Angst vor dem Alleinsein – was genau steckt dahinter?

Angst vor dem Alleinsein – was genau steckt dahinter?

Jeder von uns hat Ängste. Manche davon sind offensichtlich, andere wiederum nicht. Und gerade diese Ängste, die uns gar nicht so richtig bewusst sind, sind die trickreichsten. Sie haben einen erheblichen Einfluss. Sie leiten unsere Entscheidungen, unser Handeln –

ohne dass wir es bemerken. Und erst wenn wir genauer hinschauen, fällt es uns wie Schuppen von den Augen. So war es auf jeden Fall bei mir, als ich vor einiger Zeit eine meiner größten Ängste entdeckte: Die Angst vor dem Alleinsein. Eine Angst, die mich über Jahre begleitete – vor allem in meinen Beziehungen und meinen Liebeskummerphasen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Alleinsein-Angst? Dieser Frage will ich heute mit dir auf den Grund gehen. Fangen wir gleich an – mit einem kleinen Test:

Alleinsein.

Ein Wort, das bei vielen Menschen ganz unterschiedliche Reaktionen und Emotionen auslöst. Probier`s mal selber aus: Was fühlst du, wenn du dieses Wort immer und immer wieder in deinem Kopf sagst? Alleinsein. Ich muss ganz ehrlich gestehen, selbst heute noch fühle ich einen kleinen Funken Widerstand in mir, wenn ich dieses Wort wahrnehme. Aber Gott sei Dank ist er nicht mehr so stark wie früher. Alleinsein war ein Wort, bei dem sich damals mein Magen zusammenkrampfte. Gleichzeitig fühlte ich wie in mir eine Beklommenheit hochstieg, die ich ganz und gar nicht gut fand. Alleinsein, das wollte ich auf keinen Fall! Wie sieht es bei dir aus? Fühle und höre genau in dich hinein. Spürst du einen Widerstand in deinem Körper? Verbindest du dieses Wort mit negativen Gefühlen?

Ein Leben ohne Beziehung – undenkbar!

So dachte ich vor einigen Jahren. Eine Beziehung gehörte für mich dazu. Es fiel mir so schwer, Zeit nur mit mir zu verbringen. Singlephasen – wie habe ich die gehasst. Da war immer ein Gefühl von ICH-BIN-EINFACH-NICHT-VOLLSTÄNDIG. Na klar, hab ich nach dem Motto gelebt: ICH-GENIESSE-JETZT-MEIN-SINGLEDASEIN. Aber aus dem tiefsten Herzen kamen diese Worte nie. Und die Nichts-los-Wochenenden, wie schrecklich waren die denn bitte! Keine Verabredung, keine Party, Freunde alle ausgebucht – an diesen Tagen bin ich gar nicht klargekommen. Ich bin fast verrückt geworden. Diese Gefühle, die immer wieder aufploppten, die wollte ich nicht. Zum Singledasein war ich einfach nicht gemacht. Das stand fest. Ich hatte Angst – das wollte ich mir damals nicht eingestehen. Ich hatte Angst für immer alleine zu sein. Man möge meinen diese Angst wurde urplötzlich verschwinden, wenn man in einer festen Beziehung ist. Doch Pustekuchen, heute weiß ich:

Wenn du dich nicht intensiv mit deinen Ängsten auseinandersetzt, gewinnen sie mehr und mehr die Oberhand über dich – ohne dass du es merkst! Und sie lassen dich wahnwitzige Dinge tun, über die du später nur den Kopf schütteln kannst.



6 Dinge, die du in einer Beziehung tust, wenn die Alleinsein-Angst in dir steckt

  1. Dir fällt es schwer, wenn dein Partner mit Freunden alleine etwas unternimmt.
  2. Kleine Dinge reichen aus – wie ein kurzes Gespräch mit einer anderen Frau – und die Eifersucht kommt in dir hoch.
  3. Du erwischst dich immer wieder dabei, dass du deinen Partner kontrollierst – in sein Handy guckst, Nachrichten bei Facebook anschaust, etc.
  4. Du gibst dich selber auf – deine Freunde, deine Hobbies, deine Interessen, deine Leidenschaften. Du richtest dein ganzes Leben nach deinem Partner aus.
  5. Du verzeihst ihm immer wieder, obwohl er dich überhaupt nicht mehr mit Respekt und Liebe behandelt.
  6. Du fühlst, dass du ihn nicht mehr liebst, es fällt dir aber unwahrscheinlich schwer dich zu trennen. Und du schiebst die Trennung Jahr für Jahr vor dir her.

Du fühlst, dass irgendwas nicht stimmt. Aber du weißt nicht genau was. Du willst etwas ändern – das nimmst du dir immer wieder fest vor. Aber du weißt einfach nicht wie. Die alten Verhaltensmuster sind einfach zu stark, sie ploppen immer wieder auf. Und das kann Folgen haben: Du hälst zum Beispiel an einer Beziehung fest, die einfach nicht gesund für dich ist. Oder du verbringst dein Leben mit einem Partner, den du eigentlich nicht mehr liebst. Oder es passiert genau das, was du nie wolltest: Deine unbewussten Verhaltensmuster belasten die Beziehung so sehr, dass sie zerbricht. Und da sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Dem Liebeskummer.

Liebeskummer: Wenn die Angst plötzlich zur Realität wird 

Für Menschen, in denen die Angst vor dem Alleinsein schlummert, gibt es nichts Schlimmeres als Liebeskummer. Was ja eigentlich ganz logisch ist. Denn Liebeskummer ist der Moment, in der die Angst wahr geworden ist. Doch in den meisten Fällen ist einem das gar nicht so richtig bewusst. So wie bei mir. Ich habe insgesamt drei lange und schmerzhafte Liebeskummerepisoden gebraucht, um zu verstehen, warum ich diese Zeit so viel intensiver erlebte als meine Freunde. Warum es mir damals so schwer fiel die Trennung zu akzeptieren. Ich immer wieder den Kontakt zu meinem Ex suchte – mit Briefen, Anrufen oder spontanen Besuchen. Ich mehrmals unter Tränen aufgelöst bettelte mir noch eine Chance zu geben. Mich erniedrigte, mich betrank, mich in Hoffnungen verlor. Ich mich bei all meinen Handlungen irgendwie ferngesteuert fühlte. Dinge tat ohne nachzudenken. Mich krampfhaft an etwas festhielt, was es längst nicht mehr gab, was ich auch längst nicht mehr liebte.

Ich wollte einfach nicht alleine sein. Alle Dinge, die ich tat und dachte, hatten nur einen Ursprung: Meine Angst vor dem Alleinsein. Und weil ich mir dieser nicht bewusst war, übernahm sie die Kontrolle über mein Handeln, meine Gedanken, meine Gefühle. Wie sieht es bei dir aus? Lass deinen Liebeskummer doch mal revue passieren. Oder vielleicht steckst du ja gerade mittendrin. Welche Dinge hast du getan oder planst zu tun, einzig und allein, weil du Angst vor dem Alleinsein hattest oder gerade hast?

Du bist dir nicht sicher, ob die Allsein-Angst in dir schlummert? 

Dann beobachte und hinterfrage deine Handlungen. Immer wenn du das Gefühl hast, dass irgendetwas nicht stimmt. Du spürst, dass du in alte Verhaltensmuster verfällst – sei es nun in einer Beziehung oder während einer Liebeskummerphase. Versuche den Ursprung zu finden. Und der liegt meistens bei dir. Frage dich:

  • Warum reagiere ich gerade in diesem Moment so?
  • Was genau steckt dahinter? Was verspreche ich mir davon?
  • Was versuche ich durch mein Verhalten zu verhindern oder zu erreichen?
  • Könnte eine Angst hinter meinem Verhalten stecken? Und wenn ja, welche genau?

Oder mach es so wie ich: Ich hatte irgendwann keine Lust mehr darauf, dass all meine Beziehungen und Liebeskummerphasen nach dem selben bescheidenen Muster verliefen. Ich fühlte, dass irgendwas nicht stimmte. Ich ärgerte mich jedesmal über mich selber. Warum war ich so oft eifersüchtig? Warum klammerte ich mich immer so an meine Partner? Warum fühlte sich jeder Liebeskummer wie ein Weltuntergang an? Ich wollte das nicht mehr. Ich wollte etwas ändern. Für die nächsten Beziehung, den nächsten Liebeskummer gewappnet sein.

Und so begann ich alles Alte revue passieren zu lassen. Ich schrieb alles auf. Dinge, die mir in meinen Beziehungen und Liebeskummerphasen nicht gefielen. Situationen, in denen ich das Gefühl hatte, dass ich mich da irgendwie nicht richtig verhalten hatte. Handlungen, bei denen ich einfach nicht mehr weiß, warum ich sie tat und die mir heute so unheimlich peinlich sind. Und ich versuchte mich auch eine meine Gefühle von damals zu erinnern. Was löste welches Gefühl in mir aus? Wie ging ich mit diesen Gefühlen um? Ich hielt alles fest. Und dann ging ich der Sache auf den Grund. Ich hinterfragte alles. Dabei stand eins für mich fest. Der Ursprung des Ganzen musste tief in mir sein. Und so entdeckte ich sie: Meine Angst vor dem Alleinsein.

Verdränge deine Ängste nicht – arbeite mit ihnen 

Egal welche Angst du in dir entdeckst. Verdränge sie nicht. Kämpfe nicht gegen sie an. Je mehr du gegen etwas ankämpfst, desto stärker wird es. Deine Beobachtungen, die deine Angst enthüllt haben, beweisen es dir. Schon seit langem kämpfst du gegen deine Angst an – auch wenn es dir nie so richtig bewusst wahr. Ist sie dadurch weniger geworden?

Bei mir auf jeden Fall nicht. Und deshalb habe ich mich für einen anderen Weg entschieden. Ein Weg, der sanfter und auch intensiver ist. Ein Weg, mit dem ich meine Angst Stück für Stück die Kraft nahm. Wenn du Lust hast, probiere ihn doch einmal aus. Er besteht aus 2 einfachen Punkten:

Punkt 1: Nimm deine Angst bewusst wahr – that`s it

Hört sich einfach an. Ist es in der Regel auch. Je öfter du es trainierst, desto einfacher wird es. Es funktioniert folgendermaßen: Jedesmal wenn du das Gefühl hast, dass hinter dem was du gerade tust, denkst oder fühlst, deine Alleinsein-Angst stecken könnte, halte inne und hinterfrage es. Reagiere nicht direkt darauf, halte einfach nur inne und frage dich: Kann es sein, dass hinter allem dem gerade meine Alleinsein-Angst steckt? Und wenn dem so ist, dann verurteile deine Angst nicht. Schmunzel darüber oder sage zu dir selbst: Aha, da ist sie wieder meine Angst. Was fange ich jetzt mit ihr an? Lass ich mich von ihr leiten oder nicht?

Punkt 2: Stell dich deiner Angst – und schau was passiert

In den meisten Fällen stellen wir uns unsere Ängste schrecklicher vor als sie in Realität wirklich sind. Ich habe mich vor einigen Jahren bewusst dafür entschieden eine Weile ohne Partner zu leben. Nicht von einer Beziehung in die nächste zu springen. Ich wollte spüren wie sich meine Angst anfühlt, wenn sie zur Wahrheit wird. Und ich muss sagen: Ich bin überrascht. Heute genieße ich das Alleinsein sogar richtig – und das aus tiefstem Herzen. Natürlich entdecke ich hin wieder wie die Angst mich packt und ich denke: “Weißt du eigentlich wie alt du jetzt bist? Du solltest dich ranhalten!” Aber dann wende ich die Schmunzel-Stratgie an und lasse den Gedanken ganz einfach los.

Überleg doch mal, ob du nicht einige Dates nur mit dir alleine in deinen Alltag einbauen kannst. Oder ein ganzes Wochenende nur mit dir verbringst. Spüre wie sich die Angst anfühlt. Na klar wird es am Anfang schwer sein, doch wenn du dich auf dieses Experiment einlässt, wird sich deine Angst vielleicht eines Tages in Luft auslösen.

So jetzt ist es aber auch genug mit der Theorie und meinen ausgiebigen Selbsterfahrungsberichterzählungen. Ich hoffe, sie bringen dich weiter. Jetzt ist es an der Zeit dich selber auszuprobieren, dein Innerstes zu entdecken, deine Ängste zu entlarven. Trau dich!

Dies ist ein Gastbeitrag von:

Stephanie Wittenberg sagt JA zum Liebeskummer. Hört sich komisch an, ist aber so. Auf ihrem Blog LIEBESKUMMER AND SO WHAT?! dreht sich alles um das Phänomen Herzschmerz.Gerne plaudert sie dabei auch über ihre eigenen OH-MEIN-GOTT-WAS-TUE-ICH-DA-EIGENTLICH-GERADE-SPÄTER-WERDE-ICH-NUR-DEN-KOPF-DARÜBER-SCHÜTTELN-ODER-MICH-DRÜBER-TOT-LACHEN-LIEBESKUMMER-ERFAHRUNGEN. Dabei hat sie den ein oder anderen Liebeskummer-Rauslass-Tipp parat, wie z.B. den kostenlosen 10 Tage-Liebeskummer-Meditationskurs. Und wenn sich bei der Bloggerin mal nichts ums Herz dreht, dann finden wir sie auf Abenteurreisen oder ganz einfach im Bett – denn ohne Ausschlafen läuft nichts bei ihr.

Foto: © dedivan1923

Hältst du Händchen mit deiner Sehnsucht?

Hältst du Händchen mit deiner Sehnsucht?

Ja, Sehnsucht. Ein Gefühl, das dich an einen emotionalen Ort transportieren kann, an dem du dich jenseits der Realität fühlst. Aber leider auch ein Gefühl, das dich dazu bringen kann, dich aufzugeben und dir selbst nicht mehr treu zu sein.

Ich möchte dir heute ein bisschen davon erzählen, was gerade in mir vorgeht. Wenn du die Vorgeschichte dazu wissen möchtest, dann lies erst meinen Artikel der vergangenen Woche.

Wie ich durch meine Sehnsucht meinen eigenen Liebeskummer erzeugt habe 

Ich werde jeden Tag mit dem Thema Liebeskummer konfrontiert. Normalerweise durch meine Klientinnen, aber derzeit bin ich selbst so nahe am Thema wie ich es lieber nicht wäre. Aber weil ich genau weiß wie ich mit Liebeskummer umgehen muss, und was gut tut, kann ich anders über meine persönliche Situation reflektieren.

Als ich den Mann, zu dem ich keinen Kontakt mehr habe, kennengelernt habe, hätte ich besser auf meine Intuition hören sollen. Und in den letzten Tagen haben sich meine Gedanken hauptsächlich um die Frage gedreht:

Warum habe ich nicht auf meine Intuition gehört und mich selbst in eine Situation manövriert, von der ich wusste, dass sie mir wehtun würde?

Und ich habe eine Antwort gefunden.

Ich habe Händchen mit meiner Sehnsucht gehalten.

Ich kann gut alleine sein, sogar sehr gut. Derzeit verbringe ich zwei Monate alleine in Zell am See und schreibe mein Buch. Es gibt hier keine Community oder Meetups, sodass ich eigentlich isoliert bin und den ganzen Tag mit mir alleine bin (abgesehen von Skype-Gesprächen mit meiner Familie und Freunden). Und es macht mir nichts aus, denn ich bin glücklich und zufrieden mit mir selbst.

Und trotzdem trage auch ich in mir die Sehnsucht nach einem Partner, mit dem ich auf einer sehr tiefen Ebene verbunden bin. Am Ende ist es doch das, wonach wir uns alle sehnen. Und genau diese Sehnsucht hat mich dazu gebracht, mein Bauchgefühl zu ignorieren und einen Mann kennenzulernen, von dem ich von Anfang an wusste, dass er mir wehtun kann – zumindest dachte ich das.



Meine Erkenntnis ist aber eine andere

Durch viele Übungen und viel schreiben habe ich den wahren Grund herausgefunden, warum ich so verletzt bin und an Liebeskummer leide. Und es ist ein rein selbst kreierter Schmerz, denn das was mir wehtut, ist nicht, dass es nicht funktioniert hat mit uns beiden oder die Auseinandersetzungen, die wir hatten oder die Ablehnung, die ich von ihm erfahren habe.

Es ist die Erkenntnis, dass ich mich selbst betrogen habe.

Ja, ich habe mich und meine eigenen Werte selbst betrogen. Ich habe meine eigenen Grenzen so weit nach unten gesetzt, damit dieser Mann in meine Vorstellungen passt.

Wie konnte das passieren?

Auch auf diese Frage habe ich eine ganz klare Antwort:

  • Ich habe nicht auf meine Intuition gehört und mich auf ihn eingelassen.
  • Ich habe angefangen mit ihm zu schlafen, was bei den meisten Frauen zur Folge hat, dass sie Oxytocin (ein Bindungshormon) produzieren, das dich – wenn du dich emotional nicht distanzieren kannst – früher oder später verliebt macht.
  • Wir haben den gleichen Humor, unfassbar viel zusammen gelacht und sind gemeinsam verreist und haben dadurch gemeinsame Erinnerungen (die immer verbinden) erschaffen.
  • Ich habe meine Grenzen so weit nach unten gesetzt, dass ich (für eine Zeit) den Mann in ihm sehen konnte, den ich mir an meiner Seite wünsche.

Das hat solange funktioniert bis wir an einem Punkt angekommen sind, an dem ich morgens im Bad vor dem Spiegel stand und mich gefragt habe:

Was machst du hier überhaupt? Wer bist du, Simone?!

Dieser Schlüsselmoment hat so sehr geschmerzt, denn es war der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich mich selbst betrogen habe. Ich war mir nicht treu, nicht die Frau, die ich eigentlich bin.

Und der einzige Grund dafür war, dass ich Händchen mit meiner Sehnsucht gehalten habe.

Ich bin befinde mich im Prozess des Verzeihens

Muss ich ihm verzeihen? Nein, denn er hat mich nicht verletzt. Ja, wir hatten Auseinandersetzungen, aber er hat mich immer mit Respekt behandelt und niemals die Intention gehabt mich zu verletzten. Selbst als ihm gesagt habe, dass ich keinen Kontakt mehr möchte (ja, er hat sich nach seinem Verschwinden nochmal per WhatsApp gemeldet) hat er zwar gesagt, dass er traurig darüber ist, meine Entscheidung aber akzeptiert und sich seitdem auch daran gehalten.

Er ist ein guter Mensch, aber kein Mann, der zu mir passt.

Dem Menschen, dem ich verzeihen muss, bin ich selbst. Die Tatsache, dass ich mich selbst betrogen habe, schmerzt. Aber ich bin auf einem guten Weg mir dafür zu vergeben.

Verzeihen ist nicht mehr als die Akzeptanz, dass du die Vergangenheit nicht verändern kannst.  

Das Wichtigste an dieser Erfahrung ist, dass ich daraus lerne, denn sie birgt, wie alle unsere Lebenserfahrungen, eine wichtige Lernaufgabe in sich.

Was möchte ich dir also aus meiner Erfahrung mitgeben?  

  • Höre auf deine Intuition. Sie ist ein Geschenk und dient als Schutzmechanismus vor Verletzungen.
  • Sei dir treu! Setze deine Grenzen niemals für jemanden herab, nur um den einen Menschen in deine Vorstellung deines perfekten Partners zu drücken.
  • Löse dich von deiner Sehnsucht und lass dich nicht von ihr steuern. Wenn du dich in so einer Situation befindest, dann frage dich (früher als ich!) warum du überhaupt mit diesem Menschen zusammen sein möchtest. Und sei ehrlich zu dir selbst, auch wenn es schwer ist.
  • Übe dich in Selbstliebe. Mein Verhalten der vergangenen Monate und die „Beziehung“, die wir gelebt haben, war weit entfernt von Selbstliebe, denn ich habe Dinge akzeptiert, die einfach nicht gut für mich waren.
  • Sei dankbar für alles was dir im Leben passiert.

Zu dir selbst zu stehen, ist nicht immer einfach, vor allem wenn so viele Emotionen involviert sind. Trotzdem bin ich unglaublich dankbar, dass mir genau das passiert ist, denn diese Erfahrung hat mir den Spiegel vorgehalten und mir gezeigt wie wichtig es ist, mir selbst treu zu sein. Und so etwas wird mir nicht mehr passieren!

Ich sehe diese Erfahrung als Chance, um zu wachsen und mich weiterzuentwickeln und damit meinem tatsächlich passenden Partner einen Schritt näher zu kommen.

Also, sei mutig! Sei wer du bist! Liebe dich selbst und lass niemals jemanden deine Grenzen überschreiten, nur weil du Sehnsucht nach etwas hast, das bereits auf dem Weg zu dir ist. Wenn du meine Unterstützung brauchst, lass es mich wissen.

Sei geduldig, alles im Leben hat einen Sinn <3

Signatur

 

 

 

Foto: © piotr_marcinski

Verliebt oder nicht – Wie steht es um deine Gefühle wirklich?

Verliebt oder nicht – Wie steht es um deine Gefühle wirklich?

Bist du der Typ, der von Beziehung zu Beziehung springt? War das schon in deinen Teenagerzeiten so, dass du eigentlich nie alleine warst und immer binnen kürzester Zeit einen neuen Partner hattest?

Nun, vor meiner 10-jährigen Beziehung war ich das – ich konnte einfach nicht alleine sein und war eigentlich seit meinem 14. Lebensjahr (!) immer mit irgendeinem Typen am Anbändeln und natürlich: immer verliebt!

Heute ist es genau umgekehrt: Ich kann mir nicht mehr vorstellen keine Zeit für mich selbst zu haben und es schnürt mir ein wenig die Luft ab, wenn ich daran denke wie ich gelebt habe und wie ich mit mir selbst umgegangen bin! Würde ich heute in einer Partnerschaft leben, die mich einengen würde, wäre ich schneller wieder Single als du mit dem Finger schnipsen kannst.

Und trotzdem gibt es diese Menschen auch mit 30+ noch. Wahrscheinlich hat jeder von uns so jemanden in seinem Freundeskreis. Kaum geht die eine Beziehung in die Brüche, ist auch schon der nächste Partner am Start. Und darum stelle ich mir heute die Frage, die du dir selbst und/oder deinen besagten Freunden stellen kannst:

Bist du wirklich verliebt?

Nun, verliebt sein können wir nicht tatsächlich messen, daher liegt mir auch fern darüber zu urteilen, ob jemand tatsächlich verliebt ist oder nicht. Aber du kannst es für dich fühlen, und dazu musst du ehrlich sein!

Es gibt (abgesehen von deinem Gefühl) ein paar zentrale Punkte, mit denen du unterscheiden kannst, ob du verliebt bist oder ob du nur nicht alleine sein kannst und dich deshalb mit jemandem verbunden fühlen möchtest. Wo liegt also der Unterschied?

  1. Verliebtsein ist leidenschaftlich. Verbundenheit ist eher, naja okay. 

Wenn du verliebt bist, spürst du die Leidenschaft und gefühlte eine Million Funken schon dann, wenn ihr gemeinsam in einem Raum seid. Alleine wenn eure Blicke sich treffen… Herzrasen, feuchte Hände und tausend Explosionen in deinem Kopf gepaart mit dem nicht zu zähmenden Willen dieser einen einzigen Person nahe zu sein. Euer Sex ist sensationell, jenseits von Raum und Zeit und übertrifft all deine Vorstellungen, alleine weil das Teilen dieses intimen Moments so intensiv ist und auf viel mehr Ebenen als auf der physischen stattfindet.

Wenn du dich mit jemandem verbunden fühlst, nun ja: Klar findest du den Menschen attraktiv und tauschst deine Gedanken mit ihm aus. Aber du spürst das Feuer nicht. Und euer Sex kann natürlich geil sein, aber auf einer anderen Ebene als wenn du verliebt bist und meist auch eher eindimensional. Verstehst du was ich meine?



  1. Verliebtsein heißt selbstlos zu agieren. Verbundenheit ist ichbezogen. 

Wenn du schon mal richtig verliebt warst oder gar aus vollem Herzen geliebt hast, dann weißt du was ich meine: Wenn du ehrliche und tiefe Gefühle für einen anderen Menschen hast, dann steht sein Wohl und sein Glück im Mittelpunkt. Und zwar nicht aus dem Grund, weil du dich selbst aufgibst, sondern aus dem einfachen Grund, weil dich sein Glück noch viel glücklicher macht als du ohnehin schon bist. Und weil es dich mehr erfüllt, zu geben anstatt zu nehmen (was nicht heißt, dass du das nicht tun solltest, aber das ist ein anderes Thema).

Wenn du dich mit jemandem verbunden fühlst, dann stehst du dir selbst trotzdem immer noch am nächsten. Natürlich ist der andere dir wichtig und du übergehst ihn nicht vollkommen, aber wenn du tief in dich hineinhörst und ehrlich bist, dann geht es dir in erster Linie doch zuerst um dich selbst. Nicht weil du es böse meinst, sondern einfach weil du es nicht fühlst. Du fühlst nur bedingt Erfüllung und Glück in dem Glück und der Lebensfreude deines Partners.

  1. Verliebthsein bedeutet Freiheit. Verbundenheit bedeutet Besitz.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich ein paar Kommentare von Leserinnen bekomme, die darüber echauffiert sind, aber ja: Wenn du wirklich verliebt bist oder jemanden gar liebst, dann kannst du ihm Freiheit geben sich selbst zu sein. Und das bedeutet auch, dass dein Partner auch sein eigenes Leben führen und mit anderen Menschen weggehen und sich treffen kann, ohne dass du unsicher wirst und dich und die Beziehung hinterfragst.

Wenn du dich verbunden fühlst mit einem Menschen, dann leidest du oftmals unter Verlustängsten (sonst wärst du nicht in einer Beziehung mit jemandem, in den du nicht verliebt bist) und das wiederum veranlasst dich dazu, deinen Partner besitzen zu wollen. Wenn du ihn nicht besitzt, dann kann er ja auch einfach jemand anders suchen. Das macht für dich wenig Sinn, wenn du so nicht denkst, und doch gibt es viel zu viele Beziehungen, die genauso ticken.

  1. Verliebtsein gibt dir Kraft. Verbundenheit nimmt dir Kraft.

Was meine ich damit? Wenn du verliebt bist, dann bekommst du extrem viel Kraft durch deine Beziehung und deinen Partner, denn ihr gebt sie euch gegenseitig. Ihr seid füreinander da, baut euch gegenseitig auf und geht zusammen durch dick und dünn.

Bei einer Verbundenheit mit einem anderen Menschen, sieht das etwas anders aus: Eigentlich ist es ein ständiger Kampf (egal ob verbal oder in dir und deinem Geist), denn eigentlich ist nur das wichtig, was du denkst und du investierst und verlierst deine Kraft darin, deine Meinung und/oder Entscheidung durchzuboxen.

  1. Verliebtsein bringt dich weiter. Verbundenheit hält dich auf.

Wenn du wirklich verliebt bist oder in diesem speziellen Punkt, liebst, dann wird deine Seele daran wachsen. Denn wenn du dieses tiefe und innige Gefühl für jemanden hast, dann wirst du dich verändern. Egal ob du in manchen Punkten über dich selbst reflektierst und die Sichtweise deines Partners doch besser nachvollziehen kannst als gedacht. Oder ob du eines Tages für dich selbst feststellst, dass du nicht dein bestes Selbst bist, das aber für deinen geliebten Partner sein möchtest. Liebe (und ich wähle das Wort hier bewusst über Verliebtheit) wird dir immer zu Wachstum verhelfen, und diese Veränderungen machen dich glücklich (und dir keine Angst)!

Wenn du jemandem verbunden bist, dann stehst du Veränderungen nicht so offen gegenüber, denn du bist eher damit beschäftigt deine Meinung zu behalten und deine Ansichten durchzuboxen. Veränderung macht keinen Sinn für dich, denn du bist einfach nicht offen dafür.

Jeder von uns hat eine Aufgabe

Ich glaube ganz fest daran, dass jeder von uns, jede Seele auf diesem Planeten eine Aufgabe hat und diese nur durch Wachstum erfüllen kann! Stagnation ist das Schlimmste, das du dir und deiner Seele antun kannst. Beziehungen weisen uns unseren Weg, also finde die Beziehung, die dich wachsen lässt. Ja, das sage ich so einfach, das stimmt. Aber: Wenn du nicht in einer erfüllenden Beziehung lebst, in der du ein besserer Mensch wirst und daran wächst, dann sei mutig, bleibe alleine und habe die Geduld zu warten bis es soweit ist.

Verliebtheit und Liebe fühlen sich immer leicht an!

Wenn du diese natürliche Leichtigkeit nicht von Anfang spürst, dann solltest du für dich, dein Herz und deine Seele reflektieren, ob du nicht besser dran bist, wenn du alleine bist und geduldig bleibst bis dein Seelenpartner auftaucht.

Signatur

Foto: ©elfrock 

Wie du ohne einen Partner glücklich sein kannst. Eine Anleitung.

Wie du ohne einen Partner glücklich sein kannst. Eine Anleitung.

Die meisten von uns tendieren dazu, anzunehmen, dass wir niemals glücklich sein können, wenn wir nicht in einer Beziehung leben. Viele von uns machen ihr Glück sogar einzig und allein vom Partner abhängig. Doch wenn du das tust, dann nimmst du dir unfassbar viele Möglichkeiten, um ein erfülltes Leben zu leben und glücklich zu sein.

In diesem Artikel möchte ich mir dir besprechen, was Glück eigentlich ist, warum du ohne einen Partner glücklich sein solltest und natürlich zeige ich dir Möglichkeiten auf, wie du glücklich werden kannst, wenn du willst.

Was heißt glücklich sein überhaupt?

Die Glücksforschung (ja, die gibt es tatsächlich!) hat in einer Vielzahl Untersuchungen, Befragungen und Erhebungen interessante Erkenntnisse gewonnen:

Danach bedeutet glücklich sein für jeden Menschen etwas anderes. Das ist selbstverständlich keine Überraschung, heißt aber im Umkehrschluss auch, dass es keinen Königsweg gibt, um glücklich zu sein. Das Sprichwort Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied hat also Durchaus seine Berechtigung.

Doch was ist bedeutsam für unser persönliches Empfinden von Glück? Unsere Lebensbedingungen. Unser Grad an glücklich sein, hängt maßgeblich davon ab wie wir leben. Denkst du jetzt: ‚Super, und was soll ich damit?‘ Ganz einfach: Das ist eine super Nachricht, aus zwei Gründen:

  1. Wir können unsere Lebensbedingungen verändern. Jeder einzelne von uns kann Dinge verändern. Natürlich passiert das nicht von alleine, aber du hast die Zügel in der Hand!
  1. Entscheidend ist vor allem wie gut oder schlecht wir uns an unsere Lebenssituation anpassen können, denn jede Situation hat zwei Seiten. Es kommt auf die Perspektive an. Und diese zu wechseln, liegt an dir!

Dale Carnegie bringt es mit diesem Zitat auf den Punkt:

„Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab was du denkst.“

Auf die extrem wichtige Bedeutung unserer Gedanken, unserer Geisteshaltung und unserer Glaubenssätze, gerade bei einer Trennung, und vor allem wie du sie verändern kannst, gehe ich in meinem Selbsthilfekurs ein. 



Warum du auch ohne eine Beziehung glücklich sein solltest

Wenn du dein Glück einzig und allein von dem Faktor abhängig machst, ob du in einer Beziehung lebst oder nicht, dann passieren drei negative Dinge:

  1. Du bist in der Zeit, in der du Single bist unglücklich und nimmst dir selbst einen wahnsinnig großen Teil deiner Lebensqualität.
  1. Du setzt dich unter Druck einen neuen Partner zu finden und kommst dadurch sehr bedürftig und verzweifelt rüber, und das macht dich zweifellos nicht attraktiv.
  1. Du bist immer von deinem Partner abhängig und erzeugst dadurch Verlustängste. Durch diese Ängste, neigst du dazu, dich an deinen Partner zu klammern, was dem wiederum die Freiheit und vielleicht sogar die Luft zum Atmen nimmt und dich als unselbstständig und wenig selbstbewusst wahrnimmt. Und das macht dich unattraktiv und kann letztlich zu einer erneuten Trennung führen.

Wenn du also lernst, alleine glücklich zu sein, wirst du nicht nur dein Leben mehr genießen, deine Lebensqualität steigern, sondern du wirst automatisch attraktiver und begehrenswerter! 

Glücklich sein wird niemals durch nur eine Sache bedingt 

Unabhängig von einer Partnerschaft ist es so, dass dein persönliches Glück niemals nur von einer Sache abhängen sollte. Glücksgefühle kreieren wir auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel:

  • Durch die Liebe zu uns selbst
  • Durch unsere Familie
  • Durch Freundschaften
  • Durch Anerkennung (z.B. im Beruf oder ehrenamtlichen Tätigkeiten)
  • Durch Erfolg
  • Durch persönlichkeitsweiternde Erfahrungen (z.B. Spiritualität)
  • Durch Besitz (interessant ist hier: Menschen, die weniger besitzen, sind häufig glücklicher als Menschen, die im Überfluss leben, denn sie schätzen Kleinigkeiten)
  • Und letztlich durch eine Partnerschaft (die allerdings nur einen Teil ausmacht!)

Wenn wir uns also anschauen, was glücklich machen kann und soll, dann wird uns bewusst, dass unser Partner natürlich seinen Beitrag für unser persönliches Glück leistet, aber er ist und darf nicht dafür verantwortlich sein. Nur du alleine, die Beschaffenheit deiner Gedanken und deine Perspektive auf Situationen, sind für das Ausmaß deiner Glücksgefühle verantwortlich.

Was kannst du also tun, um glücklich(er) zu sein?

Hier ein paar Tipps, die dich dazu anregen sollen, darüber nachzudenken wie du auch als Single glücklich sein kannst:

  • Achte auf deine Gedanken: Lenke deine Aufmerksamkeit auf das Positive und sieh das, was du hast und nicht das, was du glaubst, dass dir fehlt.
  • Arbeite an deiner Selbstliebe und entwickle Selbstakzeptanz und Selbstwertgefühl.
  • Dankbarkeit: Sieh die kleinen Dinge im Leben und lerne sie zu schätzen – es gibt Menschen, die weitaus weniger haben als du!
    Achtsamkeit:
  • Pflege deine sozialen Kontakte. Sei proaktiv und unternimm etwas mit deinen Freunden.
  • Geben ist seliger als nehmen: Mach jemandem anders eine Freude. Indem du andere Menschen glücklich machst, machst du dich selbst glücklich.
  • Achte auf deine Ernährung und mache Sport: Die richtige Ernährung und regelmäßige Bewegung setzen Endorphine, so genannte Glückshormone, frei.
  • Setze dir ein erreichbares Ziel, kämpfe dafür, erreiche es und du wirst sehen was der Erfolg mit dir macht.
  • Schmiede Pläne für etwas, das du schon lange tun wolltest und schaffe dir Vorfreude.
  • Streiche „muss“ aus deinem Wortschatz! Du musst überhaupt nichts, nur das was du dir selbst auferlegst. Verwende es lieber mit sollen oder können, das verschafft dir automatisch eine Leichtigkeit, du setzt dich selber nicht unter Druck und bewahrst dich vor selbst kreierten Enttäuschungen, wenn du es nicht tust.
  • Meditiere.
  • Love it. Change it. Leave it. – Wenn du mit etwas unzufrieden bist, lerne es zu lieben, verändere es oder lass es hinter dir.

In dem Sinne: Glücklich sein ist kein Zufall, sondern hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab!

Buchtipps:

Murphy, Carnegie, Hill, Louise L. Hay, Peale (u.a.): Glück ist kein Zufall: Das große Lesebuch des positiven Denkens.

Dalai Lama: Glücksregeln für den Alltag: Happiness at work

Pierre Franck: Einfach glücklich sei: 7 Schlüssel zur Leichtigkeit des Seins

Robert Betz: Willst du normal sein oder glücklich?

Signatur

Foto. © fcscafeine

Angstzustände und Panikattacken: Woher sie kommen und was du dagegen tun kannst

Angstzustände und Panikattacken: Woher sie kommen und was du dagegen tun kannst

Es ist 2.30 Uhr, wieder liege ich wach. Ich habe geträumt. Und in dem Moment als ich realisiere, was mir meine Fantasie ins Hirn genistet hat, kommt sie: Die Panikattacke. Oh Gott, was wenn sie ihm ein Kind anhängt? Meinem Mann. Dem Mann, der der Papa meiner Kinder sein sollte! Dann wird sie ein Leben lang mit ihm verbunden sein und ich nicht. Und dann habe ich keine Chance mehr ihn zurückzugewinnen. Und ich bleibe für immer alleine, weil mich keiner will. Ich werde niemals eine eigene Familie haben, denn bis ich jemanden gefunden hätte, der das möchte, bin ich zu alt. 

Das waren meine größten Ängste während meiner Trennung. Ich kann dir nicht mehr sagen wie oft ich nachts wach geworden bin oder wie oft ich mich die Panik und der Angstzustand tagsüber in allen möglichen Situationen übermannt hat.

Ich kann dir nur sagen, dass ich mich noch sehr gut an das intensive, beinah unerträgliche Ohnmachtsgefühl, das mir die Luft zum Atmen genommen hat, erinnern kann. Die Beklemmtheit, das Herzstechen, der kalte Schweiß, das Herzrasen, das Ringen nach jedem Atemzug. Ich kann es dir nachempfinden.

Zu meiner Zukunftsangst und der Angst, ob seine Neue eine Familie mit ihm gründen wird, kamen meine Angst vor dem Alleinsein und davor, ob ich jemals wieder einen neuen Partner finde werde.

Was ist Angst?

Sorgen erzeugen Angst, eine Emotion, die eine gedankliche Vorwegnahme von möglichen Gefahren darstellt.

Angst tritt immer vor einem Ereignis ein, und ist daher eine Emotion, die ein mögliches Vorkommnis signalisiert. Wie wahrscheinlich das Eintreten dieses Ereignisses ist, spielt für das Ausmaß des Angstzustandes zunächst keine Rolle. Alleine die Tatsache, dass es theoretisch möglich ist, reicht aus um uns zu verängstigen.

  • Die Angst, dass er eine Familie mit seiner Neuen gründet.
  • Die Angst vor dem Alleinsein.
  • Die Angst, dass wir niemals wieder einen Partner finden.
  • Die Angst vor finanziellen Engpässen durch die Trennung.
  • Die Angst alles zu verlieren, das uns wichtig ist und das wir lieben.
  • Die Angst unseren neuen Partner zu verlieren, so wie unseren Ex.
  • Die Angst zu alt zu sein, um eine eigene Familie zu gründen.

Das sind nur ein paar Beispiele von Ängsten, die zwar in unserem Kopf da sein können, in Wahrheit aber noch nicht eingetreten sind und in den meisten Fällen auch nicht eintreten werden.



Ängste belasten uns nicht nur, sie blockieren uns auch. Sie halten uns davon ab klar zu denken, und natürlich auch davon, klar zu handeln und Entscheidungen zu treffen. Sie nimmt uns unsere Lebensfreude und sehr häufig treten durch sie außerdem Schlafstörungen auf.

Wir fühlen uns meist hilflos und unserer Angst ausgeliefert.

Was kannst du gegen Angst und Panikattacken tun? 

Vorab: Angst in ein Gefühl, es kann dir nichts tun. Panikattacken sind Momentaufnahmen deiner Angst in einem extremen Ausmaß, die in der Regel maximal 30 Minuten anhalten.

Sei dir dessen bewusst, dass Panikattacken vergehen, sie sind kein Dauerzustand!

[Disclaimer: Wenn du nicht nur durch deinen Liebeskummer, sondern bereits über Jahre von Panikattacken begleitet wirst, dann lege ich dir eine Psychotherapie ans Herz. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann dir helfen mit deinen anhaltenden Ängsten und Panikattacken umzugehen.]

Hier nun einige Strategien, die ich selbst in meiner Situation angewandt habe:

  1. Durchatmen

Leg dich auf den Rücken, deine linke Hand auf dein Herz, deine rechte auf deinen Bauch. Atme tief ein und aus. Atme langsam und bewusst und konzentriere dich auf deinen Körper und deine Atmung und nicht auf deine Angst.

Versuche im Hier und Jetzt zu sein, fokussiere dich auf deine Atmung und du wirst sehen, dass du ruhiger wirst.

  1. Analysiere die Situation

Wenn du dich beruhigt hast, und wieder Frau deiner Sinne bist, dann analysiere die Situation. Warum hast du Angst? Worum geht es überhaupt? Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Situation genauso eintritt?

Du wirst sehen, dass du mit etwas Abstand feststellen wirst, dass alles halb so schlimm ist wie du es dir ausmalst. Natürlich wirst du nicht von jetzt auf gleich von deiner Angst befreit sein, aber es ist eine Strategie, die dir vor Augen führt was genau gerade passiert. Und du gibst dir die Chance deine Ängste und deine Situation zu relativieren.

  1. Bewusste Konfrontation mit der Situation

Es kann dir auch helfen, wenn du dir die schlimme Situation vorstellt, aber nicht in der Panik, sondern bei vollem Bewusstsein. Frage dich: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Wenn es eintreten würde, was würde passieren? Was wären deine nächsten Schritte?

In den meisten verlieren wir uns in unserem Angstzustand und vergessen vollkommen die Situation auf lange Sicht zu betrachten. Meistens würde durch das Eintreten der Situation eine tiefe Traurigkeit folgen.

Lass mir dir sagen: Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass deine Angst eintritt und du tieftraurig bist, auch diese Emotion wird vorübergehen. Sie wird auch kein Dauerzustand sein und du wirst es überleben. Das klingt jetzt einfach, das wäre es sicher nicht, und das weiß ich.

Aber vergiss niemals: What doesn’t kill you makes you stronger!

  1. Sprich mit jemandem, der dich versteht

Oftmals hilft uns eine objektive Sichtweise auf unsere Ängste. Jemand, der uns hilft sie zu relativieren. Das kann deine Schwester, dein bester Freund oder auch deine Mama sein. Wenn du das Gefühl hast, dass keiner von ihnen tatsächlich objektiv ist, kannst du an einen Therapeuten und sehr gerne auch an mich wenden.

  1. Meditation

Wenn du meinen Blog regelmäßig liest, hast du den Tipp schon öfter gesehen. Einfach weil er so gut ist und weil er dir so helfen wird. Setz‘ dich mit Meditation auseinander und probiere es aus, bevor du sagst, dass das nichts für dich ist. Du hast keine Ahnung wie du anfangen sollst? Dann findest Hilfe bei Fvck Lucky Go Happy.

Der Artikel im Überblick:

  • Angst und Panik sind Emotionen, die nicht dauerhaft sind.
  • Angst und Panik sind Gefühle, sie können dir nichts tun.
  • Es ist okay Angst zu haben, lass sie zu, und relativiere sie.
  • Deine Angst ist normal. Wir alle haben Angst, wir müssen nur lernen richtig mit ihr umzugehen.
  • Es gibt Strategien wie du deine Angst und Panik in Griff bekommst.

Signatur

Foto: © JenkoAtaman

Silvester: Was war, was sein wird & was du tun kannst, wenn du Single bist

Silvester: Was war, was sein wird & was du tun kannst, wenn du Single bist

Heute ist es wieder soweit, der Jahreswechsel steht an. Für die einen der Partytag des Jahres, für die anderen (so wie für mich) ein Tag, der absolut überwertet wird.

Aber egal wie wichtig oder unwichtig Silvester für dich ist: Heute Single zu sein, ist genauso bescheiden wie an Weihnachten alleine unter dem Baum zu sitzen – wenn nicht sogar schlimmer, denn kein Single (und erst recht nicht, wenn du gerade Liebeskummer hast) will die glückliche Paare sehen, die gemeinsam ins neue Jahr starten.

Was kannst du also tun, wenn du Single bist und bis jetzt noch nichts vor hast?

#1 Geh auf eine Singleparty

Ja, der Vorschlag klingt abgedroschen und irgendwie sagt immer jeder, dass Singleparties gar nicht gehen, denn der „Single-Stempel auf der Stirn“ sei unerträglich. Ich persönlich finde Veranstaltungen für Singles super, vor allem heute! Warum?

  • Du musst dir keine Gedanken machen, dass du die Einzige bist, die um Mitternacht niemand zum Umarmen hat.
  • Du hast eine große Auswahl an Männern, denen du zum Jahreswechsel in den Arm fallen und ein Bussi aufdrücken kannst – und das ganz ungeniert, ist ja schließlich Silvester.
  • Du lernst auf jeden Fall neue Leute kennen!
  • Ich würde dir empfehlen alleine zu gehen. Ja, das ist mutig und außergewöhnlich, aber so lernst du noch mehr Menschen kennen. Das ist nicht jedermanns Sache, aber ein Versuch ist es wert und es ist allemal besser als verheult alleine auf der Couch zu sitzen.



#2 Ruf deine beste Freundin an

Wenn du noch nicht soweit bist wieder unter Menschen zu sein, dann ruf deine beste Freundin, deinen besten Freund oder deine Schwester bzw. deinen Bruder an. Verbringe den Abend mit jemand, der dir am Herzen liegt und von dem du weißt, dass er/sie für dich da ist. Und wenn du einen Durchhänger hast, dann trink ein Gläschen Sekt. Das hilft dir nicht über deinen Liebeskummer hinweg, aber sich zu verkriechen hilft auch nicht. Der Sekt hebt wenigstens deine Stimmung ein bisschen.

Ja, ich weiß, dass du an deinen Ex denken musst und was er wohl macht und mit wem er wohl feiert. Aber versuche den Abend für dich zu genießen, denn du hast morgen noch genug Zeit dir den Kopf zu zerbrechen. Wenn du permanent an ihn denkst, verdirbst du nicht ihm das Silvester, sondern dir selbst. Versuche das Beste daraus zu machen und stoß auf ein erfüllendes 2018 an!

#3 Feier mit dem wundervollsten Menschen der Welt – dir selbst!

Wenn du schon über deinen Ex hinweg bist und eigentlich auch keine richtige Lust hast, Party zu machen und dich inmitten von Silvesterknallern ‚ins neue Jahr zu retten‘, dann feiere doch einfach mit dir selbst.

Ja, der Gedanke ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber warum eigentlich nicht? Mach dir einen gemütlichen Wellnessabend zu Hause und lass das alte Jahr ruhig ausklingen und das neue besinnlich beginnen. Lass deine Gedanken schweifen, über das Vergangene im Jahr 2017 und über das was da kommen soll und was du dir wünschst in 2018. Schreib es auf und bleib den Abend bei dir selbst und deinen Träumen.

Vergiss nicht: Egal was du machst an Silvester, deine Situation wird sich heute, an diesem einen Abend nicht grundlegend verändern. Du kannst den Abend mit negativen Gedanken füllen und dein 2018 sehr angestrengt beginnen. Oder du kannst dich dafür entscheiden, dass du positiv denkst (ja, das verlangt dir ein bisschen etwas ab) und deinen Silvesterabend genießt. Es ist deine bewusste Entscheidung.

Jahresrückblick 2017 – wofür bist du dankbar?

Wahrscheinlich war 2017 nicht dein bestes Jahr. Vielleicht bist du verlassen worden, hast verlassen oder hast ein Jahr als unfreiwilliger Single verbracht. Und trotzdem: Bei allem was passiert ist, egal ob gut oder schlecht, gibt es etwas um dankbar dafür zu sein. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas seltsam, aber wir können aus allem etwas lernen. Lass dein Jahr einfach mal Revue passieren und beantworte dir mal die folgenden Fragen:

  • Was hat mich 2017 glücklich gemacht?
  • Was hat mich 2017 unglücklich gemacht?
  • Was hätte ich anders machen sollen?
  • Was habe ich gut und genau richtig gemacht?
  • Wer war immer für mich da?
  • Für wen war ich immer da?
  • Wem sollte ich danken?
  • Bei wem sollte ich mich vielleicht entschuldigen?
  • Was habe ich erreicht (beruflich, mit einem Hobby, usw.)?
  • Welche Ziele, die ich mir für das Jahr gesteckt hatte, habe ich erreicht und welche nicht? Warum?

Jahresausblick 2018 – was wünschst du dir?

Ich wünsche dir von Herzen, dass dein 2018 ein sensationelles Jahr wird! Vor allem wünsche ich dir, dass du deinen Liebeskummer verarbeiten und über dein Ex hinwegkommen und wieder glücklich werden kannst! Ich bin mir sicher, dass du dir das selbst auch wünschst, aber: Welche Wünsche, Träume und Ziele hast du noch?

  • Was wünschst du dir für die Liebe?
  • Was wünschst du dir für deine Selbstliebe?
  • Was wünschst du dir für deine Sexualität?
  • Möchtest du dich beruflich verändern? Wie?
  • Möchtest du umziehen und von vorne beginnen? Wohin?
  • Möchtest du ein neues Hobby beginnen? Welches?
  • Möchtest du etwas Neues lernen? Was?

Setz dich hin mit Zettel und Stift. Mach zwei Spalten: In die linke kommt das Vergangene 2017 und in die rechte deine Ziele und Träume für 2018. Nimm dir die Zeit für dich, geh in dich und hör in dich hinein was in dir vorgeht.

Egal wie schlecht es dir geht, sieh den Jahreswechsel als Abschluss des Alten und den Beginn von etwas Neuem. Ich weiß, dass das alles nicht so einfach ist wie ich es hier tippe, aber ich möchte dich dazu ermutigen das Beste daraus zu machen und dich bewusst dafür zu entscheiden, deinen Abend zu genießen und das Gute im Neujahr zu sehen.

Danke!

An der Stelle möchte ich mich ganz ganz herzlich bei dir bedanken! Dafür, dass du meinen Blog liest, kommentierst, mir bei Facebook folgst und mir vertraust! Mein Ziel war und ist es, so vielen Frauen wie möglich von Herzen zu helfen und ohne dich wäre Dating Rocks nicht möglich! DANKESCHÖN <3

Ich wünsche dir einen guten Rutsch, einen wundervollen Abend und natürlich von Herzen das Allerbeste für dein persönliches Jahr 2018! <3

Signatur

Foto: ©Maxborovkov