der Partner sich getrennt hat oder verstirbt.

Woran erkenne ich, dass ich von meinem Partner emotional anhängig bin? 

Wenn du von deinem Partner emotional abhängig bist, bist du süchtig nach seiner Zuneigung und brauchst permanent seine Bestätigung, dass er dich liebt. Du empfindest dich selbst als wertlos und hältst deshalb (krampfhaft) an der Beziehung fest. Dafür gibt es zwei Ursachen:

  1. Du hast emotionale Wunden aus deiner Kindheit, die du nicht verarbeitet hast. Aus diesen Wunden ist eine emotionale Bedürftigkeit entstanden, die du durch die Liebe von außen versuchst, zu kompensieren.
  2. Du hast nicht gelernt dich selbst zu lieben und bist daher auf die Liebe von außen angewiesen. Es mangelt dir also an Selbstliebe.

Emotionale Bedürftigkeit ist nicht zu verwechseln mit emotionalen Bedürfnissen. Wir alle sehen uns nach Liebe und haben das Bedürfnis nach Anerkennung und Zuneigung. Wenn diese allerdings ausschließlich von außen akzeptiert werden können und dein Wohlbefinden nicht nur beeinflussen, sondern bestimmen, dann sprechen wir von Bedürftigkeit.

Ein sehr kennzeichnendes Merkmal eines vom Partner emotional abhängigen Menschen ist der permanente Zwang zu kontrollieren, was der Partner denkt und fühlt, sowie der Versuch seine Gefühle aktiv zu beeinflussen. Dabei fühlt sich der Betroffene bei der kleinsten Unregelmäßigkeit (z.B. schlechte Laune des Partners) verunsichert und versucht nach Beweisen zu suchen, dass er noch stets von  seinen Partner geliebt wird.

Weitere Anzeichen sind: Besessenheit. Angst vor dem Alleinsein. Ein ständiges Leben in Beziehungen, niemals lange solo. Eifersucht. Mangelndes Vertrauen gegenüber dem Partner, aber auch gegenüber sich selbst. Mangelndes Selbstwertgefühl. Mangelndes Selbstbewusstsein. Soziale Isolation.

Warum ist eine Trennung im Falle einer emotionalen Abhängigkeit schmerzhafter?

Die emotionale Bedürftigkeit des Partners ist ein sehr häufiger Trennungsgrund, da der Nichtbetroffene es oftmals nicht mehr ertragen kann, für das Glück des anderen zuständig zu sein. Auch die Unselbstständigkeit und das Unvermögen des Partners alleine zu sein oder etwas alleine zu unternehmen, erzeugen einen so hohen Druck, dass die Trennung oftmals der einzige Ausweg ist.

Wenn sich dein Partner von dir trennt, leidest du an Entzugserscheinungen, die einem Drogenabhängigen auf Entzug gleichkommen. Du hast das Gefühl, du kannst ohne deinen Partner – deine Droge – nicht überleben und wirst in einen emotionalen Ausnahmezustand versetzt.

Aufgrund dieser Entzugserscheinungen und weil du nicht in der Lage bist, dich selbst zu lieben, ist der Trennungsschmerz oftmals sehr viel intensiver als bei Menschen, die ihren Selbstwert kennen und sich selber lieben. Denn diese haben eine andere Quelle für Liebe und Anerkennung – sich selbst.

Was kannst du tun, um eine emotionale Abhängigkeit zu vermeiden oder aufzulösen?

Ich weiß, dass ich mich in manchen Artikeln wiederhole, aber das ist ein Zeichen für die Dringlichkeit und Wichtigkeit dieses zentralen und unfassbar bedeutenden Bereichs in deinem Leben: Deine Selbstliebe.

Niemand kann dir das Gefühl von echter Liebe, Akzeptanz und Anerkennung schenken, wenn du es nicht in dir trägst. Die verlässlichste Art und Weise aus einer Abhängigkeit zu entkommen und/oder in deiner nächsten Beziehung in das gleiche Muster zu verfallen, ist es, zu lernen dich selbst zu lieben.

Dazu musst du:

  • bewusst die Entscheidung treffen dich von dieser emotionalen Abhängigkeit befreien zu wollen
  • deine emotionalen Wunden und deine Mängel akzeptieren (wir alle haben sie!)
  • anfangen deine Selbstgefühle wahrzunehmen
  • lernen dich auf dich zu konzentrieren und aufzuhören die Gefühle deines Partners kontrollieren zu wollen
  • dein Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken

Das schaffst du:

  • mit einer Therapie
  • mit bewusster Selbstreflexion
  • indem du dich mit dir, deinem Leben und deinen Zielen auseinandersetzt
  • indem du mittels Meditation in Kontakt mit deinem Geist und deinem wahren Ich kommst
  • indem du Yoga praktizierst und eine Verbindung zwischen deinem Körper und deinem Geist herstellst und dir deiner selbst bewusst wirst

Nun, dass das ein Prozess ist und nicht von heute auf morgen umsetzen ist, muss ich an dieser Stelle sicherlich nicht erwähnen. Wenn du deinen Liebeskummer, den du gerade hast, weil du vielleicht genau in dieser Situation bist und/oder wenn dieses Muster durchbrechen willst, ist der sicherste Weg immer der Weg zu dir selbst und zu deiner eigenen, dir innewohnenden Liebe.

Der Artikel im Überblick:

  • Emotionale Abhängigkeit entsteht durch emotionale Bedürftigkeit und den Mangel an Selbstliebe.
  • Wenn wir in einer solchen Beziehung sind und verlassen werden, ist die Trennung oftmals noch schmerzafter, da ein Leben ohne den Partner unmöglich erscheint.
  • Der einzig verlässliche und dauerhafte Ausweg ist das Finden zu dir selbst, deinem Geist und deiner Selbstliebe.

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Warst du schon mal in einer Beziehung, in der du emotional von deinem Partner abhängig warst? Wie bist du da rausgekommen?

3 wirklich gute Gründe warum dein Trennungsschmerz das Beste ist, das dir passieren kann

3 wirklich gute Gründe warum dein Trennungsschmerz das Beste ist, das dir passieren kann

Liebeskummer und Trennungsschmerz tun nicht nur weh, sie werfen uns in unserem ganzen Dasein zurück. Wir sind mit Veränderungen konfrontiert, die wir weder geplant haben noch wahrhaben wollen. Und die meisten Menschen wollen den Schmerz, den die Veränderung mit sich bringt, nicht spüren, lieber weglaufen und hoffen darauf, dass es irgendwann aufhört. Das liegt in unserer Natur.

Das Problem liegt allerdings darin, dass wir den Trennungsschmerz spüren müssen, um ihn und unsere/n Ex loslassen zu können. So lange wir uns dagegen wehren die negativen Emotionen zu spüren, wird sich unsere Situation nicht verbessern.

Warum solltest du deinen Trennungsschmerz also wertschätzen?

  1. Deine Persönlichkeit wird sich deutlich verändern

Schmerz ist Teil unseres Lebens, und zwar ein sehr wertvoller. Natürlich gehört eine schmerzhafte Zeit nicht zu der, die wir uns wünschen in unserem Leben. Wenngleich ich mittlerweile sagen muss, dass sie eine der wertvollsten Zeiten in unserem Leben sind, denn Schmerz ist unser Motor für Wachstum. Nur wenn wir leiden, eröffnet sich eine einzigartige Möglichkeit für unsere Persönlichkeit zu wachsen.

Schmerz und Traurigkeit geben uns die Gelegenheit uns mit unserem Inneren zu verbinden, in uns zu gehen und zu hinzuhören was in uns passiert. Du hast die einzigartige Gelegenheit zu sehen welche emotionalen Wunden in dir sind, und du kannst herausfinden woher sie kommen und sie letztlich für immer auflösen.

  1. Du findest dich selbst und wirst ein stärkerer Mensch

Dein Liebeskummer ist ein Geschenk, auch wenn du es so noch nicht sehen kannst, aber wenn du dich bewusst dafür entscheidest, herauszufinden was unter deinem Trennungsschmerz liegt, dann wirst du sehr schnell feststellen, dass nicht nur du, sondern dein ganzes Leben sich verändert.

Du wirst ein so viel stärkerer Mensch und wirst erstaunt sein, was du über dich herausfindest. Vielleicht denkst du, dass du dich sehr gut kennst, aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass du so viel Neues über dich herausfinden wirst, und das verleiht dir eine einzigartige Kraft.

  1. Du meisterst kommende Herausforderungen leichter

Wenn du deine Trennung überstanden hast und gestärkt daraus hervorgehst, wirst du weitere Herausforderungen in deinem Leben viel einfacher, bewusster und schneller meistern können. Das Leben wird dir immer und immer Steine in den Weg legen. Wenn du jetzt die Zeit nimmst, um deinen Liebeskummer zu verarbeiten, lernst damit umzugehen und deine Emotionen zulässt, dann nimmst du viel mehr für dich mit, als wenn du dich in die Opferrolle begibst. Lass es nicht zu, dass du dich von deinen Emotionen kontrollieren lässt, sondern übernimm Verantwortung für dich und dein Leben.

Verlasse die Opferrolle und übernimm Verantwortung

Leicht gesagt, aber wie findest du diesen Weg? Um die Opferrolle zu verlassen und dich nicht von deinen Gefühlen leiten zu lassen, musst du im ersten Schritt die Entscheidung dazu treffen – die Entscheidung Verantwortung für dich und dein Leben zu übernehmen.

Was uns am meisten zu schaffen macht, ist dass wir das Gefühl haben, dass wir keine Kontrolle über unsere Gefühle zu haben. Und gerade wenn du in der ersten und zweiten Trennungsphase bist, fällt es dir besonders schwer.

Mein bester Tipp, den ich dir geben kann, ist folgender: Beginne mit deinem Körper! Unsere Gedanken zu kontrollieren, ist ein wichtiger Teil deines Heilungsprozesses, aber auch ein sehr intensiver und kraftzehrender. Und diese Kraft hast du sehr wahrscheinlich gerade (noch) nicht. Doch du kannst deine Gedanken sehr gut beeinflussen und „austricksen“, wenn du dafür sorgst, dass du dich um deinen Körper kümmerst! Wenn du deinen Körper stärkst, mit welcher Sportart auch immer, dann wird sich dein Geist von dem Wohlgefühl anstecken lassen, denn beim Sport schüttest du Glückshormone aus. Wenn du dich regelmäßig körperlich betätigst, dann wirst du feststellen, dass du automatisch besser drauf bist und besser mit deinen Emotionen umgehen kannst. Achte auch auf deine Ernährung. Ich persönlich empfehle dir Yoga, denn damit stärkst du deinen Körper und bringst ihn mit deinem Geist in Einklang.

Was du sonst noch tun kannst…

Wenn du trotz Sport das Gefühl hast, dass du schon bereit bist für einen weiteren Schritt, dann fang an deinen Fokus weg von dir auf etwas anderes zu richten. Wie kannst du anderen Menschen helfen? Wo kannst du etwas für andere tun?

Dich nicht von deinem Leid und deiner Trauer auffressen zu lassen, sondern diese Energie in zum Beispiel in ein soziales Projekt zu investieren, wird dir zeigen, dass deine Gefühle relativ sind (auch wenn du es gerade nicht so sehen kannst). Außerdem wird dir diese Aufgabe Aufschwung geben und dich erfüllen, denn deinen Mitmenschen zu helfen, lässt dein Herz aufblühen – denn du bekommst das Gefühl, dass du gebraucht und gemocht wirst <3

Wenn du Unterstützung dabei brauchst, deinen Trennungsschmerz in kraftvolle Energie zu verwandeln, um dein Herz zu heilen und dich wieder für Neues zu öffnen, dann melde dich bei mir.

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Foto: © rossandhelen