Wow. Wo fange ich bei diesem Thema an?

Das Internet: Soziale Netzwerke, Messaging Dienste, Dating Apps und der ganze ‚neumodische Kommunikationskrempel‘, den wir als Segen empfinden, der sich aber vor allem in Beziehungen und bei Trennungen oftmals als Fluch herausstellt, ist Gegenstand dieses Artikels.

Ich möchte an der Stelle die sehr häufig durchgekaute Diskussion über ‚Wir müssen wieder mehr miteinander reden‘ und ‚Wo soll das alles hinführen?‘, überspringen und gehe davon aus, dass dir bereits aufgefallen ist, dass sich durch soziale Medien etwas in unserer Kommunikation verändert hat.

Versteh mich nicht falsch: Ich liebe das Internet, soziale Netzwerke und auch Dating Apps, aber ich bin auch für mehr Aufklärung, mehr Klarheit und mehr Transparenz in einer Beziehung. Und: Für ganz viel Abstand davon, wenn du in einer Trennung steckst. Aber von vorne:

Soziale Netzwerke und Dating Apps als Beziehungskiller

Wer seinem Partner in sozialen Netzwerken nachschnüffelt oder sogar das Handy seiner besseren Hälfte checkt, ist am Anfang vom Ende – oder: Muss dringend das Gespräch suchen! Meines Erachtens zumindest. Wie komme ich zu dieser radikalen Ansicht?

Schauen wir uns ein paar Szenarien an:

  1. Du bist frisch verliebt, hast endlich den Partner an deiner Seite, den du dir schon lange gewünscht hast. Alles ist super und trotzdem: Nach und nach schaust du öfter auf sein Facebook-Profil und wann er online ist bei WhatsApp. Einfach nur mal so, …solange bis dir dann der ein oder andere Kommentar auffällt, du hübsche Frauen in seiner Freundesliste entdeckst, bei denen du dich fragst: Ging da was oder gar: Geht da was?
  1. Du bist in einer Beziehung und Vertrauen war niemals ein Problem für euch – bis dir jemand sagt: Hast du gesehen was dein Freund da kommentiert hat? Oder: Ich habe gehört er schreibt öfters mit dieser einen, die er in dem Club xyz getroffen hat. Diese Aussagen geben dir Anlass ihm nachzuspionieren und der Sache virtuell auf den Grund zu gehen.
  1. Du gehst mit deinem Freund aus und ihr trefft eine Bekannte. Auf die Nachfrage, woher sie sich kennen, bekommst du die Antwort: „Wir haben uns bei Tinder kennengelernt.“ Und dein Kopfkino beginnt: War das vor meiner Zeit? Hatten die was miteinander? Ist er immer noch bei Tinder angemeldet? Wenn ja, warum? Trifft er sich heimlich mit anderen Frauen? Und so weiter. Beim nächsten Mal, wenn dein Partner beim Duschen ist, nutzt du die Gelegenheit, um zu schauen welche Apps er so auf seinem Handy hat…

Das sind nur einige Szenarien, in denen eine intakte und glückliche Beziehung durch Facebook, WhatsApp, Tinder & Co. ins Wanken geraten kann.



Die virtuellen Aktivitäten deines Partners sind nur der Auslöser deiner Unsicherheiten

Zunächst möchte ich sagen, dass eine erwachsene und intakte Beziehung durch Aktivitäten im Netz nicht auseinandergehen wird. Wenn sie scheitert, dann an Eifersucht und vor allem an der Unzufriedenheit des Partners, der schnüffelt – oder dem Fakt, dass der andere tatsächlich fremdgeht, was ja nicht auszuschließen ist.

Was liegt allen Szenarien zugrunde?

  • Eifersucht
  • Unsicherheit
  • Misstrauen
  • Verlustangst

Diese Eigenschaften liegen aber nicht an deinem Partner, sondern an dir!

Wenn du diese vier Eigenschaften in dir wiedererkennst, solltest du dem nachgehen und schauen woher das kommt und woran es liegt, denn nur DU kannst sie ändern, nicht dein Partner! Aber sicherlich nicht mit Kontrolle, sondern indem du dich damit auseinandersetzt was in dir vorgeht, woher es kommt und wie du es lösen kannst.

  • Wenn bisher alles super gelaufen ist, wieso wirst du jetzt misstrauisch?
  • Wenn du anderen mehr glaubst als deinem Partner, wie kannst du ihm vertrauen?
  • Wenn dein Partner dich betrügen möchte, warum würde er seine Zuneigung zu einer anderen Frau öffentlich bei Facebook kundtun?
  • Überlegst du dir immer genau was du wie bei wem kommentierst?
  • Und wie würdest du dich fühlen, wenn dein Partner dich deshalb nicht nur an den Pranger stellen, sondern anfangen würde, dir nachzuspionieren?

Mögliche Lösungsansätze

Social Media & Co. sollte nicht unterschätzt werden. Es kann unbegründet Eifersucht schüren, dein Kopfkino anwerfen und dafür sorgen, dass deine Gefühlswelt und deine Beziehung grundlos aus den Fugen geraten.

Was passiert, wenn du einmal damit angefangen hast? Du kommst in einen Teufelskreis und Dinge, die dich vorher überhaupt nicht interessiert haben, werden plötzlich interessant. Du fängst an, dir Szenarien auszumalen (die meist nur in deinem Kopf sind) und findest in allem, was du siehst und liest, Bestätigung dafür. Denn: Wer suchet, der findet! Nur leider schwindet damit dein Vertrauen und deine Unsicherheit wird immer größer.

Wie oft missverstehen wir uns schon, wenn wir mit jemandem schreiben, den wir kennen? „Och, du hast ja gar keinen Smiley geschickt, bist du böse auf mich?“ Sätze, die nicht selten in Partnerschaften ausgetauscht werden. Was glaubst du wie hoch das Missverständnispotenzial dann ist, wenn du einen nicht überlegten und spontan geposteten Kommentar liest?

Meine Tipps:

  • Legt klare Social Media Regeln fest! Das klingt komisch, aber es hilft, denn es nimmt dir und deinem Partner viele Unsicherheiten.
    • Sprecht darüber, wenn euch etwas übel aufstößt oder du dich fragst, was er wohl mit dem und dem Kommentar gemeint haben könnte. Aber bitte: Nur wenn dir etwas auffällt! Du sollst ihm nicht hinterherspionieren!
    • Je nachdem wie wichtig euch es ist, vereinbart was nicht erlaubt ist (z.B. alle Smilies, die ein Herz enthalten).
  • Hör auf bei WhatsApp zu checken, wann er das letzte Mal online war oder gar ihn zu stalken, ob er gerade online ist! Im besten Fall hat er Freunde, Kollegen und Familie, die ihm schreiben. Du bist nicht die Einzige! Oder hast du nur ihn in deinem Chatverlauf?
  • Legt genau fest wie ihr Dating Apps handhabt! Wenn dein Partner bei Friendscout oder Parship angemeldet ist, würde ich darauf bestehen, dass er seinen Account löscht, denn diese Plattformen sind zur gezielten Partnersuche da. Aber wie sieht es zum Beispiel mit Tinder & Lovoo aus? Diese Apps haben einen hohen Gamification-Faktor und werden oft auch dazu verwendet einfach nur neue, nette Leute kennenzulernen. Sprecht darüber, was erlaubt ist und was nicht! Ich persönlich würde diese Apps weder auf meinem noch auf dem Handy meines Partners sehen wollen. Aber das ist Ansichtssache, und bedarf sehr klarer Regeln!
  • Hör auf zu viel hineinzuinterpretieren! Wenn du ständig alles auf die Goldwaage legst, was du liest oder was andere über deinen Partner zu wissen glauben, dann machst du dich nicht nur verrückt, sondern auch unglücklich. Denn du bist den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigt als damit dein Kopfkino zu füttern und von deinem Alltag und den schönen Dingen des Lebens nur die Hälfte mitzubekommen.

Nicht neu, aber immer erwähnenswert: Wenn die Kommunikation zwischen euch stimmt und klare Regeln vereinbart wurden (am besten verbal, so dass es nicht zu Missverständnissen á la ‚Aber ich dachte, dass…‘ kommt), wird das Internet sicher nicht zum Beziehungskiller!

Soziale Netzwerke und WhatsApp während einer Trennung 

Wenn ich von Trennung spreche, meine ich in dem Fall, wenn wir verlassen wurden. Denn dann sitzen wir da, alleine gelassen mit unserem Schmerz, unseren Emotionen und unserer Unsicherheit.

Und genau dann beginnt unser Kopfkino: Was macht er? Hat er eine Neue? Denkt er an mich?

Und was machen wir dann? Richtig, wir verbringen mehr Zeit auf seiner Facebook-Seite als wir eigentlich zur Verfügung haben! Jedes kleineste Detail wird zur Kenntnis genommen: Was hat er gelikt? Wer ist die Frau, die er als Freund hinzugefügt hat?

Wenn er auf ein Bild verlinkt wurde: Warum geht er auf einmal weg? Und genau in den Club, in den ich immer wollte! Das hat er sonst nie gemacht! Wer ist die Frau im Hintergrund? Waren sie zusammen da? Geht da was? Und so weiter…

Die Liste möglicher Szenarien ist endlos, unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Plötzlich ist alles möglich und wir trauen unserem Ex Dinge zu, von denen wir sonst überzeugt waren, dass er sie nie tun würde.

Social Media verlängert deinen Liebeskummer!

Sehr häufig (um nicht zu sagen, fast immer) bleiben Paare auch nach der Trennung bei Facebook & Co. befreundet. Selbst derjenige, der sich getrennt hat, neigt häufig dazu, den Ex-Partner nicht zu löschen. Warum?

Entweder weil die Neugier dessen, was die Ex macht, doch zu groß ist oder aus Angst den anderen noch mehr zu verletzten – oder beides. Folglich wird es uns erschwert abzuschließen, denn wir haben Zugang zu dem Leben des anderen – jederzeit!

Was zu den Zeiten unserer Großeltern und Eltern nur möglich war, wenn man sich persönlich gesehen, zufällig getroffen oder Geschichten von Freunden gehört hat, ist heute im Netz verfügbar, wann immer wir wollen. Es heißt aber nicht umsonst:

Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!

Wie können wir abschließen, wenn unser Ex täglich da ist? Auf deinem PC, deinem Smartphone, in alten Nachrichten, den Fotos, die wir überall hochgeladen, gespeichert oder verlinkt haben?

Mein Tipp (der dich nicht überraschen wird):

  • Lösche deinen Ex aus allen Netzwerken!
  • Lege Fotos auf deiner Festplatte an einem Ort ab, an dem du nicht täglich bist!
  • Lösche am besten auch seine Nummer, um nicht in Versuchung zu kommen, ihm zu schreiben (z.B. wenn du betrunken bist)!

Das sind alles tolle Tipps, in der Praxis aber nicht einfach umzusetzen sind. Das weiß ich aus eigener schmerzhafter Erfahrung. Daher, fang langsam an und geh dann Schritt für Schritt:

  • Speichere alle gemeinsamen Bilder auf deiner Festplatte, so dass du sie nicht ständig griffbereit am Smartphone hast.
  • Lösche die gemeinsamen Fotos und alle Verlinkungen bei Facebook (du kannst dir die Bilder, die dir wichtig sind, runterladen und mit den anderen ablegen).
  • Lösche euren Gesprächsverlauf bei WhatsApp & Co.
  • Lösche ihn aus deinen sozialen Netzwerken. Das wird der schwerste Schritt sein, aber er ist nötig, wenn du deinen Liebeskummer nicht unnötig in die Länge ziehen und verschlimmern willst.
  • Lösche seine Nummer.
  • Hör auf Freunde nach ihm zu fragen!

Es ist verdammt hart nach einer gemeinsamen Zeit, in der es unfassbar glückliche Momente und Tage gab, alles zu löschen oder es aus unserem Alltag zu verbannen. Du wirst dich auch dabei erwischen wie du dir ganz fest vornimmst, den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen, und es dann doch nicht tust. Es tagelang vor dir herschiebst und immer eine andere Ausrede suchst, um ihn hier nicht zu löschen und das Foto dort doch noch aufzuheben.

Das ist auch in Ordnung! Geh dein eigenes Tempo und lass dir von niemandem reinreden. Halte dir nur vor Augen: Je länger du es vor dir herschiebst, desto länger wird dein Liebeskummer dauern und desto weniger Energie hast du für dich, die Partnersuche oder gar eine neue Beziehung.

Wenn du Hilfe brauchst und mit jemandem reden willst, der dich versteht, dann schreib mir einfach und wir vereinbaren ein kostenloses Kennenlerngespräch.

Fazit:

  • Das Internet hat nicht nur unsere Kommunikation, sondern auch unsere Beziehungen verändert.
  • Vereinbare klare Social Media und Dating App Regeln, wenn du einen Partner hast.
  • Spioniere deinem Partner nicht hinterher, sondern suche immer das Gespräch!
  • Wenn du verlassen wurdest, freunde dich mit dem Gedanken an, deinen Ex nicht nur im realen Leben zu verabschieden, sondern auch im virtuellen.
  • Gehe Babysteps und lösche bzw. verbanne alles, das dich an deinen Ex erinnert.
  • Interpretiere nicht so viel in Bilder und Kommentare (wir Frauen neigen häufig dazu!), sonder versuche deine Energie in etwas Sinnvolles zu investieren.
  • Last but not least: Mach dich nicht verrückt und hör auf nach Fehlern und Hinweisen für etwas zu suchen, das wahrscheinlich nur in deinem Kopf existiert!

Signatur

Welche Erfahrungen hast du mit Social Media in einer Beziehung oder während einer Trennung gemacht? Teil’s mit uns im Kommentarfeld!

 

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