Liebst du schon oder leidest du noch? 5 Anzeichen, dass deine Beziehung ungesund ist

Liebst du schon oder leidest du noch? 5 Anzeichen, dass deine Beziehung ungesund ist

Wenn wir in einer unglücklichen Beziehung leben und uns nur schwer von unserem Partner lösen können, aus welchem Grund auch immer, dann tendieren wir dazu, die guten Dinge zu sehen und die schlechten zu ignorieren.

Warum? Weil wir dann nichts verändern müssen und uns munter weiter einreden können, dass eigentlich alles okay ist mit unserer Beziehung. Die meisten Menschen hassen Veränderung, nichts schieben wir so lange vor uns her wie das. Der Grund dafür ist einfach: Veränderung bedeutet Unsicherheit.

  • Werde ich je wieder einen Partner finden?
  • Was, wenn es dir falsche Entscheidung ist ihn/sie zu verlassen?
  • Wie soll denn mein Leben ohne meinen Partner je aussehen?

Fragen, die wir nicht beantworten können bevor die Situation eingetreten ist. Und diese Unsicherheit treibt uns dazu, lieber unglücklich liiert als glücklicher Single zu sein. Daher möchte ich dir heute fünf schwerwiegende Anzeichen nennen, die (wenn sie bei dir zutreffen) dich zum Nachdenken anregen sollten.

Selbstaufgabe

Bist du wirklich du selbst in deiner Beziehung? Kannst du dein Leben so leben wie es dich glücklich macht? Oder planst du dein Leben um das deines Partners herum, nur damit er zufrieden ist?

Viele von uns, vor allem Frauen, neigen dazu sich und ihr eigenes Leben aufzugeben, nur um den Partner glücklich zu machen. Das kann verschiedene Gründe haben, einer der häufigsten ist allerdings die Verlustangst. Wir tendieren oft dazu, uns anzupassen, Hauptsache wir werden nicht verlassen! Wie ist das bei dir?

Du verwechselst Bedürftigkeit mit Liebe

Liebst du deinen Partner? Oder kannst du nur nicht alleine sein und lebst deshalb in einer Beziehung? Woran du das erkennen kannst, kannst du in diesem Artikel nachlesen. Sollte der Gedanke „Naja, besser als nichts in dir hochkommen“, dann solltest du dir Gedanken darüber machen, ob es die Beziehung und das Leben ist, das du führen möchtest.

Eifersucht durch Besitzanspruch

Eifersucht ist eines der gefährlichsten Gefühle für deine Beziehung – ich spreche hier wohlbemerkt nicht über die ‚normalen Eifersüchteleien‘, sondern über die, die du oder dein Partner durch Besitzansprüche haben. Hast du das Gefühl, dass dein Partner dich besitzen möchte? Darfst du Dinge nicht selbst entscheiden? Oder dich alleine mit Freunden treffen? Oder ist es umgekehrt und du behandelst deinen Partner so? Nun, dann rate ich dir anzufangen dich selbst zu lieben, denn die Ursache für deinen Besitzanspruch und deine Eifersucht liegt in einem Mangel an Selbstliebe.

Angst ist das dominierende Gefühl

Hast du oft Angst in deiner Beziehung? Angst ihn zu verlieren, Angst etwas falsch zu machen, Angst davor etwas Falsches zu sagen? Oder Angst davor, dass er/sie handgreiflich wird? Angst ist immer ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht so läuft wie es laufen sollte. Geh deiner Angst auf den Grund und finde heraus wodurch sie verursacht wird, nur so kannst du sie auflösen.

Eine Beziehung sollte geprägt sein durch Liebe, Zuneigung, Aufmerksamkeit, Verständnis und Vertrauen. Wenn deine Partnerschaft von negativen Gefühlen dominiert wird, dann ist es höchste Zeit die Reißleine zu ziehen. Wenn du dringend Hilfe brauchst, dann wende dich an diese Telefonhotline. Sie helfen dir weiter, rund um die Uhr!



Zu viel Streit und permanentes Drama

Klar sind Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten normal in einer Beziehung. Wenn immer alles glatt laufen würde und ihr beide immer der gleichen Meinung wärt, dann wäre es auch ein bisschen langweilig.

Aber: Wenn die Streitigkeiten den größten Anteil eurer Beziehung ausmacht oder wenn dich deine Beziehung aufgrund dieser Streits mehr Nerven kostet, als dass sie dir positive Gefühle gibt, dann hast du noch nicht den richtigen Partner für dich gefunden.

Manche Paare „brauchen“ den Streit und wenn beide damit umgehen können und glücklich sind, dann ist das auch in Ordnung. Nur wenn deine Partnerschaft dafür verantwortlich ist, dass du ein Nervenbündel bist und wenn es sich sogar auf deinen Körper umlegt (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Herzrasen, usw.), dann solltest du handeln: Entweder du suchst das Gespräch mit deinem Partner oder du denkst über eine Trennung nach. Das kommt natürlich darauf an wie deine ganz persönlichen Umstände sind.

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Foto: © Kotin

5 Anzeichen woran du Menschen erkennst, die sich selbst lieben

5 Anzeichen woran du Menschen erkennst, die sich selbst lieben

Wenn du gerade an Liebeskummer leidest, sind die einzigen Fragen, die du dir stellst: Wie vergeht dieses Gefühl? Wie werde ich wieder glücklich?

Was wir sonst als gegeben sehen, steht auf einmal auf der Kippe – unser Lebensglück. Doch auch wenn du deinen Liebeskummer schon größtenteils überwunden hast, ertappst du dich wahrscheinlich ab und zu dabei, dass du dich fragst welchen Sinn dein Leben hat und/oder mit dem Gedanken, dass du zwar zufrieden, aber nicht wirklich glücklich bist.

Woran liegt es also, dass manche Menschen glücklicher sind als andere? Und woran liegt es, dass manche Menschen keinen Partner brauchen und auch alleine leben können und andere nicht?

Die Antwort ist simpel: Sie lieben sich selbst.

Wenn du herausfinden willst, ob du dich selbst liebst bzw. woran du gegebenenfalls noch arbeiten musst, dann schau wie viele der folgenden Punkte du für dein eigenes Leben bejahen oder welche du ohne Probleme umsetzen kannst. Hier also Fakten, die Menschen mit einem hohen Grad an Selbstliebe tun:

#1 Sie bleiben ihren eigenen Gefühlen treu und vertrauen sich selbst

Menschen, die sich selbst lieben, leben ihr Leben für sich selbst. Ganz im Gegenteil zum größten Teil der Menschheit. Versuchst du es allen recht zu machen und verbiegst dich dabei, sodass es dich unglücklich macht? Keine Sorge, die meisten Menschen tun das, und sehr häufig, um gemocht zu werden.

Achte mal in deinem Alltag darauf wie oft du Dinge (auch ganz kleine) tust, die du selbst nicht tun möchtest, sie aber trotzdem tust, um jemandem einen Gefallen zu tun oder von jemandem gemocht zu werden.

Wenn Menschen dich nicht so mögen wie du bist, dann haben sie keinen Platz in deinem Leben. Und das solltest du – auch wenn es manchmal schwer ist – akzeptieren und dich von ihnen distanzieren. Es wird dir gut tun!

#2 Sie übernehmen Verantwortung und gestehen Fehler ein

Es ist so viel einfacher immer jemandem anders die Schuld in die Schuhe zu schieben anstatt selbst Verantwortung für die Situation zu übernehmen. Aber auch das gehört zum Leben.

Ich habe zu Beginn meiner Trennung meinem Ex die Schuld gegeben und ihm Vorwürfe gemacht, dass er mich verlassen hat und so schnell eine Neue hatte. Bei genauerem Hinsehen habe ich die erschreckende und traurige Wahrheit akzeptieren müssen, dass auch ich Fehler gemacht habe, die letztendlich zu unserer Trennung geführt haben. Das zu akzeptieren, tut weh. Aber ich habe aus meinen Fehlern gelernt.

Verantwortung für sein Leben und seine Entscheidungen zu übernehmen, heißt auch, sich selbst so anzunehmen und zu akzeptieren wie man ist – nämlich ein genauso wenig perfekter Mensch wie ein anderer. Das Wichtigste ist, dass du aus deinen Fehlern lernst.



#3 Sie vergleichen nicht

„Sie ist viel schöner/schlanker/klüger usw. als ich!“ Hast du dich den Satz schon mal denken oder sagen hören? Menschen, die sich selbst lieben, haben gelernt sich so zu akzeptieren wie sie sind. Deine Stärken sind die Schwächen eines anderen und umgekehrt.

Du bist gut so wie du bist, du musst nur lernen deine positiven Seiten zu sehen anstatt dich auf deine Schwächen zu konzentrieren. Vor allem weil sich das, worauf sich unsere Gedanken fokussieren und worum sie kreisen, vermehrt.

Jeder von uns hat etwas womit er nicht zufrieden ist: Du genauso wie ich. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen und aus welcher Perspektive wir es betrachten.

#4 Sie tun was ihnen gut tut

Yoga, gesunde Ernährung, Familie, Freunde, ein gutes Buch oder was auch immer: Menschen, die Selbstliebe praktizieren, wissen was ihrem Körper und Geist gut tut – und sie tun es! Sie hören auf ihre Bedürfnisse, auch wenn andere es nicht nachvollziehen können (z.B. ein Jobwechsel mit weniger Gehalt, aber spannenderen Aufgaben).

#5 Sie verbringen Zeit mit Menschen, die ihnen gut tun

Wenn du kurz nachdenkst, fällt dir mit Sicherheit jemand ein, der dich eigentlich nur Kraft kostet. Ein Mensch, der alles nur negativ sieht, immer nur jammert oder zweifelt. Oder noch schlimmer: Jemand, der sich nicht mit dir freuen kann und aus Missgunst und eigenem Misserfolg deine Errungenschaften und deine glücklichen Momente zunichtemacht – mit einem einzigen Satz sind deine Endorphine futsch oder dein Stresshormonhaushalt auf Anschlag.

Trenn dich von diesen Menschen, auch wenn es schwer ist. Minimiere den Kontakt, wenn es geht, brich ihn sogar ab. Schenke deine kostbare Zeit nicht jemandem, der kein Mehrwert für dich und dein Leben ist.

Du findest das egoistisch? Genau das ist das Problem! Unsere Gesellschaft wirft uns Egoismus vor, wenn wir schauen, dass es uns gut geht. Das ist der größte Schwachsinn überhaupt, denn wenn wir alle schauen würden, dass es uns gut geht und wir aufhören würden uns für andere zu verstellen, dann würde es unserer Gesellschaft besser gehen und es gäbe viel weniger Hass und Krieg auf dieser Welt.

Wenn wir uns alle selbst lieben würden, wäre die Welt ein besserer Ort

Denk mal drüber nach: Wärst du nicht freundlicher und offener gegenüber deinen Mitmenschen, wenn du glücklich bist und wenn es dir gut geht? Wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen, hängt wesentlich davon ab wie wir uns fühlen und wie wir über uns selbst denken.

Wenn du diese Ansätze für dich umsetzt und wegkommst von dem sich selbst schlechtreden und niedermachen, dann wirst du sehen wie beinahe magisch sich dein Leben verändert (und wie du deinen Ex plötzlich nicht mehr zurück möchtest!). Es gibt nur einen Menschen in deinem Leben, den du glücklich machen musst: Dich selbst. Und wenn du das schaffst, dann wirst nicht nur du, sondern auch deine Umwelt automatisch davon profitieren.

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Foto: ©christas

Ist es tatsächlich Liebe oder nur Gewohnheit? Das sind die Unterschiede.

Ist es tatsächlich Liebe oder nur Gewohnheit? Das sind die Unterschiede.

Du bist schon lange mit deinem Partner zusammen und bist unsicher: ist es mit ihm einfach nur bequem? Halten mich allenfalls die Kinder, das Haus, die Altersvorsorge? Durch unsere Fragen schaffst du dir mehr Klarheit.

Eine interessante Frage vorab

Jetzt nicht wundern … Wozu willst du das wissen? Warum gibt es dir zu denken, ob es nur noch Gewohnheit sein könnte? Wo ist die Trauer oder sogar der Schmerz? Was fehlt?

Allein schon, dass du dir die Frage stellst, ob es Gewohnheit sein könnte, macht eines ganz deutlich: Es besteht Handlungsbedarf! Daran geht schon einmal kein Weg vorbei.

Lass dich einfach drauf ein, dir selbst kritische Fragen zu stellen und dir vielleicht auch unbequeme Antworten zu geben. Was kann schlimmstenfalls passieren als eine Erkenntnis oder eine Bestätigung?

Die Unterschiede zwischen tatsächlicher Liebe und Gewohnheit

Achtung vor dem Partner statt Eigeninteresse

Vielleicht erschreckst du über den Begriff “Eigeninteresse”. Tatsächlich sind die Gründe für’s Bleiben aus Gewohnheit oft selbstbezogen.

Bedingungslosigkeit statt Aufrechnen

Liebst du deinen Partner um seiner Person willen? Oder weil er deine Ansprüche erfüllt? Ist deine Zuneigung abhängig davon, dass er gut verdient, mit dir durch die Welt reist oder dich klaglos machen lässt, was du willst?

Sicher, Liebe ist nie komplett bedingungslos. Aber Liebe bedeutet, dass du ihn trotz seiner Unordnung liebst. Gewohnheit dagegen führt zu ewig denselben Auseinandersetzungen.

Wertschätzung statt Kritik und Abwertung

Wenn Ihr euch nicht einig seid und du dich für dich und deine Sache einsetzt, muss das kein Zeichen für fehlende Liebe sein. Auch Streit gehört zu Partnerschaften. Wo Emotionen sind, gibt es zumindest keine Gleichgültigkeit. Wer nicht mehr “kämpft”, dem ist der andere unwichtig geworden. Tatsächliche Liebe und die Arbeit daran ist auch Reibung. Liebe ist, wenn du deinem Partner eigene Vorstellungen mit derselben Selbstverständlichkeit zugestehst wie dir selbst.

Augenhöhe statt Überlegenheit

Fragst du deinen Partner üblicherweise bei Entscheidungen oder bestimmst du alleine?  Bist du bei deinen Vorteilen und rechnest auf? Schaffst du es regelmäßig, dass er macht was du willst?

Liebe beinhaltet, dass du auch mal bereit bist, für die Wünsche deines Partners etwas Eigenes aufzugeben. Liebe hat mit dem Gefühl von Überlegenheit nichts zu tun. Nur mit unterschiedlich verteilten Fähigkeiten und Kenntnissen.

Verantwortungsgefühl statt Gleichgültigkeit

Willst du deinen Partner glücklich sehen und glücklich machen? Wenn du liebst, bist du für deinen Partner und seine Bedürfnisse da, wenn er dich braucht. Das heißt nicht, dass du für deren Erfüllung zuständig bist, aber du gestehst sie ihm zu und unterstützt ihn. Wenn du aus Gewohnheit mit ihm zusammen bist, dann sind dir seine Interessen egal. Soll er doch machen … Gleichgültigkeit ist ein wesentliches Indiz dafür, dass du deinen Partner nicht mehr liebst.



Deine Beziehung hat Bedeutung in deinem Leben statt nur den Hintergrund für dein Eigenleben zu bilden

Erfüllung statt Nebeneinander

Fühlst du dich durch deine Partnerschaft erfüllt? Hast du noch das Gefühl, etwas ganz Besonderes für ihn zu sein? Und gibst ihm das auch ehrlich empfunden zurück? Oder haben deine Hobbys und  Interessen, deine Arbeit, dein Freundeskreis mehr Bedeutung für dich als deine Beziehung? Bist du froh, wenn er dich in Ruhe lässt?

Oder gebt Ihr Euch die Türklinke in die Hand, seid gut organisiert: du bist dienstags zum Sport, er mittwochs in seinem Fotoclub? Die Woche ist gefüllt, aber Gemeinsamkeit Fehlanzeige? Zur Liebe gehören auch gemeinsame Aktivitäten, die dir wichtig und wertvoll sind. Sonst lebt ihr nebeneinander statt miteinander.

Sehnsucht statt Normalität

Vermisst du deinen Partner, wenn ihr euch ein paar Tage nicht seht? Hast du Sehnsucht, obwohl du Ablenkung hast? Dann fehlt dir vermutlich nicht das Gewohnte, sondern er. Achte auf den kleinen ersten Moment beim Wiedersehen, wenn du ihn erblickst: Verzaubert dich sein Anblick ein ganz klein wenig? Wenn es tatsächlich Liebe ist, löst der Anblick deines Partners oft ein automatisches Lächeln aus, kein angestrengtes. Oder spürst du eher “Da ist er ja wieder”? So vertraut … Das wäre Gewohnheit.

Liebt er dich mehr als du ihn? Dann brauchst du ihn vielleicht einfach nur. Auch das wäre Gewohnheit. Es ginge dir dann um “jemanden”, aber nicht um “ihn”.

Wachstum und Entwicklung statt Stillstand

Tiefe statt Oberflächlichkeit

Liebe ist verbunden mit gegenseitiger Unterstützung beim Wachsen. Dazu gehört auch, ihn in seiner ganzen Tiefe weiter und neu kennen lernen und verstehen zu wollen. Denn Leben bedeutet Entwicklung. Wo Stillstand ist, ist kein Leben.

Damit du uns jetzt nicht falsch verstehst: Liebe kann auch zu neuer Gewohnheit, neuem Vertrauten führen – auf jeden Fall ist sie aber kein Stillstand.

Zur Partnerschaft gehören Gespräche. Der Unterschied zwischen Liebe und Gewohnheit liegt hier in den Inhalten: Regelt ihr den Alltag, wenn Ihr miteinander sprecht? Oder vertieft Ihr euch in neue Themen? Redet über Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und Visionen?

Freiheiten lassen ohne Forderungen zu stellen

Gestehst du ihm Freiheiten zu ohne ihn zu reglementieren und zu kontrollieren? Ohne Angst und Eifersucht? Eine gewisse Unsicherheit darfst du allerdings empfinden. Denn Menschen können sich immer auch in jeweils unterschiedliche Richtungen entwickeln. Das passiert auch, wenn Liebe da ist oder da war. Dafür gibt es keine Versicherung.

Neugierde und Mut anstelle von Sich-treiben-lassen

Investierst du in Wachstum und Neues und traust dich was in deiner Beziehung? Oder macht sich Langeweile bei euch breit? Alltagstrott, ohne Höhen und Tiefen? Erinnerung an Gelebtes statt Neugierde auf das was noch kommt?

Vielleicht fragst du dich sogar: Tut er mir überhaupt noch gut? Mehr noch: Schadet er mir sogar in meiner eigenen Entwicklung? Die Antwort könnte eines der wichtigsten Merkmale für Liebe sein. Oder eben für Gewohnheit.

Liebe bedeutet Arbeiten an der Beziehung, Geduld und Verständnis. Immer wieder. Und das macht nicht immer Spaß. Klar. Aber das Ergebnis lohnt sich. In beide Richtungen …

Lebendigkeit anstelle des Gefühls, (woanders) etwas zu verpassen

Träumst du in Gedanken von Erlebnissen und ein wenig Abenteuer, während Dein Körper neben deinem Partner auf dem Sofa sitzt? Dass du andere Männer (auch) interessant findest, gehört zum Leben. Die zentrale Frage dabei ist: Kannst Du diese Anregungen in deine Partnerschaft hineinholen?

“Praktizierst” du Zärtlichkeiten aus Pflichtgefühl? Auch Sex wächst mit dem Ausprobieren von Neuem – oder sollte zumindest, wenn er einfach “nur” der Entspannung dient, Spaß machen. Findest du viele Gründe und Gelegenheiten, später ins Bett zu kommen, wenn er hoffentlich schon schläft? (Abgesehen davon, dass das Bett der einzige Ort ist, an dem ihr miteinander schlaft.) Baut sich für dich beim Sex noch Spannung auf? Schreibst du dabei in Gedanken deine Einkaufsliste? Oder denkst du währenddessen nur an die Entspannung danach?

Die gegenseitige Anziehungskraft und Leidenschaft baut sich in längeren Beziehungen automatisch ab. Meist nach einem halben bis drei Jahren. Aber: Ob Zärtlichkeiten “abgearbeitet” werden oder du Lust zum Ausprobieren hast, macht deutlich, ob du etwas anderes lebst als Gewohnheit.

Gemeinsame Ziele statt abwarten was passiert

Habt ihr Pläne für die Zukunft? Wie ihr eure Silberhochzeit begehen wollt? Was sein soll, wenn ihr in Rente seid? Oder passt du dein Leben seinem an oder er sein Leben deinem?

Wie fühlt es sich für dich an, wenn du denkst, dass du auch noch in fünf oder zehn Jahren neben ihm aufwachst? Kannst du dir vorstellen, mit ihm gemeinsam alt zu werden?

Die Frage ist vielleicht gar nicht so sehr, ob das was da ist, tatsächlich noch Liebe bedeutet. Sondern ob es sich lohnt, für eine gemeinsame Zukunft aktiv zu werden. Guck dir an, worauf du aufbauen kannst: Was ist noch da? Was ist gut an deiner Beziehung? Wofür genau lohnt es sich mit ihm zu kämpfen?

Zuversicht anstelle von Angst

Wenn du dich schon lange fragst, ob du deinen Partner noch liebst oder ob du einfach bequem bist, dann hast du vielleicht Angst vor Veränderung. Angst vor Einsamkeit und der Leere, die kommen könnte, wenn du gehst. Angst, niemanden wieder zu finden, der dich liebt.

Bequemlichkeit ist der Weg des geringsten Widerstands. Bleibst du aus Angst oder aus Überzeugung?

Liebe und Gewohnheit müssen sich nicht ausschließen. Aber es ist keine Liebe, wenn Gewohnheit der ausschließliche Grund für das Zusammensein ist.

Wir wünschen dir gutes Gelingen bei der Bewältigung deiner Herausforderungen und einen wertschätzenden Blick auf dich selbst und deinen Partner!

Mehr zum Thema

Wenn du weitere Anregungen und Beziehungstipps zum Thema Kommunikation und Konfliktlösung in der Partnerschaft suchst, findest Du hier mehr:

Miteinander Probleme lösen in 5 Schritten

Seid gut zu euch.

Herzliche Grüße

 

 

 

 

 

 

 

 

Alexander Klose: Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis. Wohnt in Schleswig, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Maren Sörensen: Diplom-Pädagogin und Systemische Therapeutin (SG). Ist in der Nähe von Flensburg verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne und zwei Enkelkinder.

Und, was meinst du?

Wir freuen uns über deine Meinung zu diesem Thema, über Deine Ideen, Kritik oder Fragen. Bitte schreibe uns unten in den Kommentar!

Foto: © RadaRani

7 Gründe, warum du nicht loslassen kannst und dich mit einer ungesunden Beziehung quälst

7 Gründe, warum du nicht loslassen kannst und dich mit einer ungesunden Beziehung quälst

Eines der größten Probleme meiner Klienten ist die Herausforderung endlich zu loszulassen, und ich kann das sehr gut nachvollziehen, denn ich war genau an diesem Punkt – und ich habe zwei Jahre meines Lebens damit verschwendet!

Darum möchte ich dir hier einmal ein paar Denkanstöße geben, sodass du in dich hineinhören kannst. Wichtig dabei ist natürlich, dass du ehrlich zu dir bist und die ganzen Geschichten, die du dir unterbewusst erzählst, beiseiteschiebst

Angst vor dem Alleinsein

Eine sehr häufige Antwort, die ich bekomme, wenn Klientinnen vor der Frage stehen, ob sie sich trennen sollen oder nicht, beziehungsweise wenn sie in Trennung leben und einfach nicht loslassen können, ist die Angst davor alleine zu sein, sich nicht ganz zu fühlen. Das Problem mit dieser und allen Ängsten ist, dass sie nicht von alleine weggehen, und sicher nicht, wenn wir nicht bewusst etwas unternehmen.

Was du hier tun kannst? Zum einen: Lasse deine Gefühle zu, akzeptiere, dass sie da sind und unterdrücke sie nicht (denn sie sind ja schon da!). Und du musst lernen dich selbst zu lieben, nur dann bist du dir selbst genug und hast nicht das Bedürfnis mit jemandem zu sein, weil du es musst, sondern weil du es willst. Das ist ein großer Unterschied.

Du willst deine Komfortzone nicht verlassen

Schön reden, eine schlechte Idee, und dennoch eine weit verbreitete Strategie, um nicht loslassen zu müssen. Es ist so einfach, weil wir dann unsere Komfortzone nicht verlassen müssen. Die meisten von uns wollen das nicht, denn es macht uns Angst!

Wir haben Angst vor der Unsicherheit, vor dem was kommt. Angst davor, dass wir es alleine nicht schaffen, keine Kontrolle mehr über unser Leben haben (haben wir die überhaupt irgendwann?), Angst davor keinen Partner mehr zu finden.

Also was tun wir? Wir erzählen uns selbst, dass alles eigentlich nicht so schlimm ist… Wenn du nicht aufhörst dir diese Geschichten zu erzählen und dich selbst zu verar***en, dann wirst du nicht loslassen können.



Du denkst, es gibt keinen anderen Menschen, der dich will!

Vor allem wir Frauen neigen gerne dazu uns auf einem Menschen einzulassen, der uns zwar nicht wertschätzt, aber immer noch besser ist als niemanden an unserer Seite zu haben. Anstatt klare Grenzen aufzuziehen, reden wir uns alles schön, denn wir leiden an dem Glaubenssatz:

Ich finde bestimmt keinen neuen Partner mehr! Niemand will mich.

Kennst du das? Dann frage dich mal, warum du das glaubst? Schreib es auf.

Er oder ich? Du fühlst dich für deinen Partner verantwortlich!

Oftmals haben wir Angst davor, dass wir einen anderen Menschen verletzten, der uns viel bedeutet, und trauen uns deshalb nicht auszusprechen, was wir fühlen und für uns selbst zu sorgen.

Die Frage ist aber: Wie lange willst du dich selbst noch mit dieser Situation verletzen? Und was denkst du wie lange du noch deine kostbare Lebenszeit investieren möchtest, um dein Leben für einen anderen Menschen und nicht für dich zu leben?

Bald wird alles anders…Du glaubst ernsthaft, dass dein Partner sich verändert!

Die Hoffnung stirbt zuletzt, oder? Viele von uns glauben, dass sich unser Partner mit Sicherheit bald ändert, nur ein paar Wochen, Monate oder Jahre, alles eine Frage der Zeit. Die Wahrheit ist, dass sich Menschen nur dann wahrhaftig ändern, wenn sie es selbst wollen.

Wenn du also darauf wartest, dass irgendwann alles besser wird und du von deinem Partner das bekommst, was du dir wünschst, dann ist es einfacher (auch wenn das gerade nicht so erscheint) loszulassen und von vorne anzufangen.

Im Teufelskreis: Du bist emotional abhängig!

Hiervon kann ich ein Lied singen, denn ich war emotional abhängig, nur habe ich es viel zu spät erkannt!

Wenn du emotional abhängig bist von deinem Ex, bist du süchtig nach seiner Aufmerksamkeit und Zuwendung und brauchst permanent die Bestätigung, dass er dich liebt. Du erkennst deinen eigenen Wert nicht und hältst deshalb (krampfhaft) an deinem Ex und der Vergangenheit fest. Dafür gibt es zwei Ursachen:

Du hast emotionale Wunden aus deiner Kindheit, die du nicht verarbeitet und damit nicht überwunden hast. Aus diesen Wunden ist eine emotionale Bedürftigkeit entstanden, die du durch die Liebe von außen versuchst, zu kompensieren anstatt sie zu heilen.

Du liebst dich selbst nicht. Und daher bist du auf die Liebe von außen angewiesen, die Liebe von anderen Menschen.

„Aber, was wenn…?“ Deine Angst davor deine Entscheidung zu bereuen…

Wovor hast du Angst, wenn du loslässt? Hast du Angst davor, dass du deine Entscheidung bereuen könntest?

Wenn ja, warum? Wie kannst du etwas bereuen, das gut für dich ist? Wieso glaubst du, dass es besser ist an jemandem festzuhalten, der dir nicht gut tut?

Aus meinem tiefsten Herzen möchte ich dir sagen: Wenn du leidest, ist jede Veränderung, die du in deinem Sinne ist, eine positive Veränderung. Wenn du so weiterlebst, wirst du in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren feststellen, dass du nichts getan hast, außer wertvolle Lebenszeit zu verschwenden.

Willst du endlich loslassen?

Dann habe ich zwei Angebote für dich: Zum einen mein 1:1 Coaching, in dem wir zwei daran arbeiten, dass du deinen Selbstwert erkennst und die Stärke entwickelst, um endlich loslassen zu können ♡

 

 

 

Wie deine Beziehung eine Affäre übersteht

Wie deine Beziehung eine Affäre übersteht

Schwindelig taumelnd muss sie sich hinsetzen. Ellas Magen dreht sich einmal um, sie ist kurz davor, sich zu übergeben. Sie kann nicht glauben, was er ihr gerade gestanden hat. Er hat eine Affäre! Eine Affäre mit seiner Kollegin, der sie noch nie über den Weg getraut hat.

„Wie lange geht das schon? Wie oft hattet ihr Sex? Wann habt ihr euch getroffen? Und was war an dem Wochenende, wo du angeblich bei deiner Schwester warst? Wie kannst du mir sowas antun?“

Die Fragen schießen wie Munition aus einem Maschinengewehr. Wie ein Krimineller im Verhör sitzt er vor ihr.

Einmal Betrüger – immer Betrüger

  • „Trenn dich! Das tut der immer wieder!“
  • „Lass dir das nicht gefallen.“
  • „Männer sind Schweine, das sag ich doch schon immer.“
  • „Wie? Du willst mit ihm zusammen bleiben? Bist du jetzt völlig übergeschnappt?“

All diese „Rat-Schläge“ hat Ella zu hören bekommen und oft hat sie sich gewünscht, sie hätte einfach die Klappe gehalten. Sie musste mit ihrer emotionalen Achterbahn klar kommen und ein Gespräch mit ihren Mädels hat doch sonst immer geholfen.

Doch beim Fremdgehen hört der Spaß auf. Dass er eine Affäre hatte, ist für ihre Freundinnen ein absolutes NoGo. Die Lügen, das Betrügen und Fremdsex sind Vergehen, für die es keine Entschuldigung gibt.

Wird ihre Beziehung diese Affäre überstehen?

Nach dem Auffliegen einer Affäre ist die sofortige Beendigung der Außenbeziehung ein wichtiger Baustein, um der Beziehung eine Chance zu geben. Hannes ist bereit, alles zu tun, um seinen Fehler wieder gut zu machen.

Sie haben beschlossen, für ihre kleine Familie zu kämpfen und diese Krise zu überstehen. Hannes ist ein guter Mensch und Ella liebt ihn. Auch wenn Ella noch keine Ahnung hat, wie sie mit der Eifersucht und den Bildern in ihrem Kopf klar kommen soll, will sie es versuchen.

Die 10 Phasen nach einer Untreue

Sobald die Affäre aufgedeckt wird, durchlaufen die meisten Betrogenen in etwa dieselben Phasen. Um die Beziehung zu retten, dürfen BEIDE(!) achtsam, wertschätzend und mir sehr viel Liebe und Güte durch diese Phasen gehen. Das ist im Auge des Taifuns nicht ganz so leicht.

Phase 1 + 2: Schock – Wut/Rache

Es kann Tage und Wochen dauern, bis etwas Ruhe in die Gefühle einkehrt und das logische, klare Denken wieder möglich wird. Eifersucht und Hass wirken wie düstere Dämonen, die sich ins Herz fressen.

Ella hat es gut gemacht. Nach dem ersten Schock hat sie sich zurückgezogen und sich Zeit gegeben, mit der Situation halbwegs klar zu kommen. Sie hat ihren Rachephantasien keinen Raum gelassen und sich selbst beruhigt. Rache schadet der Beziehung sehr, eine Versöhnung wird noch schwerer, als eh schon.

Phase 3: Enttäuschung

Die Phase der Ent-Täuschung ist wichtig, denn jetzt wird klar, welchen Täuschungen das Paar aufgesessen ist. Wir alle sind Hollywood- und Disney-verseucht, so dass wir felsenfest an einem Happy End festhalten wollen und eine Liebe auf Dauer konservieren wollen.

Wir glauben, dass wir alles für unseren Partner sein können und ihm für immer alle Bedürfnisse erfüllen können. Dass das nicht möglich ist, wird erst nach einer Affäre schmerzlich bewusst.

„Am Schlimmsten sind die Lügen“, berichten mir Betrogene immer wieder. Doch wenn wir mal genauer hinschauen, wird klar, dass der Betrüger nicht aus Bosheit lügt, sondern weil er die Beziehung schützen und behalten will.



Phase 4: Entscheidung

In den ersten drei Phasen ist es keine gute Idee, weitreichende Entscheidungen zu treffen. Im ersten Sturm der Gefühle scheint eine Trennung die beste Lösung zu sein. Wie schade, dass viele Paare dem Konzept der Treue mehr die Treue halten, als ihrer Beziehung.

Monogam zu leben ist leicht, solange niemand fremdgeht. Die wahre Herausforderung der Monogamie zeigt sich erst, wenn einer sie missachtet. Viele sind stolz darauf, immer treu zu sein, halten diese „Treue“ jedoch immer nur wenige Jahre durch. Serielle Monogamie hat mit Treue nichts zu tun.

Phase 5: Hoffnung

Hat sich das Paar nun entschieden, den Weg gemeinsam weiter zu gehen, braucht es ein Licht am Ende des Tunnels. Hoffnung entsteht durch die richtigen Fragen, durch Zuhören und nicht Verhören.

  • Was war es, was dich gereizt hat?
  • Was hast du vermisst? Kann ich dir das geben?
  • Wie hast du dich gefühlt, wenn du nach Hause gekommen bist?
  • Wie wollen wir leben, wenn das hier durchgestanden ist?

An dieser Stelle ist es wichtig, sich über Träume und Ziele zu unterhalten und die Vorwürfe und Schuldzuweisungen einzustellen. Es hatte einen Grund, warum der Partner fremdgegangen ist. Und dieser Grund hat immer mit BEIDEN Partnern zu tun. Eine Affäre ist eine Botschaft, ein Warnhinweis und eine Chance, die Beziehung weiter zu entwickeln.

Phase 6: Alltag

Nach dem Tornado, der durch die Beziehung gefegt ist, geht es ans Aufräumen und zurück in einen liebevollen Alltag. Ella und Hannes dürfen sich die Fragen stellen:

  • Gibt es Rituale, die wir vernachlässigt haben?
  • Haben wir Quality-Time als Paar? Ohne Kinder? Ohne TV und Handy?
  • Geben wir uns genügend Raum, auch mal alleine zu sein?
  • Machen wir uns gegenseitig gute Gefühle? Oder die Hölle heiß?

Lieben ist ein TUN-Wort. Die beiden dürfen mehr tun, was zeigt, dass sie sich wichtig sind und sich lieben. Für jeden ist das etwas anderes. Mehr Mithilfe im Haushalt, Geschenke , Zärtlichkeit oder was auch immer.

Phase 7: Verzweiflung/Leichen im Keller

Eine Affäre zu überstehen bedeutet, die Beziehung auf ein neues Level zu heben, bzw. eine völlig neue Beziehung zu erschaffen. Es ist nichts mehr, wie es vorher war, und das ist gut so. Manchmal scheint ein Verzeihen unmöglich, die Wut kommt wieder hoch und Sex ist undenkbar.

Es ist völlig normal, in frühere Phasen zurück zu fallen. Die Verzweiflung, es nicht zu schaffen, taucht immer wieder auf. Hier wird es schmerzhaft, weil die alten Denkstrukturen und Verhaltensmuster in Frage gestellt werden. Die ein oder andere Betrogene stellt sich die Frage: „Warum soll ich mich verändern? ER ist doch fremdgegangen!“

Es dürfen sich BEIDE verändern und das ist ein lebenslanger Prozess. Eine Beziehung ist immer im Wandel und nur wenn wir lernen, diese Wellen zu surfen, leben wir erfüllt und glücklich zusammen.

Phase 8: Verzeihen

Niemals werden Ella und Hannes vergessen, was passiert ist. Hannes muss sich selbst verzeihen und Ella ihm. Gelingt es den Beiden, das Konzept der Treue in Frage zu stellen, anstatt sich selbst oder die Beziehung, sind sie einen großen Schritt weiter.

Monogamie ist kein Gesetz wie die Schwerkraft. Monogamie ist ein Konzept, welches von Männern eingeführt wurde, um die Sexualität der Frau zu kontrollieren und sich sicher zu sein, wer wessen Kind aufzieht. Monogamie ist ein Kind der Angst und kein Kind der Liebe.

Monogam zu leben ist nicht die menschliche Natur, es ist eine Entscheidung. Wie vegetarisch oder vegan zu leben. So wie manchem Veganer beim Anblick eines Schnitzels das Wasser im Munde zusammen läuft, so ist es völlig normal, dass wir trotz Beziehung auch andere Menschen anziehend finden.

Phase 9: Vertrauen

Wenn Ella und Hannes es schaffen, die Krise zu überstehen, gibt es keine Garantie, dass das nicht wieder passieren wird. Wir wissen, dass Autofahren gefährlich sein kann, und doch fahren wir, selbst nach einem Unfall. Wir vertrauen einfach darauf, dass schon alles gut gehen wird.

Die beiden können darauf vertrauen, dass ihre Ehe allen Herausforderungen gewachsen ist. Sie können vertrauen, dass sie immer einen Weg finden, glücklich zu sein. Ob miteinander oder ohne einander. Vertrauen ist nichts, was wir verdienen. Vertrauen ist etwas, was wir verschenken.

Das bedeutet nicht, dass nur Ella Hannes wieder vertrauen muss, sondern dass beide ihr Vertrauen stärken müssen.

  • Das Vertrauen in sich selbst – Selbstvertrauen (besonders für Hannes wichtig!)
  • Das Vertrauen in die Beziehung
  • Das Vertrauen in den Partner
  • Das Vertrauen ins Leben

Phase 10: Next Level

Ella und Hannes haben es geschafft. Sie sind heute glücklicher, als sie es vor der Affäre waren. Ihr Sexleben ist leidenschaftlicher und sie gehen sehr viel achtsamer miteinander um. Die Gespräche sind tiefer und sie sind stolz darauf, die Krise gemeistert zu haben. Sie leben weiterhin monogam, sind jedoch deutlich offener geworden.

  • Offen für Fehler
  • Offen für Träume und Ziele
  • Offen für Veränderungen
  • Offen für die Bedürfnisse des Anderen
  • Offen für neue Ideen und Impulse

Auch wenn sie sich nie wieder so eine heftige Krise wünschen, sind sie rückblickend dankbar dafür.

Jede Beziehung kann eine Affäre überstehen.

Dafür braucht es Mut, Hingabe und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Und im Idealfall die Unterstützung von jemandem, der sich damit auskennt ;-).

Das Online-Coaching-Programm „Neubeginn 2.0 – Back to Love“ habe ich für Frauen entwickelt, die von ihrem Partner betrogen wurden und einen Weg suchen, wieder zu vertrauen und zu lieben. Es nimmt die Betroffenen an die Hand und führt sie behutsam und lustig durch die 10 Phasen nach der Affäre.

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst
Melanie

Dies ist ein Gastartikel von: Melanie Mittermaier: Bloggerin, Speakerin, Liebes-Coach

Spezialisierung auf langjährige Liebesbeziehung + Fremdgehen. Mit ihren ungewöhmelanie-mittermaiernlichen und teilweise polarisierenden Ansichten ermöglicht Melanie Mittermaier den Menschen eine völlig neue Sicht auf Treue und die Liebe. Ihre ehrliche, offene und etwas freche, bayerische Art begeistert die einen und verärgert die anderen. Jeder, der seine Beziehung über Jahre hinweg unkonventionell, lustig und erfüllend leben möchte, ist bei ihr gut aufgehoben. Online und im echten Leben.

 

Foto: © stokkete

Hilfe, mein Ex hat eine Neue!  Keine Panik, darum geht es ihr sicher nicht besser als dir

Hilfe, mein Ex hat eine Neue! Keine Panik, darum geht es ihr sicher nicht besser als dir

Wenn dein Ex eine neue Freundin hat, ist dir mit Sicherheit schon der Gedanke gekommen: Kaum bin ich weg, bekommt sie alles was ich mir immer gewünscht habe. Bestimmt macht er dies und das für sie und ganz sicher ändert er genau das, was ich ihm immer gesagt habe und sie erntet die Früchte meiner harten Arbeit.“ 

Solche oder so ähnliche Gedanken sind dir mit Sicherheit durch den Kopf geschossen, stimmt’s?

Ich kann dir sagen: Nein, ihr wird es nicht besser gehen als dir (im Gegenteil). Und nein, er hat sich nicht wie von Zauberhand geändert und macht alles genauso wie du es dir immer gewünscht hast.

Warum ist das so?

Menschen haben Verhaltensmuster, und wir alle haben Beziehungsmuster. Diese Muster sind so tief in uns verankert, dass wir uns nicht von heute auf morgen ändern. Auch nicht, wenn wir wollen. Verhaltensmuster und Gewohnheiten zu ändern, ist Arbeit und erfordert Disziplin.

Hast du schon mal versucht deine Ernährung umzustellen, regelmäßig Sport zu machen oder täglich ein paar Seiten in diesem schwer zu erfassenden, wissenschaftlichen Buch zu lesen? Ja? Dann weißt du wie schwer es ist, sich ab und an dazu zu überwinden oder sich das neue Ziel wieder ins Gedächtnis zu rufen, um am Ball zu bleiben.

Und genauso läuft es auch mit Beziehungsmustern, denn sie sind nichts anderes als Gewohnheiten, die sich im Laufe der Jahre eingeschlichen und die durch unsere Erfahrungen und unsere Sozialisation entstanden sind.

Die Verliebtheitsphase

Die einzige Ausnahme, in der für die Neue alles genauso laufen kann (nicht muss!) wie du es dir immer gewünscht hast, ist die Verliebtheitsphase, denn am Anfang – und das weißt du aus eigener Erfahrung – wollen wir uns von unserer besten Seite präsentieren und sind bereit, einfach alles für den anderen zu machen, nur damit er/sie glücklich ist. Denn es macht uns ebenfalls glücklich.

Der Alltag

Das alles wird sich ändern, wenn der Alltag einkehrt, was durchschnittlich etwa sechs Monate dauert. Wenn wir uns ‚aneinander gewöhnt haben‘ und uns unser Alltag wieder einholt, werden sich nach und nach unsere alten Muster wieder einschleichen.

Wenn dein Ex eigentlich kein Romantiker ist, dann wird er ihr nach der Verliebtheitsphase genauso oft Blumen schenken wie es bei dir gemacht hat. Wenn er ein Arbeitstier ist, dann wird er genauso viel arbeiten wie er es bei dir gemacht hat. Wenn er mehrmals die Woche mit seinen Kumpels rumhängt und ein Bier trinken geht, dann wird er das nicht plötzlich gegen zig Kuschelabende tauschen.

Verhaltensmuster durchbrechen 

Um tatsächlich etwas an seiner Verhaltensweise zu ändern, muss er selbst an seinen Mustern arbeiten wollen. Genauso wenig wie du die Gefühle und Denkweisen von anderen Menschen beeinflussen kannst, genauso wenig kannst du (oder die Neue) seine Verhaltens- und Beziehungsmuster verändern.

Veränderung in unserer Handlungsweise und das Durchbrechen von Gewohnheiten kann immer nur von uns selbst ausgehen, es ist harte Arbeit und es erfordert Disziplin.

Deine Versuche und die der Neuen

Nun, wenn du dir jetzt überlegst, wie oft du während eurer Beziehung darum gebeten hast dies und das zu ändern und/oder mehr darauf einzugehen und dann schaust, wie sehr er sich bemüht oder etwas verändert hat: Was denkst du wie hoch die Chancen sind, dass er das für seine neue Freundin macht? Nur weil dein Ex eine Neue hat, heißt das nicht automatisch, dass er sich ändert.

Im Gegenteil: Es ist doch einfacher einen neuen Menschen an seine Macken zu gewöhnen als sich selbst zu ändern, oder?



Ist es unmöglich, dass für sie alles besser wird?

Nein, das muss ich ganz klar sagen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Wann für seine neue Freundin alles besser oder zumindest anders als für dich sein kann? Wenn sie die Richtige ist und er bereit ist an seinen Mustern zu arbeiten!

Ich weiß, dass du das nicht gerne liest. Aber dass ihr getrennt seid hat einen Grund, und wenn du ganz ehrlich bist, dann weißt du das auch. Welcher das ist, sei dahingestellt. Wenn es sich bei dir nicht gerade um eine temporäre Trennung handelt (was es auch gibt, um sich zu sammeln und nachzudenken wie und ob es weitergehen kann), dann ist der Trennungsgrund oftmals nicht unerheblich.

Willst du deinen Ex zurück?

Es gibt Fälle in denen eine Beziehung wieder funktioniert, wenn du wieder mit deinem Ex zusammenkommst. Ich kenne sogar Fälle, in denen nach der Trennung alles besser wurde und Paare, die heute sogar verheiratet sind. In der Liebe ist alles möglich! Nur: Das sind die Ausnahmen.

In den meisten Fällen ist es so, dass es einen Auslöser für die Trennung gab und dass dieser, wie gesagt, nicht unerheblich war. Oftmals ist dieser Auslöser auch eine Verhaltensweise, mit der der Partner nicht klarkommt:

  • Seine Arbeit ist immer wichtiger als ich.
  • Er sieht seine Kumpels mehr als mich.
  • Er verschleudert unser ganzes Geld.
  • Er schaut immer anderen Frauen hinterher.
  • Er ist ein notorischer Fremdgänger.

Und das sind nur ein paar Beispiele. Wenn du deinem Ex nachtrauerst und ihn zurück möchtest, dann setz dich hin, atme tief durch, nimm dir Zettel und Stift und schreib dir das auf, womit du unglücklich und unzufrieden warst. Und dann überleg dir, ob du genau mit diesen Eigenschaften – die du trotz Liebe, Beziehung, Streits, Diskussionen und Bitten nicht verändern konntest – dein ganzen Leben lang leben könntest. Und, könntest du…?

Die Quintessenz

Wenn dein Ex nicht selbst und aus intrinsischer Motivation an seinem Verhaltensmuster arbeitet und etwas verändern will (warum und für wen auch immer), dann wird die neue Freundin das ‚gleiche Schicksal‘ ereilen wie dich.

Egal wie verliebt er jetzt sein mag (und ja, das ist bescheidenste Phase für dich, ich weiß!), auf lange Sicht gesehen wird die Beziehung die gleichen Muster ausweisen wie die, die ihr hattet.

Versuche dich während seiner Verliebtheitsphase, in der alles so perfekt und makellos nach außen aussieht (nicht zwangsläufig ist!), abzulenken und dich so wenig wie möglich mit der Neuen auseinanderzusetzen. Sie hat weder deine Aufmerksamkeit noch deine Energie verdient.

Und versuche dich mit dem Gedanken zu trösten, dass sein Verhalten nicht von Dauer sein wird. Mir ist natürlich bewusst, dass das nicht einfach ist für dich, aber versuche die Energie, die du in die Gedanken darüber investieren würdest, lieber in deine Selbstliebe zu investieren.

Der Artikel im Überblick:

  • Menschen haben Verhaltens- und Beziehungsmuster, die sie durchbrechen wollen müssen damit sich etwas verändert.
  • Nur die Verliebtheitsphase kann diese Muster auf Eis legen.
  • Mit dem Alltag kommen auch die alten Muster wieder.
  • Seiner Neue wird nur dann massiven Einfluss auf seinen Willen etwas verändern zu wollen (nicht auf die Muster!) haben können, wenn sie zu 100 Prozent die Richtige ist!
  • Wenn das nicht der Fall ist, dann wird sie das ‚gleiche Schicksal ereilen‘ wie dich.
  • Versuche deine Energie in dich und deine Selbstliebe zu investieren anstatt in die Neue.

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